Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Innere Medizin III - Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin
Leitung: Prof. Dr. Michael Böhm
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Nierenarterienstenose

Eine Nierenarterienstenose kann die Ursache für eine sekundäre Form des Bluthochdrucks sein. Während jüngere Frauen häufiger an einer fibromuskulären Dysplasie leiden, tritt die arteriosklerotische Nierenarterienstenose gehäuft bei Männern im Alter über 60 Jahren auf. Häufig bestehen bei Patienten mit arteriosklerotischer Nierenarterienstenose kardiovaskuläre Begleit- und Folgeerkrankungen die für die hohe Morbidität und Sterblichkeit mitverantwortlich sind. Die farbkodierte Duplexsonographie ist Mittel der Wahl zum Screening und zur Verlaufskontrolle einer arteriosklerotischen Nierenarterienstenose. Alternativ ist es auch möglich die Nierenarterien mittels Magnet-Resonanz (MR)-Angiographie sowie Computertomographie (CT)-Angiographie darzustellen. Goldstandard der Diagnostik ist jedoch die Angiographie (=Renovasographie), die neben der exakten Beurteilung des Stenosegrades auch eine Messung der hämodynamischen Relevanz ermöglicht. Eine medikamentöse Therapie ermöglicht häufig den Blutdruck leitlinienkonform einzustellen, geht jedoch mit einem erhöhten Risiko für eine Verschlechterung der Nierenfunktion einher. Neben der antihypertensiven Medikamente sind Thrombozytenaggregationshemmer und Statine  wesentliche Bestandteile der Therapie. Die Leitlinien der Fachgesellschaften empfehlen eine Behandlung der Nierenarterienverengung  mittels Ballondilatation und Stentimplantation bei hämodynamisch relevanten  Nierenarterienstenosen (Engstellen >70 %), bei Patienten mit beidseitiger Stenose oder Stenose bei funktioneller Einzelniere, therapieresistentem Bluthochdruck, wiederkehrendem Lungenödem durch Blutdruckspitzen, zunehmender Verschlechterung der Nierenfunktion und jeder Form einer relevanten Stenose nicht arteriosklerotischer Genese (z.B. fibromuskulärer Dysplasie). Die Daten zur Blutdrucksenkung nach Revaskularisation variieren je nach Studie und die Auswertung wird durch Mängel im Studiendesign zusätzlich erschwert. Obwohl keine der randomisierten Studien eine signifikante Blutdruckreduktion zeigen konnte, war die antihypertensive Therapie in der Revaskularisationsgruppe niedriger. Eine gefäßchirurgische Rekonstruktion, sprich eine operative Behandlung, einer arteriosklerotisch bedingten Nierenarterienstenose wird aufgrund der operativen Morbidität nur in Ausnahmefall angewendet.

Ansprechpartner für Doppler-/Duplex-Sonographie

Dr. med.
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, Britta
Leiterin Angiologie
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Link Britta