Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Neurologie
Leitung: Prof. Dr. med. Klaus Faßbender
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Bewegungsstörungen / M. Parkinson

Nuklearmedizinische Untersuchungen beim Morbus Parkinson

 

Kooperationspartner:


Nuklearmedizinische Universitätsklinik: Dr. Ursula Nestle, PD Dr. Dirk Hellwig, Prof. Dr. Dr. Carl-Martin Kirsch


Neurologische Universitätsklinik: Prof. Dr. Jörg Spiegel, Prof. Dr. Ulrich Dillmann


Neurologische Klinik an der Deutschen Klinik für Diagnostik (Wiesbaden): Prof. Dr. Wolfgang H. Jost


Die nuklearmedizinischen Untersuchungen 123[I]-FP-CIT-SPECT und 123[I]-MIBG-Szintigraphie können zur Diagnose und Differentialdiagnose des Morbus Parkinson und der atypischen Parkinsonsyndrome beitragen. Neben ihrer diagnostischen Aussagekraft tragen beide Methoden zunehmend auch zu einem besseren pathophysiologischen Verständnis der Erkrankungen aus dem Parkinson´schen Formenkreis bei. Mit Hilfe des FP-CIT-SPECT und der MIBG-Szintigraphie untersuchen wir Veränderungen in den Basalganglien und am Myokard bei Patienten mit Morbus Parkinson. Von Interesse sind dabei vorrangig mögliche Beziehungen zwischen klinischem Phänotyp und nuklearmedizinischem Befund.



Abbildung: FP-CIT-SPECT bei einem 65-jährigen Patienten mit Morbus Parkinson

(aus Spiegel et al. 2007)


Publikationen:


- Spiegel J, Möllers MO, Jost WH, Fuss G, Samnick S, Dillmann U, Becker G, Kirsch CM. FP-CIT and MIBG scintigraphy in early Parkinson´s disease. Mov Disord 20 (2005): 552-561


- Spiegel J, Möllers MO, Behnke S, Hellwig D, Jost WH, Samnick S, Dillmann U, Becker G, Kirsch CM: Transcranial sonography and [I-123]FP-CIT SPECT disclose complementary aspects of Parkinson?s disease. Brain 129 (2006): 1188-93


- Spiegel J, Storch A, Jost WH: Early diagnosis of Parkinson´s disease. J Neurol 253 (2006) Suppl 4: IV/2 ? IV7


- Spiegel J, Hellwig D, Samnick S, Jost WH, Möllers MO, Fassbender K, Kirsch CM, Dillmann U: Striatal FP-CIT uptake differs in the subtypes of early Parkinson´s disease. J Neural Transm 114 (2007): 331-335


- Jörg Spiegel, Dirk Hellwig, Georgios Farmakis, Wolfgang Jost, Samuel Samnick, Klaus Fassbender, Carl-Martin Kirsch, Ulrich Dillmann: Myocardial sympathetic degeneration correlates with clinical phenotype of Parkinson´s disease. Mov Disord 22 (2007):1004-1008


- Jörg Spiegel, Dirk Hellwig, Wolfgang H. Jost, Georgios Farmakis, Samuel Samnick, Klaus Fassbender, Carl-Martin Kirsch, Ulrich Dillmann: Cerebral and extracranial neurodegeneration are strongly coupled in Parkinson´s disease. Open Neurol Rev 1 (2007):1-4


Bewegungsstörungen / M. Parkinson

Untersuchung zur Pathogenese des orthostatischen Tremors


Der orthostatische Tremor ist definiert als ein Krankheitsbild mit Tremor der Beinmuskulatur, welcher ausschließlich beim Stehen auftritt. Die Patienten nehmen im Stehen eine Unsicherheit wahr; diese verliert sich sofort beim Gehen oder Sitzen. Wegen der hohen Tremorfrequenz ist in den Beinen oft kein Zittern zu erkennen; man kann die Tremoraktivität in den Beinmuskeln aber oft tasten. Weitere neurologische Symptome bestehen bei dieser Erkrankung nicht. Wahrscheinlich wird der orthostatische Tremor zu selten diagnostiziert. Die Diagnosesicherung erfolgt durch die Elektromyographie (EMG-Polygraphie), welche eine synchrone 8- oder 16 Hz-Aktivität in den untersuchten Beinmuskeln zeigt (Abbildung). Die Therapie des orthostatischen Tremors erfolgt medikamentös.


Die Pathophysiologie des orthostatischen Tremors ist weitgehend unklar. Identische Tremorfrequenzen in allen vier Extremitäten und in der hirnnerveninnervierten Muskulatur legen einen einheitlichen supraspinalen Tremorgenerator nahe. Da der orthostatische Tremor ausschließlich durch die Aufgabe ?Stehen? ausgelöst wird, handelt es sich um einen aufgaben-(?task?-)spezifischen Tremor. Wir untersuchen, inwieweit die Modifikation der Aufgabe ?Stehen? den orthostatischen Tremor beeinflusst. Ferner ist von Interesse, ob periphere Informationen den orthostatischen Tremor verändern. Die Ergebnisse könnten neue Einblicke in Pathophysiologie und Therapie des orthostatischen Tremors ermöglichen.


Abbildung: EMG-Polygraphie aus der Beinmuskulatur eines Patienten mit orthostatischem Tremor


Publikationen:


Spiegel J, Heiss C, Fruhauf E, Fogel W, Meinck HM. (1998) Polygraphische Validierung von Ablenkmanövern in der klinischen Differentialdiagnose des Tremors. Nervenarzt 69:886-91


Spiegel J, Fuss G, Krick C, Schimrigk K, Dillmann U. (2002) Influence of proprioceptive input on parkinsonian tremor. J Clin Neurophysiol 19:84-9


Spiegel J, Fuss G, Backens M, Reith W, Magnus T, Becker G, Moringlane JR, Dillmann U. (2003) Transient dystonia following magnetic resonance imaging in a patient with deep brain stimulation electrodes for the treatment of

Parkinson disease. Case report.

J Neurosurg 99:772-4


- Spiegel J, Heiß C, Frühauf E, Fogel W, Meinck HM: Polygraphische Validierung von Ablenkmanövern in der klinischen Differentialdiagnose des Tremors. Nervenarzt 69 (1998): 886-891


- Spiegel J, Fuss G, Krick C, Schimrigk K, Dillmann U: Influence of proprioceptive input on parkinsonian tremor. J clin Neurophysiol 19 (2002): 84-89


- Spiegel J, Fuss G, Krick C, Dillmann U: Impact of different stimulation types on orthostatic tremor. Clin Neurophysiol 115 (2004): 569-575


- Spiegel J, Behnke S, Fuss G, Becker G, Dillmann U: Echogenic substantia nigra in patients with orthostatic tremor. J Neural Transm 112 (2005): 915-920


- Spiegel J, Fuss G, Dillmann U: Is primary orthostatic tremor associated with an autochthonous immunoglobulin synthesis in the cerebrospinal fluid? Mov Disord (zur Publikation angenommen)


- Dillmann U, Spiegel J: Differenzialdiagnose des Tremors. MMW-Fortschr Med 18 (2005): 59-60


- Spiegel J, Krick C, Fuss G, Becker G, Dillmann U: Orthostatic tremor during modification of standing. Mov Disord (zur Publikation angenommen)