Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Nuklearmedizin
Prof. Dr. Samer Ezziddin
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Radiosynoviorthese (RSO)

Radiosynoviorthese

Die Radiosynoviorthese (RSO) ist eine Methode zur Behandlung von Gelenkentzündungen, wie z.B. der chronischen Polyarthritis oder aktivierten Arthrosen. Bei der RSO wird ein radioaktiv markiertes Medikament direkt in das erkrankte Gelenk gespritzt, das ionisierende Strahlung, sogenannte Beta-Strahlung aussendet. Da diese Strahlung eine geringe Reichweite von wenigen Millimetern im Gewebe besitzt, bleibt die Bestrahlung auf die Gelenkschleimhaut begrenzt, welche hierdurch verödet wird.  Dadurch wird ein Rückgang der Entzündungsprozesse der Gelenkinnenhaut erreicht.

 

Welche Vorbereitung ist für die RSO erforderlich?

  • ausführliche Anamnese über die Erkrankung und die bisherige Behandlung
  • ausführliche Aufklärung
  • klinische Untersuchung des betroffenen Gelenkes (Schwellung, Rötung?)
  • Knochenszintigraphie in Mehrphasen-Technik
  • Röntgen-Aufnahmen des betroffenen Gelenkes
  • Ultraschalluntersuchung zur Dokumentation eines möglichen Ergusses/(Kniegelenks-) Zyste
  • Selten: Durchführung einer Kernspintomographie des betroffenen Gelenkes

 

Welche Gelenkerkrankungen werden bei der RSO behandelt?

Mit der RSO werden chronische Gelenkhautentzündungen (Synovialitiden) behandelt. Das Vorliegen einer solchen Erkrankung wird im Rahmen der Vorbereitung abgeklärt.

 

Welche Kontraindikationen gibt es zur RSO?

  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Lokale Infektionen und Hauterkrankungen in der Umgebung der Injektionsstelle
  • Geplatzte Kniegelenkszyste (Baker-Zyste)
  • Massiver Bluterguss im Gelenk

Wie wird die RSO durchgeführt?

Das radioaktive Medikament wird unter Einhaltung steriler Bedingungen mit einer dünnen Kanüle unter Lokalanästhesie in das betroffene Gelenk gespritzt. Vorab wird ein Kontrastmittel gespritzt und unter Röntgen-Durchleuchtung sichergestellt, dass die Punktionsnadel im Gelenk liegt. Nach Anwendung des radioaktiven Medikaments wird zusätzlich eine Kortisonlösung gespritzt, um die Entzündungssymptomatik akut zu verbessern. Auch diese Prozesse werden unter Röntgen-Durchleuchtung durchgeführt. Im Anschluss an die Behandlung wird die Verteilung des Medikaments im Gelenk mit der Gammakamera abgebildet und damit die Bestrahlung der Gelenkschleimhaut überprüft (Verteilungsszintigraphie).

Das therapierte Gelenk sollte für mindestens 48 Stunden mittels einer Schiene oder Bandage ruhig gestellt werden. Dieser Vorgang macht eine Thromboseprophylaxe für 48 Stunden notwendig. Danach sollte das Gelenk für weitere ein bis zwei Wochen entlastet und geschont werden. Eine stationäre Aufnahme zur Durchführung der Behandlung ist in der Regel nicht erforderlich.

 

Welche Radionuklide verwenden wir zur RSO?

Substanz

Halbwertszeit der Strahlung

Max. Reichweite in Gewebe

Behandeltes Gelenk

90Yttrium

64 Stunden

11 mm

Kniegelenk

186Rhenium

89 Stunden

3,6 mm

Hüft-, Sprung-, Schulter-,
Ellenbogen-, Handgelenk

169Erbium

226 Stunden

0,3 mm

kleine Hand- oder Fußgelenke

Tabelle: Übersicht der verwendeten Radionuklide und deren Eigenschaften.

 

Welche Nebenwirkungen der RSO sind bekannt?

Nebenwirkungen nach RSO treten nur in sehr seltenen Fällen auf.

  • Sehr selten kann es in den behandelten Gelenken zu einer schmerzhaften, entzündlichen Reaktion kommen.
  • Gelangt das radioaktive Medikament in das Gewebe außerhalb der Gelenkhöhle, so kann dies zu Haut- oder Muskelnekrosen führen. Aus diesem Grund ist die Ruhigstellung des therapierten Gelenks für mindestens 48 h unbedingt notwendig.
  • In Einzelfällen ist eine fieberhafte Reaktion nach der Injektion des radioaktiven Arzneimittels beobachtet worden. Allergische Reaktionen auf die lokale Anästhesie oder das Röntgen-Kontrastmittel hin sind möglich.

 

Wie oft wird die RSO durchgeführt?

In der Regel erfolgt diese Therapie einmalig. Bei Wiederauftreten von Beschwerden nach anfänglichem Rückgang der entzündlichen Symptome kann die Behandlung wiederholt werden.

 

Ist eine Nachsorge nach RSO erforderlich?

Etwa 4-6 Monate nach der Durchführung der RSO wird eine ambulante Knochenszintigraphie zur Beurteilung des Therapieerfolges durchgeführt.

 

Therapiesprechstunde

Terminvereinbarung unter

Tel.: 06841/16-23305