Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie
Leitung: Prof. Dr. Matthias Glanemann
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Magenband

Durch die Implantation des Magenbandes wird ein kleiner Pouch (Vormagen) gebildet. Die innere Oberfläche des Bandes ist mit destilliertem Wasser auffüllbar. Je nach Füllungszustand ändert sich der innere Durchmesser des Bandes und bedingt damit die Steuerbarkeit des Durchlasses von dem Vormagen in den Hauptmagen. Das Band wird mit der unter der Haut gelegenen Steuerkammer (Port) durch ein langes Silikonband verbunden. Die alleinige Restriktion verlangt eine hohe Compliance (Mitarbeit) des Patienten. Das Prinzip besteht darin, dass nach Platzierung des Magenbandes die Patienten ihre Flüssigkostphase zunächst fortsetzen und nach 3 Wochen erneut einbestellt werden. Haben die Patienten mehr als 5 bis 7 kg abgenommen, so wird zugewartet, bis die Gewichtsabnahme stagniert. Es gibt Patienten, die allein durch die Implantation des Magenbandes ausreichend an Gewicht abnehmen, ohne dass das Band jemals durch Punktion der Portkammer eingestellt wurde. Kommt es zum Gewichtsstillstand oder die Patienten haben nicht ausreichend in der Initialphase abgenommen, dann wird mit einer sehr feinen dünnen Nadel die Portkammer unter der Haut unter Durchleuchtung punktiert und das Magenband mit 2-3 ml destilliertem Wasser aufgefüllt. Nach Entfernung der Portnadel werden die Patienten angehalten am gleichen Tage nur flüssige Nahrung zu sich zu nehmen. Sie müssen unmittelbar vor Verlassen des Krankenhauses in der Lage sein ausreichend zu trinken. Am nächsten Tag sollten die Patienten entsprechend der Ernährungsempfehlung sehr gut kauen und langsam essen, so dass zwischen jedem Schluckakt min. zwei Minuten vergehen. Erfolgreich eingestellt sind die Patienten in der Lage 40 bis 50 % ihres Übergewichtes innerhalb von einem Jahr zu verlieren.

 

Gefahren nach Magenbandimplantation

Während es bei der Magenbandeinlage kaum zu Komplikationen kommen kann, treten diese manchmal - auch noch nach Jahren! - nach der Implantation auf: am häufigsten ist das sog. „Slippage“, d.h. das Verrutschen des Magens durch das Magenband, wodurch es zu einem Verschluss der Durchtrittsstelle kommt. Zeichen sind die Unfähigkeit zu trinken und unstillbares Erbrechen. In diesem Fall muss eine sofortige Vorstellung in einem Adipositas-Zentrum erfolgen. Kann durch Entblocken des Magenbandes, d.h. Entfernung der gesamten Füllmenge aus dem Portsystem, nicht eine Passage für das Röntgen-Kontrastmittel durch das Band erreicht werden, so muss notfallmäßig durch eine Operation das Band geöffnet und entfernt werden. Eine weitere postoperative Komplikation ist die Magenbandmigration, d.h. das Einwachsen des Magenbandes in den Magen. Eine erneute Gewichtszunahme oder Schmerzen im Bereich der Portkammer (ggf. auch Rötung, Schwellung oder Infektion) können Zeichen einer Magenbandmigration sein. In diesen Fällen muss eine endoskopische Diagnostik erfolgen und das Magenband entfernt werden.