Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie
Leitung: Prof. Dr. Matthias Glanemann
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Der Roux-en-Y-Magenbypass

Der Roux-en-Y-Magenbypass ist eine der Standardoperationen in der Adipositaschirurgie und zählt zu den weltweit am häufigsten durchgeführten Verfahren. Der Eingriff führt zu einer Gewichtsreduktion von 60% bis 70% des Übergewichts in den ersten zwei Jahren nach der Operation. Im Rahmen der Operation wird am Mageneingang eine etwa 30 ml fassende Tasche (sogenannter Magenpouch) gebildet. Der Hauptteil des Magens wird ausgeschaltet, verbleibt jedoch im Bauchraum. Die Magentasche wird anschließend mit dem Dünndarm verbunden, wobei eine bestimmte Strecke des Dünndarms von der Nahrungspassage ausgeschlossen wird. Der Hauptmechanismus für den Gewichtsverlust ist die Nahrungsrestriktion. Hormonale Veränderungen (GLP-1 Hormon, Ghrelin) unterstützen nicht nur die Gewichtsabnahme, sondern beeinflussen auch die Insulinregulation. Aus diesem Grund ist das Verfahren besonders bei Diabetikern geeignet, da es häufig schon nach wenigen Tage zu einer Reduktion der oralen Antidiabetika und sogar der Insulinzufuhr kommt. Teilweise kann diese im Verlauf der Therapie vollkommen beendet werden. Aus diesem Grund werden im Rahmen von Studien mittlerweile auch Patienten mit einem BMI zwischen 26 bis 35 kg/m2 und einem insulinpflichtigen Diabetes operiert. Der Magenbypass beseitigt zudem auch einen gastroösophagealen Reflux und ist dadurch eine effektive Therapiemaßnahme zur Behandlung von Refluxbeschwerden. Die Magenbypassoperation wird laparoskopisch, d.h. über 4-5 Einstiche in der Bauchdecke durchgeführt. Vor der Operation ist eine vierwöchige Flüssigkostphase einzuhalten. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass es hierdurch zu einer Verbesserung der verschiedenen Organfunktionen kommt, was die Grundlage für einen erfolgreichen und sicheren Operationsverlauf ist. Zudem führt eine präoperative Gewichtsreduktion von ca. 5% des Körpergewichts zu einer besseren langfristigen Gewichtsabnahme. Eine parallele Änderung des Essverhaltens und daraus resultierend des Lebensstils ist wie bei jedem adipositaschirurgischen Eingriff für den Erfolg dringend erforderlich. Eine lebenslange Substitution von Vitaminen und Spurenelementen ist elementar, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

 

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