Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Leitung: Prof. Dr. Michael Stöckle
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Brachytherapie

Brachytherapie allgem.

Bei der permanenten Seed-Implantation handelt es sich um eine Niedrigdosis-Brachytherapie, bei der radioaktive Strahlenquellen, z. B. 125Jod, in Form von Seeds (üblicherweise Titankapseln) über Hohlnadeln zum dauerhaften Verbleib in die Prostatadrüse eingebracht werden. Als organerhaltendes minimal-invasives strahlentherapeutisches Verfahren hat die permanente interstitielle Brachytherapie eine zunehmende praktische Bedeutung bei Behandlung des lokal begrenzten Prostatakarzinoms neben der operativen Entfernung der Prostata und anderer strahlentherapeutischer Verfahren erlangt. Auf der Grundlage der derzeit verfügbaren Daten kommt man zu dem Schluss, dass die permanente interstitielle Brachytherapie derweil bei Patienten mit einem lokal begrenzten Prostatakarzinom und günstigen Risikofaktoren in Betracht gezogen werden kann. Um einen möglichst hohen Heilungserfolg zu erzielen, ist aber eine strenge Auswahl der Patienten nach der von den medizinischen Fachgesellschaften erarbeiteten Kriterien erforderlich.

Diagnose Prostatakarzinom - wie geht es weiter

Bei Ihnen wurde ein Prostatakarzinom diagnostiziert und Sie wollen nun wissen, ob die Brachytherapie ein für Sie geeignetes Therapieverfahren darstellt. Die hierfür in unserer Klinik vorgesehenen Abläufe gewährleisten durch eine intensive Zusammenarbeit von Urologen, Strahlentherapeuten und Anästhesisten (Narkoseärzte) in der Phase vor, während und nach der Operation, dass die Seed-Therapie Ihnen ein Höchstmaß an therapeutischem Nutzen bringt und auf der anderen Seite Komplikationen und Nebenwirkungen minimiert bzw. bei Auftreten rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Erstvorstellung

Es wird zunächst in einem ersten Gespräch Ihre medizinische Vorgeschichte sorgfältig aufgenommen. Sie sollten hierzu, wenn immer möglich, alle wichtigen Unterlagen von Ihrem überweisenden Arzt oder Urologen mitbringen. Insbesondere sollten alle Befunde, die bezüglich der Diagnosestellung Prostatakrebs erhoben wurden, uns bei diesem Erstgespräch vorliegen.

Wir werden dann selbst noch einige grundlegende Untersuchungen durchführen, wie ein erneutes Abtasten der Prostata mit dem Finger sowie eine Ultraschalluntersuchung der Prostata.

Zusammen mit allen Befunden (PSA, Pathologiebericht, Tastbefund, transrektaler Ultraschallbefund und medizinische Vorgeschichte) wird mit Ihnen dann ausführlich besprochen, ob die permanente Seed-Implantation aus unserer Sicht die geeignete Therapie für den bei Ihnen vorliegenden Tumor darstellt. Therapiealternativen, wie die operative Entfernung der Prostata oder die perkutane Strahlentherapie, werden mit Ihnen ausführlich besprochen.

Vorstellung beim Strahlentherapeuten

Wenn wir die permanente Seed-Implantation für eine geeignete Therapie halten und Sie sich für diese Therapie entscheiden, wird ein Termin mit unseren hiesigen Strahlentherapeuten vereinbart. Die permanente Seed-Implantation ist eine Therapie, die wir gemeinsam mit unseren Kollegen von der Strahlentherapie (Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie) und unter Kontrolle der Strahlenphysiker durchführen.

Die Meinung des Strahlentherapeuten ist uns wichtig. Bei einer separaten Vorstellungstermin wird er Sie selber untersuchen und sich ein Bild von Ihrer Krankheit machen. Nur wenn er auch die Brachytherapie als geeignete Behandlungsmethode bestätigt, wird ein gemeinsamer Termin für die Durchführung der Behandlung vereinbart.

Prämedikation

Vor dem geplanten Operationstermin werden Sie sich wenige Tage vorher erneut ambulant in unserer Klinik vorstellen. Jetzt erfolgt die direkte Vorbereitung für den Eingriff. Sie erfahren eine sorgfältige Aufklärung über den Eingriff, in der wir auch auf die möglichen Komplikationen und Nebenwirkungen eingehen. Weiterhin erfolgen die üblichen Vorbereitungen für die Narkose, in der der Eingriff durchgeführt wird. In der Regel empfehlen wir ein Vollnarkose. Der Narkosearzt wird Sie umfassend informieren und aufklären. Zusätzlich erfolgt eine sorgfältige körperliche Untersuchung, um evtl. Risiken für die Narkose aufzudecken. Dazu sind auch eine Röntgenuntersuchung der Lungen sowie ein EKG und Laborbestimmungen notwendg. Sollten diese kürzlich bei Ihnen durchgeführt worden sein, können Sie selbstverständlich die Befunde mitbringen. Wir werden dann entscheiden, ob eine erneute Untersuchung bei uns notwendig ist.

Wichtig ist, dass Sie alle blutverdünnenden Medikamente, wie Marcumar oder Aspirin (ASS, Godamed, o.ä.), rechtzeitig vor dem Eingriff absetzen. Sie sollten dies jedoch auf keinen Fall ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt tun!

Stationäre Behandlung

Am Tag der Operation erfolgt schließlich Ihre stationäre Aufnahme. In der Regel verbleiben Sie zwei Tage unter stationären Bedingungen. Der während der Operation eingelegte Blasenkatheter wird bereits am Folgetag entfernt. Die Notwendigkeit für die weitere stationäre Behandlung ergibt sich aus der Kontrolle der Blasenentleerung. Auf eventuelle Blutungen wird geachtet.

Nachbetreuung und Nachsorge

Vier Wochen nach der Operation erfolgt eine strahlentherapeutische Nachuntersuchung. Hierbei werden die in Ihre Prostata eingebrachten Seeds mit Hilfe einer CT- oder kernspintomographischen Untersuchung exakt lokalisiert, gezählt und die Qualität der Implantation beurteilt.

Die weiteren urologischen Nachsorgeuntersuchungen erfolgen zunächst vierteljährlich. Hierbei werden Untersuchungen durchgeführt, mit denen evtl. Nebenwirkungen seitens der Therapie entdeckt werden sollen. Die Wirkung auf den Tumor wird durch eine Bestimmung des PSA-Wertes geprüft. Der PSA-Verlauf ist der wichtigste Parameter in der Prostatakarzinom-Nachsorge.

Spezial Sprechstunde

Prostatadiagnostik Sprechstunde (TRUS)

Ltd. OA Dr. M. Saar und ärztl. Mitarbeiter
Dienstag nach Vereinbarung

Voranmeldung unter 06841 - 16 - 24724

Informationen Brachytherapie

Iod (vom altgriechischen Wort ιο-ειδης "veilchenfarbig", wegen der violetten Farbe von Ioddämpfen) ist ein chemisches Element im Periodensystem mit der Ordnungszahl 53. Dem Iod ist das Elementsymbol I zugeordnet. Laut Duden ist auch die Schreibweise Jod üblich

Iod-125 (HWZ 60 Tage)

Ein Synthetisches Radioisotop ist ein künstlich hergestelltes radioaktives Isotop eines Chemischen Elementes. Synthetische Radioisotope entstehen als Spaltprodukte ("nukleare Asche") in Kernkraftwerken oder werden gezielt hergestellt für naturwissenschaftliche oder medizinische Zwecke.