Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Urologie und Kindeurologie
Prof. Dr. med. M. Stöckle
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Roboter-assistierte minimal-invasive Prostatektomie mit dem da Vinci® System

Schema - Lage der Prostata
Schema - Unterbauchschnitt bei herkömmlicher OP-Technik

Bei einem lokalisierten Prostatakarzinom stellt die operative Entfernung der Prostata eine sichere und weit verbreitete Behandlungsoption mit exzellenten Langzeitüberlebensraten dar. Die retropubische radikale Prostatektomie, bei der über einen Unterbauchschnitt die Prostata mit Samenblasen und ggfs. den Lymphknoten entfernt wird, erfolgt seit Jahren in vielen Zentren als Standardoperationsmethode. Durch verbesserte OP-Techniken konnte dieser Eingriff in den letzten Jahren deutlich sicherer und mit geringeren Komplikationsraten weiter verbessert werden. Ein Unterbauchschnitt ist jedoch bei dieser OP-Technik mit einer Länge von ca. 15cm erforderlich.

da Vinci® Prostatektomie: Ein Weiterentwicklung der Laparoskopie

Die Roboter- assistierte da Vinci® Prostatektomie stellt heute die Weiterentwicklung der konventionellen Laparoskopie dar. Hierbei handelt es sich um eine hochmoderne, minimal invasive OP-Technik zur Entfernung der Prostata. In diesem Verfahren werden die laparoskopischen Vorteile mit den Vorteilen der offenen Schnittoperation kombiniert.

In wenigen Jahren hat sich dieses OP-Verfahren in zahlreichen Ländern durchgesetzt. Allein in den USA erfolgt heute (Stand 2006) routinemäßig in über 200 Krankenhäusern Operationen mit dem da Vinci® - System. In 2005 wurden bereits ca. 20 000 radikale Prostatakrebs Operationen in den USA durchgeführt. Nach nur wenigen Jahren erfolgten somit ca. 30% aller radikalen Prostatektomien mit dem da Vinci® - System. Auf Grund der exzellenten Ergebnisse stieg dieser Anteil im Jahr 2014 auf über 80%.

 

DaVinci Prostatektomie in Homburg

DaVinci Prostatektomie in Homburg - Allgemein

Seit März 2006 wurden in der Uniklinik für Urologie in Homburg bereits mehr als 4100 Prostatapatienten mit der DaVinci® Methode operiert.

DaVinci Prostatektomie in Homburg - OP-Zeiten

Bei den ersten 30 operierten Patienten lag die OP-Dauer in Homburg (Lagerung des Patienten, Andocken des Systems, Operation, Entlagerung) im Mittel bei 356 Minuten. Bei den nachfolgenden 70 Patienten hat sich die OP-Zeit deutlich auf 284 Minuten reduziert. Ab der 100. Operation betrug der Zeitaufwand lediglich noch 178 Minuten.

DaVinci Prostatektomie in Homburg - Komplikationen

Wie bei allen Operationen, kann es, wenn auch selten, zu Komplikationen kommen. Bei den ersten 30 Patienten kam es bei einem Patienten zu einer Verletzung des Darms nach Anlage des ersten Trokares (mögliche Komplikation der allgem. Schlüssellochoperation), bei einem Patienten nach ASS-Einnahme war eine Bluttransfusion erforderlich. Ein Patient klagte über eine Passagestörung des Darms mit anschließender Übelkeit. Von der 30. bis zur 100. Operation war lediglich bei einem Patienten eine Blutübertragung erforderlich. Bei einem Patienten musste trotz geplanter DaVinci®-Operation eine Schnittoperation erfolgen.

Aufgrund der rückläufigen Komplikationsrate wurde die Katheterliegedauer von 8 Tagen im Jahr 2006 auf 5 Tage in 2008 reduziert.

Patient 001 - 100    Komplikationsrate 5,4 %     Konversionsrate 4 %
Patient 101 - 200    Komplikationsrate 2,0 %     Konversionsrate 1 %
Patient 201 - 400    Komplikationsrate 1,0 %     Konversionsrate 0,4 %
Patient 401 - 500    Komplikationsrate 1,0 % *  Konversionsrate 0 % *

Bei Patient 403* kam es zu einer schweren Blutung aus einem Bauchdeckengefäß am 5 p.OP-Tag. Diese Blutung konnte nur über einen Mittelbauchschnitt erfolgreich versorgt werden.

DaVinci Prostatektomie in Homburg - Mikroskopische Ergebnisse

Die mikroskopischen Ergebnisse waren im Vergleich zu den Literaturangaben exzellent.

* Patient 01-30:   73% pT2; 13,6% R1
* Patient 31-100: 85% pT2;   4,5% R1


Die lokale Tumorkontrolle und Sicherheit dieser Operationsmethode ist hervorragend.

da Vincie Prostatektomie - Ablauf des stationären Aufenthalts

Aufnahmetag:

Die Ankunft am Aufnahmetag sollte zwischen 8:00 und 9:00 Uhr erfolgen. Bitte melden Sie sich direkt in unserem Aufnahmesekretariat bei Frau Niebergall oder Frau Zimmer im Erdgeschoß an. Halten Sie Ihre Krankenversicherungskarte und die stationäre Einweisung bereit. Sie schließen hier Ihren Aufnahmevertrag mit der Klinik ab und können, auf Wunsch, eine Telefonkarte bzw. Fernsehkarte erhalten. Sie brauchen am Aufnahmetag nicht nüchtern zu kommen.

Bitte denken Sie daran, die vorhandenen Unterlagen über die Voruntersuchungen bei Ihrem Arzt mitzubringen. Weitere Unterlagen über frühere Krankenhausaufenthalte oder Krankheiten können ebenso wichtig sein, wie auch eine Auflistung über Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen.

Nach Erledigung der Aufnahmeformalitäten werden die ersten Untersuchungen durchgeführt. Hierbei erfolgt eine Blutentnahme, des Weiteren wird ein Elektrokardiogramm (EKG)  geschrieben und eine Röntgenaufnahme der Lunge angefertigt (Röntgen-Thorax).

Nach der Erledigung der Formalien begleitet Sie eine Pflegekraft auf Ihr Zimmer und zeigt Ihnen Ihre Station. Anschließend wird ein Stationsarzt mit Ihnen detailliert den geplanten Eingriff, sowie den weiteren Verlauf besprechen. Danach erklärt Ihnen der Anästhesist die Narkoseform. Der Operateur wird ebenfalls noch einmal über den Eingriff und über den Operationszeitpunkt mit Ihnen sprechen. Hier bitten wir zu berücksichtigen, dass in seltenen Fällen der Operationstermin verschoben werden kann. Dies ist insbesondere bei Notfalloperationen der Fall.

Operationstag:

Am Operationstag bleiben Sie bitte nüchtern. Sie haben die Möglichkeit sich zu duschen, bevor Sie vom Pflegepersonal in den Operationssaal gebracht werden. Es erfolgt die Narkoseeinleitung und anschließend die Operation. Während der Operation bekommen Sie einen Dauerkatheter durch die Harnröhre gelegt, der für mindestens fünf Tage belassen wird.
Nach der Operation werden Sie nach einem kurzem Aufenthalt im Aufwachraum auf unsere Wachstation gebracht. Hier verbleiben Sie in der Regel für eine Nacht. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie von Ihren Angehörigen besucht werden. Des Weiteren wird der Operateur Sie über den Verlauf des Eingriffs informieren.

Tag 1:

Nach der Morgenvisite erfolgt die Rückverlegung auf die Normalstation. Dort wird unter Überwachung des Pflegepersonals und durch die Hilfe von Physiotherapeuten mit der ersten Frühmobilisation begonnen. Dies dient einer schnelleren Genesung und der Vorbeugung von Thrombosen. Zudem wird mit leichter Nahrung der Kostaufbau gestartet.
Im Laufe des Tages findet auf der Normalstation noch eine weitere Visite statt, wo nochmal ausführlich Ihre Operation besprochen wird.

Tag 2:

Die Mobilisation wird gesteigert, hierzu wird der Katheter mit einem Beinbeutel versorgt, was die Beweglichkeit erleichtert. Des Weiteren wird Ihnen heute ein Abführmittel verabreicht, um die Darmtätigkeit nach der Operation wieder anzuregen. Regelmäßige Besuche durch Angehörige und Bekannte sind möglich.

Tag 3 und 4:

Der Heilungsprozess schreitet voran. Am 3. Tag dürfen Sie zum ersten Mal duschen gehen, außerdem erhalten Sie nun in der Regel wieder Vollkost.
Die Physiotherapie arbeitet mit Ihnen weiter an der Beckenbodengymnastik, um die spätere Frühkontinenz zu unterstützen.
In diesen Tagen wird der Sozialdienst unserer Klinik Kontakt mit Ihnen aufnehmen, da Ihnen nach der Entlassung eine Anschlussheilbehandlung zusteht. Der Sozialdienst organisiert diesen Aufenthalt für Sie.

Tag 5:

In der Regel erfolgt heute die sog. "Dichtigkeitsprüfung" (Zystogramm). Dabei wird die Harnblase über den Katheter mit Kontrastmittel aufgefüllt und durch Röntgenkontrolle die Verbindung zwischen der Blase und der Harnröhre beurteilt (Anastomose). Ist die Verbindung abgeheilt, wird der Blasenkatheter entfernt. Hiernach können Sie wieder normal "wasserlassen" und in den meisten Fällen den Urin schon gut halten. Allerdings werden Sie etwas Urin bei Bewegungen verlieren. Diese Inkontinenz verringert sich während des weiteren Genesungsprozesses.
Sollte sich bei Ihnen eine undichte Blasenharnröhrenverbindungen zeigen, wird der Katheter für weitere sieben Tage belassen. Auf Wunsch ist bereits an diesem Tag eine Entlassung möglich. Allerdings muss dann eine Woche später eine erneute Dichtigkeitsprüfung durchgeführt werden.

Tag 6 (Entlassungstag):

Nach der Frühvisite und dem Frühstück wird eine letzte Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Anschließend erfolgt ein Abschlussgespräch mit einem Stationsarzt, der Ihnen gegebenenfalls bereits das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung mitteilt. Danach erhalten Sie Ihren Entlassungsbrief und Ihre Abreise ist ab 10 Uhr möglich.

Wir wünschen Ihnen gute Genesung

Deutsches DaVinci Zentrum – Klinik für Urologie und Kinderurologie – ERUS Robotic Certified Host Center

Klinikdirektor
Univ.-Prof. Dr. Michael Stöckle

Tel.: 06841 - 16 - 24702/04
Fax: 06841 - 16 - 24795

Stellv. Klinikdirektor
Prof. Dr. Stefan Siemer

Tel.: 06841 - 16 - 24702/04
Fax: 06841 - 16 - 24795

Postanschrift
Klinik für Urologie und
Kinderurologie
Universitätsklinikum des Saarlandes
Kirrberger Straße
D-66421 Homburg/Saar

ERUS Robotic Certified Host Center
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