Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Innere Medizin III - Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin
Leitung: Prof. Dr. Michael Böhm
Sie befinden sich hier: >> Startseite >> Klinische Zentren und Einrichtungen >> Klinische Zentren und Einrichtungen am UKS >> Medizinische Kliniken >> Innere Medizin III >> Patienteninfo >> Bluthochdruck >>   • Voraussetzungen

Die Renale Denervation ist ein Interdisziplinäres Behandlungsverfahren

Damit die renale Denervation sicher und erfolgreich eingesetzt werden kann, ist eine umfassende interdisziplinäre Abklärung der Patienten notwendig. Diese Abklärung zum Ausschluss einer sekundären Ursache des Bluthochdrucks und zur Einschätzung des mit dem Bluthochdruck verbundenen individuellen Risikos erfordert zumeist die Vorstellung bei mehreren Spezialisten. Nicht jeder Patient kommt für eine renale Denervation in Frage. Daher haben nationale und internationale medizinische Gesellschaften Empfehlungen ausgesprochen, nach denen Patienten für die renale Denervation ausgewählt werden sollten.

 

Patientenkriterien für die renale Denervation
  • Vorliegen einer therapieresistenten Hypertonie
  • Konsequente Einnahme von ≥3 antihypertensiven Substanzen in
    adäquater Dosierung und geeigneter Kombination (inkl. Diuretikum)
  • Ausschluss einer sekundären Hypertonieursache
  • Erhaltene Nierenfunktion (eGFR >45 ml/min/1,73 m2)
  • Geeignete Nierenarterienanatomie
    • keine signifikante Nierenarterienstenose
    • keine vorherige Nierenarterienintervention

Die koordinierte Abklärung kann zum Beispiel bei einem Bluthochdruckspezialisten (Hypertensiologe) oder in einem spezialisierten Hypertonie-Zentrum erfolgen. Im Rahmen der Abklärung erfolgt häufig die Vorstellung bei einem Kardiologen und Nephrologen, die den Patienten im wahrsten Sinne des Wortes auf „Herz und Nieren“ prüfen und damit die Bluthochdruckdiagnostik ergänzen. Kommt der Patienten für die renale Denervation in Frage, so sollte dieser Eingriff an einem Zentrum mit ausreichender Erfahrung und guten Voraussetzungen erfolgen. Auch für die strukturellen Voraussetzungen eines solchen Zentrums haben die Fachgesellschaften Empfehlungen ausgesprochen.

 

Strukturelle Voraussetzungen für die renale Denervation
  • Zentrum mit Hypertonie-Schwerpunkt
    • Abklärung aller Formen der sekundären Hypertonie (inkl. Labordiagnostik)
    • Mindestens zwei Hypertonie-Experten
  • Bereitstellung von 24h-Blutdruckmessung
  • Duplex-Sonographie (Nieren-Duplex-Sonographie)
  • CT- oder MR-Angiographie
  • Angiographie-Einheit
  • Expertise für interventionelle Eingriffe an Nierenarterien (>25 pro Jahr)
  • Interventionelle Angiographiebereitschaft
  • Dialysebereitschaft
  • Anbindung an gefäßchirurgisches Zentrum

Die ausführliche interdisziplinäre  Abklärung eines Patienten mit therapieresistenter Hypertonie sowie die Vorstellung in einem Zentrum mit Hypertonieschwerpunkt stellen sicher, dass die Diagnose einer therapieresistente Bluthochdruckerkrankung korrekt gestellt ist, der Patienten für die renale Denervation in Frage kommt und die Sicherheit und der Erfolg des Eingriffes soweit wie mögliche gewährleistet sind.

 

Wenn möglich versuchen wir in unserem Zentrum alle Patienten im Rahmen von klinischen Studien zu behandeln. Dieses Vorgehen gewährt ihnen ein besonders hohes Sicherheitsprofil während des Eingriffs sowie eine konsequente und gründliche Nachsorge im Anschluss an die Prozedur.