Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin
Leitung: Prof. Dr. E.-F. Solomayer
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Liebe werdende Eltern,

 

die Schwangerschaft ist ein ganz neuer Lebensabschnitt, der viele Veränderungen mit sich bringt. Zunehmend wollen werdende Mütter und Väter möglichst viel über den vorgeburtlichen Zustand des entstehenden Kindes wissen. Dieses gilt insbesondere für Patientinnen mit familiär aufgetretenen Fehlbildungen oder genetischen Störungen, sowie für Frauen über 35 Jahre, die ein erhöhtes Risiko für eine kindliche Fehlanlage haben, aber auch für alle Eltern mit einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis für das ungeborene Kind. Es ist bekannt, dass auch 3-5 % der Kinder gesunder Eltern angeborene Fehlbildungen aufweisen und ca. 0,5 % der Neugeborenen Störungen der Erbanlagen (Chromosomenstörungen) haben. In unserer Klinik wird nicht nur eine umfassende vorgeburtliche Diagnostik und, falls möglich, bereits eine Therapie des Feten von einem hoch spezialisierten Team durchgeführt, sondern es wird der Patientin auch in enger Kooperation mit Kollegen angrenzender Fachgebiete wie z.B. Neonatologen, Kinderkardiologen, -chirurgen, Genetikern etc., eine umfassende Beratung bei kindlichen Auffälligkeiten angeboten. Damit können wir der Patientin eine optimale Betreuung vor, aber auch während und nach der Entbindung anbieten.

In der folgenden Übersicht können Sie einen Einblick in unser Spektrum an vorgeburtlicher Diagnostik und Therapie bekommen.

 

Prof. Dr. med Gabriele Mayberg-Solomayer, DEGUM III
Oberärztin und Leiterin der Schwangerenambulanz
und Fachabteilung Pränataldiagnostik

Untersuchungstermine in der Übersicht





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Vorgeburtliche Untersuchungen

Im Rahmen der vorgeburtlichen Untersuchungen bieten wir ein breites Spektrum sowohl diagnostischer, als auch therapeutischer Leistungen, auf hohem universitären Niveau an. Diese werden von DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin)- und FMF (Fetal Medicine Foundation) zertifizierten Spezialisten erbracht. Allgemein unterscheiden wir nicht-invasive von invasiven Untersuchungen. Zu den nicht-invasiven gehört in erster Linie die Ultraschallfeindiagnostik (auch z.B. „Fehlbildungsultraschall“ genannt), bei der das Kind genauestens von Kopf bis Fuß, einschließlich aller inneren Organe, beurteilt wird. In einigen Fällen kann es aber auch sinnvoll für Mutter und Kind sein, weiterführende nicht-invasive Untersuchungen, wie z.B. die Abklärung von mütterlichem Blut oder Urin durchzuführen. Bei speziellen Fragestellungen können andererseits invasive Untersuchungen, wie die Entnahme von Fruchtwasser, oder von Material aus dem Mutterkuchen, oder Blut aus der Nabelschnur etc., sinnvoll sein. Nach einer individuellen Beurteilung und ausführlichen Beratung entscheiden wir gemeinsam, welche Untersuchung für Sie am sinnvollsten ist. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über unser Leistungsspektrum. Falls Sie Fragen hierzu haben sollten, können wir Ihnen diese gerne individuell beantworten.

Nicht-invasive vorgeburtliche Untersuchungen

Mütterliche Bluttests

Tripletest

Es handelt sich um einen Bluttest, der ab der 16. SSW zur Risikoabschätzung von Chromosomenstörungen oder bestimmten kindlichen Fehlbildungen durchgeführt werden kann. Die Erkennungsrate von Chromosomenstörungen liegt bei ca. 60 %. Da mit dem sog. Ersttrimesterscreening, bei dem eine Nackentransparenzmessung in der Regel mit einer Blutentnahme (Untersuchung von freiem ß-HCG und PAPP-A) kombiniert wird, eine höhere Entdeckungsrate erreicht werden kann, kommt diesem Test heutzutage eine geringe Bedeutung zu.

Mütterlicher Bluttest im Rahmen des Ersttrimesterscreenings (Untersuchung von freiem ß-HCG und PAPP-A, s.o.)

Untersuchung von biochemischen Markern zur Risikoabschätzung von Chromosomenstörungen, welche in der Regel in Ergänzung zur Nackentransparenzmessung erfolgt. Durch die Kombination von Ultraschall und mütterlicher Blutuntersuchung kann ein höheres Maß an Sicherheit gewonnen werden.

TORCH-Serologie

Abklärung von mütterlichen Infektionskrankheiten wie Toxoplasmose, Röteln, Zytomegalie, Hepatitis, Herpes und anderen Erkrankungen.

Bluttests auf spezielle schwangerschaftsbedingte, sowie chronische mütterliche Erkrankungen

Untersuchung und Früherkennung von schwangerschaftsbedingten Erkrankungen wie z.B.:

  • Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie)
  • Schwangerschaftsdiabetes („Zuckerkrankheit“)
  • Thrombophilie (Thromboseneigung),
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen in der Schwangerschaft,
  • spezielle Lebererkrankungen (z.B. Schwangerschaftscholestase),
  • Bluterkrankungen und anderen Erkrankungen

 

 

 

Humangenetische Beratung

Laut Gesetzgeber muss vor und nach einer vorgeburtlichen Untersuchung eine humangenetische Beratung der Schwangeren erfolgen. Diese werden normalerweise von unserem hierzu ausgebildeten Ärzteteam, bei komplexeren Zusammenhängen aber auch in Kooperation mit speziellen Fachärzten für Humangenetik durchgeführt.

 

 

 

 

Ersttrimester-Screening - Nackentransparenz- bzw. Nackenfaltenmessung zur Risikoabklärung einer Chromosomenstörung (Störung der Erbanlagen) - Nackentransparenzmessung)

Darstellung der Nackentransparenz bei einem Fetus in 13. SSW

Unter der Nackentransparenz versteht man die mittels Ultraschall darstellbare Flüssigkeitsansammlung unter der kindlichen Haut im Nackenbereich. Die Dicke dieser Nackenfalte wird zwischen 11+0 und 13+6 SSW gemessen. Ist diese vergrößert, so ist das Risiko für eine Störung der Erbanlagen (Chromosomenstörung; z.B. Trisomie 21, d.h. Down-Syndrom/ Mongolismus) oder bestimmte Fehlbildungen (z.B. Herzfehler) erhöht. Anhand der gemessenen Werte lässt sich mittels einer speziellen Software das individuelle Risiko für die Patientin errechen. Mittels dieser Methode können unter Berücksichtigung des mütterlichen Alters ca. 80 % der Kinder mit den schwerwiegendsten Chromosomenstörungen erkannt werden. Die Sensitivität kann erhöht werden durch die Kombination mit einer Blutentnahme bei der Mutter (Bestimmung der Hormone PAPP-A und freies ß-HCG). Die Entdeckungsrate liegt dann bei ca. 90 %. Als neuer Screening-Parameter kann die Messung des fetalen Nasenbeins die Erkennungsrate von Trisomie 21 noch erhöhen. Mit Hilfe des Ersttrimesterscreenings kann der Patientin bei der Entscheidung für oder gegen eine invasive Diagnostik geholfen werden. Gerade Patientinnen über 35 Jahren, die ein erhöhtes Risiko für eine Trisomie 21 haben, kann so unter Umständen eine invasive Diagnostik (z.B. Amniozentese) erspart werden. Das Ersttrimesterscreening wird in unserer Klinik von speziell geschulten, zertifizierten Untersuchern (Fetal Medicine Foundation London) durchgeführt. Im Rahmen dieser Ultraschalluntersuchung wird der Fet auch erstmalig auf Fehlbildungen untersucht. Eine ausführliche Feindiagnostik zwischen der 20. und 22. SSW kann diese frühe Ultraschalluntersuchung jedoch nicht ersetzen.

 

 

 

 

Ersttrimester-Screening - Untersuchung der Gebärmuttergefäße zur Risikoabklärung einer Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsiescreening)

Bereits in der Frühschwangerschaft kann bei gefährdeten Patientinnen, z.B. im Rahmen des Ersttrimesterscreenings, über die Kombination aus mütterlichen Blutwerten und Dopplerultraschall das Risiko für eine Präeklampsie (= Gestose, = „Schwangerschaftsvergiftung“) abgeschätzt werden. Als Risikopatientinnen gelten diejenigen, welche z.B. schon vor der Schwangerschaft einen hohen Blutdruck aufwiesen, oder schon einmal in der letzten Schwangerschaft eine Präeklampsie oder ein Hellp-Syndrom (schwerere Form der Präeklampsie) hatten.

 

 

 

 

Zweit-/Dritttrimester-Screening - Sonographische Feindiagnostik des Feten - Fehlbildungsultraschall

Kindliches Gesicht im Profil

Zahlreiche kindliche Erkrankungen lassen sich mittels einer weiterführenden Feindiagnostik mit hochauflösenden Ultraschallgeräten frühzeitig erkennen. Idealerweise wird diese Untersuchung zwischen der 20.-22. SSW durchgeführt, weil zu diesem Zeitpunkt die Entwicklung der Organe bereits weitgehend abgeschlossen ist. In unserer Klinik wird eine solche Untersuchung von speziell geschulten, erfahrenen Untersuchern durchgeführt. Im Rahmen dieser Diagnostik werden unter anderem die kindlichen Organe wie z.B. das Herz oder die Nieren, aber auch andere Strukturen des Kindes wie z.B. das Gehirn, Gesicht (z.B. Ausschluß einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte) die Wirbelsäule (offener Rücken?), oder die Knochen beurteilt. In unserer Klinik wird nicht nur eine umfassende vorgeburtliche Diagnostik durchgeführt, sondern bestimmte Erkrankungen, wie z.B. eine kindliche Blutarmut aufgrund von Infektionen oder Blutgruppenunverträglichkeiten zwischen Mutter und Kind, können bereits pränatal von einem hochspezialisierten Team behandelt werden. In enger Kooperation mit Kollegen der angrenzenden Fachgebiete wie z.B. Neonatologen, Kinderkardiologen, -chirurgen, Genetikern etc., wird der Patientin eine umfassende Beratung bei kindlichen Auffälligkeiten angeboten. Bestimmte kindliche Erkrankungen oder Fehlbildungen können so nach Geburt gleich optimal versorgt werden, so daß das Kind möglichst gute Startmöglichkeiten hat. Manche Patientinnen wünschen keine invasive Diagnostik zur Abklärung von Störungen der Erbanlagen (Chromosomenstörungen). Als Alternative kann Ihnen eine sog. `genetische Sonographie` angeboten werden. Hier wird gezielt nach bestimmten für eine Chromosomenstörung charakteristischen Auffälligkeiten bzw. speziellen Markern gesucht, welches eine Risikoabschätzung bzgl. solcher Störungen zulässt. Man muss jedoch wissen, daß jede Art der nicht-invasiven und invasiven Diagnostik ihre Grenzen hat. Gerade bei ungünstiger Kindslage oder einer kräftigeren mütterlichen Bauchdecke kann die Untersuchung manchmal erschwert werden. Selbst bei sehr erfahrenen Untersuchern lässt sich kein 100%iger Fehlbildungsausschluß erreichen.

 

 

 

 

Zweit-/Dritttrimester-Screening - Ultraschalluntersuchung des fetalen Herzens - Fetale Echokardiographie

Herz: a/b) normaler 4-Kammerblick b) in der Farbdopplerdarstellung
Herz: Darstellung der Körperschlagader (Aorta) in der Farbdopplerdarstellung. RV= Rechter Ventrikel (Herzkammer), LV= Linker Ventrikel (Herzkammer), RA= Rechte Vorkammer (Atrium), LA= Linke Vorkammer (Atrium)

Mittels einer speziellen Feindiagnostik wird das Herz des Kindes genauer untersucht. Unter zusätzlichem Einsatz der (Farb-)Dopplertechnik können der Blutfluß direkt im Herz, aber auch in den Gefässen des Herzens gemessen werden. Zahlreiche Herzfehler können so schon vorgeburtlich erkannt werden. Kinderkardiologen und Herzchirurgen können frühzeitig in die Beratung der Patientin eingebunden werden, so daß eine optimale Betreuung bei Geburt gewährleistet ist. Eine frühe fetale Echokardiographie kann im Rahmen der Ersttrimesterdiagnostik zwischen 12 und 14 SSW durchgeführt werden. Allerdings ist aufgrund der geringen Grösse des Herzens die Zuverlässigkeit noch eingeschränkt, so daß eine Kontrolle zwischen der 20.-22. SSW empfohlen wird.

 

 

 

 

 

 

Spezielle Ultraschalluntersuchung des fetalen Gehirns - fetale Neurosonographie - fetale Kernspintomographie (MRT)

Die Untersuchung des kindlichen Gehirns stellt einen wesentlichen Baustein in der fetalen Fehlbildungsdiagnostik dar. Bei speziellen Fragestellungen wird eine noch detailliertere Untersuchung der Hirnstrukturen durchgeführt. Diese kann bei entsprechender Indikation noch durch eine vorgeburtliche Kernspintomographie (MRT) ergänzt werden.

 

 

Ultraschalluntersuchung der mütterlichen und kindlichen Durchblutung (Farbdopplersonographie)

Dopplerspektrum der Nabelschnurarterie
Dopplerspektrum einer Gebärmutterarterie

Die Durchblutung der Nabelschnur, der kindlichen Gefässe und des Mutterkuchens (Plazenta) zwecks Überprüfung der Versorgungslage wird mittels einer speziellen Ultraschalltechnik, der (Farb-) Dopplersonographie durchgeführt. Auffällige Blutflußmuster können auf eine Mangelversorgung des Feten (Plazentainsuffizienz) oder Auffälligkeiten im Kreislauf der Mutter (z.B. erhöhtes Risiko für einen schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck, oder Präeklampsie) hinweisen. Mittels dieser Untersuchung können solche Probleme rechtzeitig erkannt und die Patientin entsprechend überwacht werden.

3D/4D-Ultraschall

3D-Darstellung eines Feten in der Früh-Schwangerschaft (a) und Spät-Schwangerschaft (b)

Die 3D-Sonographie erlaubt die dreidimensionale Darstellung von Strukturen. Bestimmte Auffälligkeiten wie z.B. eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte oder andere Fehlbildungen können den werdenden Eltern besser demonstriert werden, eine dreidimensional dargestellte intakte Struktur kann die Eltern aber auch im Zweifelsfall beruhigen.

Bei der vorgeburtlichen 3D-Untersuchung kann das Kind plastisch dargestellt werden, was die Mutter-Kind-Bindung stärkt.

Die Durchführbarkeit hängt aber wesentlich von den zugrundeliegenden Untersuchungsbedingungen ab, z.B. ob genügend Fruchtwasser vorhanden ist, von der Kindslage, dem Schwangerschaftsalter und der mütterlichen Konstitution. Der 3D-Ultraschall kann jedoch die konventionelle 2D-Sonographie nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen und sollte daher nicht isoliert eingesetzt werden.

4D-Sonographie bedeutet 3D-Ultraschall am bewegten Bild, d.h. eine 3D-Untersuchung live.

Nicht-invasive pränatale Tests (NIPT)

z.B. Praenatest oder Panoramatest zur Risikoabklärung von Chromosomenstörungen (Erbanlagenstörungen). Mittels eines mütterlichen Bluttests kann eine vorgeburtliche Untersuchung auf die 5 wichtigsten Störungen der Erbanlagen wie Trisomie 21 (Morbus Down, „Mongolismus“), Trisomie 18, Trisomie 13, Monosomie X (Turner-Syndrom) und Triploidie erfolgen. Diese Untersuchung kann ab der 9+0 Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Innerhalb von 2 Wochen erhalten Sie das Ergebnis, welches Ihnen dann im Rahmen einer genetischen Beratung mitgeteilt wird.

Beratung bei speziellen schwangerschaftsbedingten, oder chronischen mütterlichen Erkrankungen, Mehrlingsschwangerschaften

Manche mütterliche Erkrankungen stehen in Zusammenhang mit der Schwangerschaft wie z.B. die Präeklampsie („Schwangerschaftsvergiftung“, s.o.), oder eine bestimmte Form des Bluthochdrucks (schwangerschaftsinduzierter Hypertonus). Viele Erkrankungen bestehen aber auch schon vor Eintritt einer Schwangerschaft. In beiden Fällen werden Sie in unserer Klinik kompetent beraten und begleitet, falls notwendig auch von verschiedenen Fachrichtungen.

Eine besondere Bedeutung kommt auch den Mehrlingsschwangerschaften (z.B. Zwillinge oder Drillinge) zu. Auf diesem Gebiet verfügt unser Pränatalteam über eine seit langem bestehende Expertise. Wir stehen Ihnen dabei von Anbeginn der Schwangerschaft bis zur Geburt mit Rat und Tat zur Seite.

Gynäkologische Ultraschalluntersuchung

Gebärmutterdarstellung in der Transvaginalsonographie

Mittels modernster Ultraschalltechnologie unter ergänzendem Einsatz der Farbdopplersonographie können von der Scheide aus (Transvaginal-Ultraschall) oder über die Bauchdecken (Transabdominal-Ultraschall) u.a. die Gebärmutter und die Eierstöcke dargestellt werden. So können einerseits z.B. Myome erkannt, genauer lokalisiert und ihr Wachstum beurteilt werden, oder auch Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut erfasst werden. Es kann auch z.B. der Sitz einer Spirale kontrolliert werden. Andererseits können gutartige oder möglicherweise bösartige Veränderungen der Eierstöcke frühzeitig entdeckt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Diese Untersuchung bietet auch eine wichtige Entscheidungshilfe für oder gegen eine Operation.

 

 

 

Invasive vorgeburtliche Untersuchungen

Fruchtwasseruntersuchung (Amniocentese)

Schematische Darstellung einer Amniocentese

Unter kontinuierlicher Ultraschallsicht wird über die mütterlichen Bauchdecken eine dünne Nadel in die Fruchthöhle eingeführt. Es werden ca. 15 ml Fruchtwasser entnommen. Der Eingriff kann ab der 15. SSW durchgeführt werden, der ideale Untersuchungszeitpunkt ist aber in der 16./17. SSW. Die Untersuchung ist nicht oder nur wenig schmerzhaft, eine örtliche Betäubung ist nicht erforderlich, und sie dauert nur wenige Minuten. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt, d.h. die Patientin kann nach einer kurzen Ruhephase wieder nach Hause gehen. Das Fehlgeburtsrisiko ist gering und liegt etwa bei 0,5-1 %. Die Patientin sollte sich in den kommenden 2-3 Tagen körperlich schonen. Wir empfehlen eine Kontrolluntersuchung beim Frauenarzt 1-2 Tage nach dem Eingriff. Bei Rhesus negativen Müttern wird im Anschluß an den Eingriff ein Impfstoff gespritzt um Blutgruppenunverträglichkeiten zwischen Mutter und Kind zu vermeiden.

Das Ergebnis liegt nach ca. 2 Wochen vor. Bei unserer Untersuchung wird zudem routinemäßig ein Schnelltest (PCR, ggf. auch „FISH-Test“) durchgeführt, der nach 2-3 Tagen ein Ergebnis über einige der wichtigsten Chromosomenstörungen liefert. Der Eingriff wird durchgeführt, wenn die Patientin den verbindlichen Ausschluss einer Störung der Erbanlagen (Chromosomenstörung) wünscht, z.B. aufgrund erhöhtem Risiko für eine Trisomie 21 (Down-Syndrom) wegen mütterlichem Alter über 35 Jahre, familiären Erbkrankheiten, oder bei kindlichen Auffälligkeiten.

 

Punktion des Mutterkuchens (Chorionzottenbiopsie)

Schematische Darstellung einer Chorionzottenbiopsie

Die Chorionzottenbiopsie kann bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft, d.h. ab der 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Unter ständiger Ultraschallsicht wird eine Nadel über die mütterlichen Bauchdecken (selten über die Scheide) in den Mutterkuchen (Plazenta) vorgeschoben. Über die Nadel werden Zellen des Mutterkuchens entnommen. Die Untersuchung ist nicht oder nur wenig schmerzhaft und dauert nur wenige Minuten. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt, d.h. die Patientin kann nach einer kurzen Ruhephase wieder nach Hause gehen. Das Fehlgeburtsrisiko liegt aufgrund des früheren Untersuchungszeitpunktes (innerhalb der ersten 14 Schwangerschaftswochen besteht allgemein noch ein erhöhtes spontanes Fehlgeburtrisiko) geringfügig höher als bei der Fruchtwasserpunktion. Die Patientin sollte sich in den kommenden 2-3 Tagen körperlich schonen. Wir empfehlen eine Kontrolluntersuchung beim Frauenarzt 1-2 Tage nach dem Eingriff. Bei Rhesus negativen Müttern wird im Anschluss an den Eingriff ein Impfstoff gespritzt um Blutgruppenunverträglichkeiten zwischen Mutter und Kind zu vermeiden.

Ein bis zwei Tage später liegt ein vorläufiges Ergebnis über die Struktur und Zahl der Chromosomen (Kurzzeitkultur) vor. Das abschließende Ergebnis liegt nach ca. 2 Wochen vor. Der Eingriff wird durchgeführt, wenn die Patientin den verbindlichen Ausschluss einer Störung der Erbanlagen (Chromosomenstörung) wünscht, z.B. aufgrund erhöhtem Risiko für eine Trisomie 21 (Down-Syndrom) wegen mütterlichem Alter über 35 Jahre, familiären Erbkrankheiten, oder bei kindlichen Auffälligkeiten.

Nabelschnurpunktion (Fetalblutanalyse)

Schematische Darstellung einer Nabelschnurpunktion

Bei der Nabelschnurpunktion wird eine geringe Menge kindlichen Blutes entnommen. Sie erlaubt eine schnelle Bestimmung von Störungen der Erbanlagen (Chromosomenstörung), wird aber auch z.B. zum Ausschluss einer kindlichen Blutarmut (Anämie) eingesetzt, die bei Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind oder Infektionen auftreten kann. Die Untersuchung ist erst ab ca. 18 Schwangerschaftswochen möglich. Unter kontinuierlicher Ultraschallsicht wird über die mütterlichen Bauchdecken eine dünne Nadel zunächst in die Fruchthöhle und dann in die Nabelschnur eingeführt. Von dort werden ca. 2 ml Blut entnommen. Das Eingriffsrisiko ist etwas höher als bei der Chorionzottenbiopsie. Das Ergebnis der Chromosomenanalyse liegt bereits nach 2-3 Tagen vor. Eine kindliche Blutarmut kann sofort erkannt werden. In diesem Falle ist eine direkte Behandlung des Kindes möglich indem ihm Blut über die Nabelvene (Nabelschnurtransfusion) gegeben wird.

Nabelschnurtransfusion

Aufgrund von Blutgruppenunverträglichkeiten zwischen Mutter und Kind oder Infektionen (z.B. Ringelröteln) kann es zu einer kindlichen Blutarmut (Anämie) kommen. Falls ein solches Problem bei ihrem Kind mittels Nabelschnurpunktion festgestellt wird, kann eine direkt Behandlung erfolgen indem dem Kind über die Nabelvene Blut zugeführt wird (Nabelschnurtransfusion).

Fetalpunktion/ Fetale Therapie

In einigen Fällen kann es notwendig sein den Fetus selbst zu punktieren. Dieses kann zu diagnostischen als auch zu therapeutischen Zwecken erfolgen. Es wird so z.B. die kindliche Harnblase bei Verdacht auf eine Fehlbildung im Urogenitalsystem punktiert, oder bei einigen Fällen von Wasseransammlung in der Lunge (Hydrothorax) der Pleuraspalt. In seltenen Fällen kann auch die Einlage eines kleinen Schlauches (Shunt, Katheter) notwendig werden, um einen kontinuierlichen Ablauf von solchen krankhaften Wasseransammlungen zu gewährleisten und damit eine möglichst normale Entwicklung des Kindes zu erreichen. Ein solcher Eingriff erfolgt unter Gabe von Schmerz- und Beruhigungsmitteln für Mutter und Kind. In einigen Fällen besteht beim Kind eine Blutarmut, die über die kindliche Nabelschnur ausgeglichen werden kann (s. Nabelschnurpunktion, Nabelschnurtransfusion).

Einige Kinder weisen manchmal Störungen des Herzrhythmus (Arrhythmie) auf, die therapiert werden müssen, damit das Kind nicht beeinträchtigt wird. Es kann dann notwendig sein, das Kind im Mutterleib entweder über die Mutter, oder direkt mit Medikamenten zu behandeln. Manchmal kommt es vor, dass in einer Schwangerschaft das Kind über viel zu wenig Fruchtwasser verfügt. In einigen Fällen kann dann aus diagnostischen Gründen evtl. eine Fruchtwasserauffüllung durchgeführt werden. Je nach Ursache gibt es einige seltene Fälle, bei denen eine Fruchtwasserauffüllung auch aus therapeutischen Gründen durchgeführt wird. Falls ein solches Problem bei Ihnen vorliegt beraten wir Sie gerne, was für Sie infrage kommt.

Termine

Termine

In der Schwangerschaft ist es von entscheidender Bedeutung, zu welchem Zeitpunkt die jeweiligen Untersuchungen durchgeführt werden. Im folgenden finden Sie daher einen Überblick über die optimalen Untersuchungzeitpunkte.

Nackentransparenzmessung

11+0 bis 13+6 SSW (Scheitel-Steiß-Länge 45–84mm)
Ultraschall-Feindiagnostik

idealerweise 20.- 22. SSW, ggf. früher oder später
Fetale Echokardiographie

idealerweise 20.- 22. SSW, ggf. früher oder später
Fetale Dopplersonographie

ab der 24. SSW
Amniozentese

ab der 15. SSW (idealerweise 16. SSW)
Chorionzottenbiopsie

ab 11+0 SSW
Nabelschnurpunktion/-transfusion

ab ca. 18 SSW
Fetalpunktion/ Shunteinlage

In Abhängigkeit vom Befund individuell

Leitung Pränatale Diagnostik und Therapie, gynäkologische Sonographie


Leitung

Prof. Dr. med.
Gabriele Meyberg-Solomayer
DEGUM III
Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
FMF-zertifiziert
Telefon

0 68 41 - 16 - 2 81 45
E-Mail

gabriele.meyberg-solomayer
@uks.eu

Sprechzeiten
Nach telefonischer Vereinbarung
Montag bis Donnerstag 8 bis 16 Uhr
Freitag 8 bis 13 Uhr

Weitere Ansprechpartner Pränatale Diagnostik und Therapie, gynäkologische Sonographie

Oberarzt
PD Dr. med. Zoltan Takacs
DEGUM II
Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
FMF-zertifiziert
Telefon

0 68 41 - 16 - 2 81 45
E-Mail

zoltan.takacs @uks.eu


Oberärztin

Dr. Adriana Mezey
Telefon

0 68 41 - 16 - 2 81 45
E-Mail

adriana.mezey @uks.eu

Funktionsoberärztin
Dr. med. Russalina Ströder
Telefon

0 68 41 - 16 - 2 81 45
E-Mail

russalina.stroeder @uks.eu