Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Kieferorthopädie
Leitung: Univ.-Prof. Dr. med. dent. Jörg Lisson, M.Sc.
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Wie ernähre ich mein Kind

Es ist bei Kindern mit Spalte wie bei denen ohne: sie müssen essen.


Der Saugvorgang funktioniert nur eingeschränkt: die Zunge kann sich nicht am Gaumen abstützen, ein Unterdruck ist unmöglich aufzubauen. Da Neugeborene bereits im Mutterleib das Schlucken von Fruchtwasser "geübt" haben, können Sie auch schlucken. Das Schlucken ist mit einem Sauger dann zunächst neu und für das Kind ungewöhnlich, weswegen am Anfang bei der Fütterung Probleme auftreten können, aber nicht müssen.

 

In den ersten Lebensmomenten werden daher auf Entbindungsstationen mehrere Taktiken angewendet, die teilweise als provisorisch anzusehen sind. Unter der Voraussetzung, dass schnellstmöglich eine Gaumenplatte eingegliedert wird, ist folgendes Vorgehen zweckmäßig:

  1. Versuch des Stillens - dies klappt nur bei sehr wenigen Kindern, kann aber funktionieren
  2. Füttern mit einem altersentsprechendem Sauger. Kommen Sie bitte nicht auf die Idee, die Spalte mit einem "Riesensauger" für ältere Kinder zu "schließen", dieser würde im ungünstigsten Fall die Spalte verbreitern
  3. Falls 2. nicht gelingt, hilft ein Habermann-Sauger.

Auf diese Weise ist noch jedes Kind satt geworden. Es ist aber für den Säugling immer anstrengender zu essen, als für ein Kind ohne Spaltbildung. Nehmen Sie sich bitte immer mehr Zeit für das Kind und akzeptieren Sie, dass anfangs eher öfter, dafür weniger gegessen wird. Das normalisiert sich schnell, denn auch der Säugling muss ja das "neue" Trinken an der Brust oder der Flasche erst lernen.

Wenn Sie aus den Methoden die für Sie geeignete gefunden haben, achten Sie bitte auch auf die folgenden Hinweise.


Das ganze Leben ist ein Kampf, also auch die Nahrungsaufnahme. Machen Sie es Ihrem Kind nicht zu einfach: die Fütterung sollte nicht bei liegendem Kind geschehen, die Milch sollte nicht einfach ins Kind "hineinlaufen": das gibt Verdauungsstörungen und macht dann auch niemanden glücklich.

 

Vielmehr muss das Kind saugen und "arbeiten", damit es müde wird. In diesem Zusammenhang sei nochmals erwähnt, dass die Nahrungsaufnahme für Kinder mit Spaltbildung stets schwieriger als für andere ist, daher füttern Sie lieber einmal mehr, damit das Kind auch auf für sich angenehme Weise satt werden kann.