Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Innere Medizin I - Onkologie, Hämatologie, Klin. Immunologie und Rheumatologie
Leitung: Priv. Doz. Dr. med. Lorenz Thurner
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Zelluläre Therapie

 

Bei der Zelltherapie in der Behandlung von Patienten mit hämatoonkologischen Erkrankungen wie einer Leukämie, einem Lymphom oder Multiplen Myelom, werden Zellen genutzt, um die Krebserkrankung direkt zu attackieren. Breit eingesetzt und am weitesten entwickelt in der Zelltherapie ist die Transplantation von Blutstammzellen. Hierbei stammen die Zellen aus dem Knochenmark, dem peripheren Blut oder aus dem Nabelschnurblut. Man unterscheidet zwischen autologer und allogener Transplantation. Bei der autologen Transplantation werden dem Patienten selbst Blutstammzellen entnommen und später wieder infundiert, im Gegensatz hierzu werden die Zellen bei der allogenen Transplantation von einem verwandten oder fremden Spender verwendet.

Diese Blutstammzelltransplantation kommt für ausgewählte Patienten mit bösartigen bestimmen hämatoonkologischen Erkrankungen (z.B. akute Leukämie, Rezidiv eines Lymphoms, Multiples Myelom) in Frage. Hierbei erhalten Patienten die Blutstammzellen direkt nach einer knochenmarktoxischen hochdosierten Bestrahlung oder Chemotherapie.

Seit einiger Zeit werden als neue Form der Zelltherapie T-Zellen, die im Patienten Krebszellen bekämpfen sollen, angewendet. Diese Therapie wird CAR-T-Zell-Therapie genannt. Bei der CAR-T-Zell-Therapie wird der sog. T-Zell Rezeptor im Labor gentechnisch so verändert, dass er bösartige Zellen erkennen kann, obwohl sie (die T-Zellen) körpereigene Zellen sind (daher Chimäre Antigen Rezeptor T-Zellen, CAR-T-Zellen). Durch diese gentechnische Veränderung erkennen diese Zellen eine bestimmte Oberflächenstruktur - bei Lymphomen und Leukämien zum Beispiel das sog. CD19 Antigen. Gleichzeitig wird durch diese genetische Modifikation das Angriffs-Signal innerhalb einer T-Zelle verstärkt, was ihre Wirksamkeit verstärkt. Hierfür werden zunächst T-Zellen des Patienten (sog. Leukapherese) gesammelt, dann werden diese Zellen in einem externen Labor bearbeitet und im Anschluss erfolgt die Rückgabe der gentechnisch veränderten CAR T-Zellen als Infusion. Diese CAR T-Zellen erkennen dann CD19-positive Zellen im Körper des Patienten. Sie werden im Körper aktiviert, vermehren sich im Patienten und attackieren die CD19-positiven Krebszellen. Bei der CAR-T-Zell-Therapie handelt es sich um eine sehr innovative zelluläre Immuntherapie, deren Anwendung deutschlandweit nur in spezialisierten Zentren erfolgen kann.

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