Centre Hospitalier Universitaire de la Sarre et Faculté de Médecine de l'Université de la Sarre
SCHULZENTRUM
Leitung: Ulrich Wirth M.A.
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Von null auf tausend Euro.

Homburger Gesundheitsberufe-Azubis erhalten seit Januar eine Ausbildungsvergütung

Bislang mussten sie abends und am Wochenende jobben, um ihre Ausbildung zu finanzieren. Doch seit dem 1. Januar 2019 erhalten die angehenden Physiotherapeuten, Orthoptisten, MTA und Diätassistenten endlich eine Ausbildungsvergütung – zumindest am Universitätsklinikum des Saarlandes

 

Am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg herrscht Grund zum Jubeln: Die „Tarifeinigung in den Tarifverhandlungen zu schulischen Ausbildungsverhältnissen in den Gesundheitsberufen im öffentlichen Dienst der Länder“ ist seit dem 1. Januar 2019 in Kraft. „Damit besteht die Grundlage dafür, dass nicht nur unsere Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Hebammen und Entbindungspfleger sowie Operationstechnische Assistenten (OTA), sondern auch alle anderen Auszubildenden der Gesundheitsfachberufe, die durch das Krankenhausfinanzierungsgesetz geregelt werden, eine Ausbildungsvergütung bekommen“, sagt Wolfgang Klein, der Pflegedirektor des UKS. Das UKS hat dadurch im deutschen Südwesten ein Alleinstellungsmerkmal, weil die neuen Bestimmungen nur für solche Ausbildungsgänge gelten, die an einem Universitätsklinikum stattfinden, welches dem Tarifvertrag der Länder untersteht. „Für unsere Schulen ist dies der Fall“, freut sich Ulrich Wirth, der das Schulzentrum des UKS leitet, „Ausbildungsstätten an kommunalen oder kirchlichen Krankenhäusern im Saarland und in Rheinland-Pfalz bleiben hingegen außen vor.“

 

248 Azubis der Schulen für Diätassistenz, Orthoptik und Physiotherapie sowie die Medizinisch-technischen Assistentinnen und Assistenten der Fachrichtungen Labor (MTLA), Radiologie (MTRA) und Funktionsdiagnostik (MTAF) erhalten damit ab sofort eine Ausbildungsvergütung. Und diese kann sich sehen lassen: Das monatliche Ausbildungsentgelt beträgt für die Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr 965,24 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr 1.025,30 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 1.122,03 Euro.

 

Zwar waren die Ausbildungen an den staatlichen Schulen und Lehranstalten des UKS im Gegensatz zu vielen privaten Ausbildungsstätten schon immer schulgeldfrei. „Doch Wohnen, Lernen und Leben kostet“, sagt Julia Münster. Die 22-jährige ist eine von acht Auszubildenden der Orthoptik und kam eigens aus Trier nach Homburg, um ihren Traumberuf zu erlernen. An der kleinsten der insgesamt zehn Schulen im Schulzentrum des UKS werden die angehenden Experten auf dem Gebiet der Erkennung und Behandlung von funktionellen Erkrankungen der Augen und ihrer Folgen ausgebildet. „Alle unsere Auszubildenden arbeiten nach ca. sechs Monaten theoretischem Unterricht täglich im klinischen Routinebetrieb mit“, sagt Schulleiterin Eva Grintschuk. „Das ist auch in der Physiotherapie so“, ergänzt ihr Kollege Deniz Halil. Als Spezialisten in Sachen Bewegung lernten die angehenden Physiotherapeuten Krankheitsbilder sowie Risikofaktoren kennen und könnten am Ausbildungsende kompetent einschätzen, wie sich diese auf den menschlichen Bewegungsapparat auswirken und wie sie physiotherapeutisch behandelt werden. „Ob präventiv, kurativ, rehabilitativ oder palliativ – in allen Bereichen tragen Physiotherapeuten zur Optimierung der Gesundheit und zur Genesung der Patienten bei“, so Deniz Halil. Dementsprechend fänden sich im Universitätsklinikum des Saarlandes in nahezu jeder Klinik Auszubildende. Damit sind die angehenden Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten wie ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Orthoptik, der Diätassistenz und den MTA Leistungserbringer. Auch vor diesem Hintergrund sei es mehr als überfällig gewesen, Auszubildende für ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg zu vergüten, sagt Ulrich Wirth. Letztlich müsse die Tarifeinigung auch im Kontext der Fachkräftesicherung gesehen werden, glaubt Annette Weber, die Leiterin der Schulen für MTRA und MTAF: „Von der Ausbildungsvergütung verspreche ich mir, dass insbesondere die unbekannteren Gesundheitsfachberufe wie der Medizinisch-technische Assistent für Funktionsdiagnostik attraktiver werden.“

 

Rund ein Viertel der Auszubildenden hat sich die Ausbildung bislang über Schüler-BAföG finanziert, Eltern unterstützten und Verwandte schossen großzügig dazu. Die meisten Auszubildenden hätten bisher abends oder wochenends jobben müssen, um sich etwas dazuzuverdienen. „Damit ist jetzt Schluss“, lacht Anna Winterhalter, angehende Diätassistentin im zweiten Ausbildungsjahr, „die gewonnene Zeit kann ich jetzt besser investieren in Lernen und Freizeit.“