Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Leitung: Prof. Dr. Dr. Sören Becker
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Projekt MOSKITO

Worum geht es bei dem Projekt MOSKITO?

Krankheiten, die durch Stechmücken oder Zecken (=Überträger od. Vektor) übertragen werden, spielen eine bedeutende Rolle in tropischen und subtropischen Ländern. Es besteht das Risiko, dass solche Erkrankungen auch nach Europa kommen durch das Einwandern potentieller Überträger.

Im Mittelpunkt der Medien stand im Sommer die zunehmende Verbreitung der Tigermücke im Süddeutschen Raum. Ursachen dafür sind hier vor allem der Klimawandel und die Globalisierung. Die asiatische Tigermücke ist ein Überträger für einige auf Menschen übertragbare Krankheitserreger wie beispielsweise das Dengue- oder Chikungunya-Virus. Dieses Projekt hat mit eines der Ziele systematisch die Mückenpopulation im Saarland zu erheben und zu untersuchen, ob die gefundenen Mücken Träger von Viren wie beispielsweise Dengue sind. 

Unsere Idee:

Das Projekt Moskito zielt darauf ab, durch umfassende Umfragen in der Bevölkerung im Saarland und in Guinea-Bissau, einem für die Tigermücke heimischen Gebiet, das Bewusstsein zu schärfen, Präventionsstrategien zu entwickeln und zu vergleichen, insbesondere im Zusammenhang mit durch Mücken übertragene Krankheiten. Gleichzeitig soll in beiden Regionen durch das Sammeln verschiedener Mückenarten, insbesondere der asiatischen Tigermücke, der geografischeVerbreitungsstatusdokumentiert, die Übertragungsgefahranalysiert und das Risiko der Einschleppung neuer Infektionen in nicht heimische Gebiete abgeschätzt werden.

Praktische Bedeutung & Relevanz für die Umwelt:

Das Projekt zielt darauf ab, den Eintrag neuer invasiver Krankheitsüberträger (=gebietsfremde Arten), wie zum Beispiel Stechmücken zu verlangsamen, die für Menschen gefährlich werden können. Die Forschung ist besonders wichtig für die Bevölkerung im Saarland und in Guinea-Bissau, da erstmals eine großflächige Überwachung der Mückenpopulation und eine gezielte Erhebung des Bevölkerungswissens stattfinden. Die Maßnahmen sollen nachhaltig umgesetzt und auch nach Abschluss des Projekts fortgesetzt werden. Die Kooperationspartner im Projekt MOSKITO profitieren zudem von der gesammelten Biomasse im städtischen Raum, weshalb diese Arbeit auch einen Beitrag im Kampf gegen das Insektensterben leistet.

Wie können Sie das Projekt MOSKITO unterstützen?

à Schenken Sie uns 3 Minuten Ihrer Zeit und füllen Sie folgende Umfrage zu Stechmücken und Präventionsmaßnahmen aus:

► Sie haben eine Mücke gefunden und fragen sich, ob dies eine Tigermücke ist? Dann lesen Sie hier weiter, woran man Tigermücken erkennt. Gerne können Sie Mücken auch an uns senden oder vorbeibringen zur Analyse.

Tipps zur Identifizierung der asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus):

  • tagaktiv und aggressives Stechverhalten
  • 3.5 - 8 mm groß, passt in eine 1 Cent-Münze
  • hinterste Beinpaarfärbung endet weiß (Unterscheidungsmerkmal zur japanischen Buschmücke)
  • mittiger weißer Strich auf dem Halsschild (schließt an den Kopf an) der Mücke

Weitere Unterscheidungs- und Identifikationsmerkmale können sie der TIGER (Tri-national Initiative Group of Entomology in Upper Rhine valley) – Website entnehmen.

Sie denken, dass Sie eine Tigermücke gefunden haben?

Gerne können Sie diese zu uns bringen zur Identifikation, bitte beachten Sie dabei folgende Hinweise:

- Fundort (PLZ) und Datum notieren

- die Mücke unbeschädigt lassen, sonst ist eine Identifikation nicht mehr möglich

- bis zum Transport im Gefrierschrank lassen, optimalerweise in einer Art Box

- zumTransport eignet sich ein sicheres Behältnis (z.B. kleine Dose)

Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene

Adresse:

Universitätsklinikum des Saarlandes
Kirrberger Straße 100, Gebäude 43
D-66421 Homburg/Saar

Telefonnummer:

 06841 16-23912

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 8:00 - 17:00 Uhr

Samstag, Sonntag, Feiertag: 8:00 - 12:00 Uhr

Dengue-Studie

  • Sie reisen in die Tropen und wollen sich gegen Dengue impfen lassen?
  • Sie haben Interesse an der Wissenschaft?
  • Dann würden wir uns über Ihre Beteiligung freuen!

Was sollte man zu Dengue und zur Impfung wissen?

Dengue ist eine Infektionskrankheit, die vorwiegend in den Tropen über Mücken auf den Menschen übertragen wird und sich in den letzten Jahren stark verbreitet hat. Immer häufiger kommt es neben grippeähnlichen Symptomen auch zu schweren Verläufen, wie dem hämorrhagischen Fieber und vermehrten Krankenhausaufenthalten. Um das zu vermeiden, gibt es für Reisende seit Dezember 2022 die Zulassung für den neuen Impfstoff Qdenga® des Unternehmens Takeda.

Qdenga® wird 2-mal im Abstand von 3 Monaten als Injektion/Impfung verabreicht und enthält abgeschwächte Dengue-Viren mit verschiedenen Serotypen. Diese regen unser Immunsystem an und bilden Antikörper.

Das Team der Dengue-Impfstudie möchte mehr über mögliche Nebenwirkungen und die Schutzwirkung der Impfung herausfinden, um den Impfstoff spezifischer einsetzen zu können und damit die Sicherheit von zukünftig Reisenden zu verbessern.

Um das zu verwirklichen, werden im Rahmen einer Multizenterstudie Rückmeldungen zu möglichen Nebenwirkungen aller Geimpften, die sich dafür bereit erklärt haben, gesammelt.

Nehmen Sie sich bitte wenige Minuten Zeit, füllen Sie anonym über eine Internetplattform einen kurzen Fragebogen aus und teilen Sie uns Ihre Impferfahrung mit. Die Daten werden anschließend zentral ausgewertet und ausschließlich für Forschungszwecke verwendet.

Standort Homburg: Hier haben Sie zudem die Möglichkeit mit einer Blutabnahme testen zu lassen, wie gut Ihr Immunsystem auf die Impfung reagiert hat. Bitte sprechen Sie uns an wenn Sie hier Interesse haben oder nutzen Sie folgenden Link oder folgenden QR Code.

Falls Sie weitere Fragen bezüglich der Impfung und der Studie haben, melden Sie sich unter: reisestudie@uks.eu
 

Impfung gegen Dengue-Virus

Seit Februar 2023 besteht die Möglichkeit, auch Reisende unter bestimmten Bedingungen gegen Dengue-Virus zu impfen. Diese Impfung ist in unserer Reise- und Tropenmedizinischen Ambulanz möglich. Ob die Impfung im Einzelfall empfohlen ist, wird in der Reiseberatung individuell besprochen. Gerne können Sie hierfür unter dem Menüpunkt "Online-Terminvergabe" einen Termin vereinbaren und wählen bitte bei der Buchung die Rubrik „Reisemedizinische Erstberatung“. Für Rückfragen stehen wir gerne per E-Mail oder telefonisch zur Verfügung. Weitere Hintergrundinformationen zum Dengue-Fieber und zum Impfstoff finden Sie HIER

Reise- und Tropenmedizin des UKS übernimmt zweijährige Patenschaft für einen Jaguar im Zoo Saarbrücken

Die Reise- und Tropenmedizin hat eine Partnerschaft für einen Jaguar im Zoo Saarbrücken übernommen. Warum Zoologische Gärten Relevanz für den Artenschutz haben und wieso hier Zusammenhänge zur Reise- und Tropenmedizin bestehen, können Sie unter folgendem Link nachlesen:
 

Universitätsklinikum des Saarlandes - Aktuelle Meldungen (uniklinikum-saarland.de)

Änderung der Gelbfieberimpfempfehlung

Das RKI empfiehlt zum Individualschutz eine erneute Gelbfieberimpfung nach zehn Jahren bei erneutem Aufenthalt in einem Risikogebiet. Eine einmalige Impfung lebenslänglich reicht nach aktuellem Kenntnisstand nicht mehr aus, da aufgrund der Datenlage anzunehmen ist, dass eine einmalige Impfung keine ausreichende Immunität erwirkt.
 

Für weitere Informationen:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2022/32/Art_01.html