Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Kieferorthopädie
Leitung: Univ.-Prof. Dr. med. dent. Jörg Lisson, M.Sc.
Sie befinden sich hier: >> Startseite >> Klinische Zentren und Einrichtungen >> Klinische Zentren und Einrichtungen am UKS >> ZMK >> Kieferorthopädie >> Infos zur Behandlung >> LKGS-Informationen >> Wer hilft meinem Kind?

Wer hilft meinem Kind?

Eine einfach und auch wieder nicht so einfach zu beantwortende Frage.


Einfache Antwort: wir oder das Team eines anderen Universitätsklinikums bzw. Spaltzentrums.


Aber was passiert, wenn ich nicht so ganz nahe an Homburg oder einem anderen Zentrumsstandort wohne? Für die Behandlung sollten Sie aus den unten genannten Erläuterungen stets auf ein Team zurückgreifen. Wir sind am UKS für Sie da, helfen unseren ortsfernen Patienten aber auch bei der Suche nach einem geeigneten ortsnahen Behandler.

Die Spaltbildung des Gesichtes ist für die frischgebackenen Eltern zunächst eine unangenehme Überraschung. Nachdem die Überraschung abgeklungen ist, muss man sich klar machen, dass nicht die Eltern betroffen sind, sondern das Kind.

 

Daher sollten sich die Anstrengungen der Eltern darauf richten, das medizinisch Notwendige für das Neugeborene zu unternehmen. Hierfür sollte man zunächst wissen, was für eine vollständige Rehabilitation des kleinen Patienten notwendig ist:

 

Ein Team! Keiner von den Ärzten unter 1 bis 5 schafft es allein, das Optimum für Ihr Kind zu erreichen. Zusammen dagegen kann heutzutage fast nichts mehr schiefgehen :-)

  1. Kieferchirugie
  2. Kieferorthopädie
  3. Phoniatrie und Pädaudiologie, HNO-Ärzte
  4. Logopädie
  5. Zahnärzte
  6. ...und das waren nur die Wichtigsten...

Wenden Sie sich also nach Möglichkeit an ein Spaltzentrum an einem Universitätsklinikum in Ihrer Nähe, denn nur hier finden Sie alle diese Disziplinen unter einem Dach. Wenn Sie zu weit von einer derartigen Klinik entfernt leben, erhalten Sie von Kliniken Tipps, ob in Ihrer Nähe ein eingespieltes Team für die Spaltbehandlung existiert.


Der Mund-Kiefer-Gesichtschirurg sorgt dafür, dass die Spaltbildung operiert wird. Hierfür sind mehrere Operationen im Verlauf des Heranwachsens notwendig. Mehrere deswegen, weil jede Operation eine Narbe hinterläßt, die das Wachstum des Gesichts des kleinen Patienten nachhaltig negativ beeinflusst, es also hemmt. Man "erkauft" mit jeder Operation eine Wachstumsstörung. Natürlich ist diese nicht so wichtig, wie der Verschluss der Spaltbildung, kann aber im Verlauf des Heranwachsens durchaus negative Folgen haben. So entstand ein Zwist zwischen den Chirurgen, die so früh wie möglich operieren möchten und den Kieferorthopäden, die jede Wachstumshemmung fürchten wie der Teufel das Weihwasser... Für die Operationen muss also ein für den Patienten optimaler Kompromiss zwischen Timing und Wachstum gefunden werden. Bedenken Sie: alle Maßnahmen dienen nur Ihrem Kind, Ihre persönlichen Wünsche sind - das klingt hart - hierbei nicht so wichtig.


Die Kieferorthopädie (=wir) begleitet Ihr Kind ein Heranwachsen lang, hier werden Sie bzw. Ihr Kind die meiste Behandlungszeit verbringen. Zu Beginn des Lebens sorgen wir für die Normalisierung der Zungenfunktion, später wird der Durchbruch der Zähne koordiniert. Die Spaltbildung sorgt nämlich dafür, dass besonders vorne im Oberkiefer einige Probleme entstehen, die ohne weiteres Zutun nicht zu lösen sind.

 

Eine Pause ergibt sich in aller Regel nach der vollständigen plastischen Deckung der Spalte. Anschließend muß für jeden Patienten durch regelmäßige Beobachtung der günstigste individuelle Behandlungszeitpunkt ermittelt werden. Diese spätere kieferorthopädische Behandlung kann außer hier im Spaltzentrum von jedem niedergelassenen Fachzahnarzt für Kieferorthopädie durchgeführt werden.


Bei einem Kind mit Spaltbildung im Bereich des Gaumens kommt es zu Störungen bei der Belüftung der Ohren. Hierdurch können unbemerkt chronische Mitelohrentzündungen entstehen, die für das Hörvermögen sehr gefährlich sein können. Folgendes müssen Sie wissen: ohne Gehör gibt es keine Sprachentwicklung. Das Kind muss also regelmäßig von Phoniatern und Pädaudiologen oder HNO-Ärzten untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Bei Problemen mit Sprache und Sprechen - das ist nicht dasselbe - muss professionelle Hilfe durch Logopäden in Anspruch genommen werden, damit das Kind eine altersentsprechende Entwicklung durchläuft und in der Schule keine Probleme bekommt.


Der Zahnarzt muss den Zustand der Zähne überwachen und diese auch behandeln, falls Karies entsteht. Zähne sind für jeden Menschen wichtig, aber bei Spaltpatienten sind sie noch viel wichtiger als bei Menschen ohne Spalte. Der Kieferorthopäde ist auf die Zähne zur Kieferkorrektur im Wachstum dringend angewiesen, und zwar auch auf die Milchzähne. Fehlende, also verloren gegangene Zähne sind bei Spaltpatienten im Oberkiefer weitaus schwieriger und mit höheren Kosten zu ersetzen. Merke: einmal zuviel putzen ist besser als einmal zu wenig. Dies gilt ab dem ersten Zahn und natürlich für alle Menschen, nicht nur solche mit Spaltbildung.