Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Leitung: Univ. Prof. Dr. med. Ch. Rübe
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Geräte & Technik

Die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie verfügt als Universitätsklinik über eine sehr umfangreiche Ausstattung aus hochmodernen Bestrahlungsgeräten sowie in Kooperation mit den Kliniken für diagnostische Radiologie und für Neuroradiologie sowie der Nuklearmedizin über sämtliche bildgebende Verfahren zur Durchführung von Hochpräzisions-Strahlentherapie.

 

Linearbeschleuniger

Die Klinik verfügt über drei neue Linearbeschleuniger mit verschiedenen Photonen und Elektronenenergien von sechs MV bis 18 MeV; alle drei Linearbeschleuniger sind auf dem aktuellsten Stand der Technik und verfügen über umfassende Möglichkeiten zur Anwendung von Spezialtechniken der modernen Strahlentherapie.

So ist an allen drei Geräten die Bestrahlung mit sog. 160 Lamellen-Kollimatoren zur IMRT möglich, alle Geräte verfügen über cone-beam-CT-Einheiten zur bildgeführten Strahlentherapie. Aufgrund der umfangreichen Ausstattung der Geräte mit zahlreichen Variationsmöglichkeiten, sind eine hoch individualisierte Tumortherapie und eine sehr hohe Präzision gewährleistet. Zudem besteht ein effizientes Ausfallkonzept bei Wartung oder Reparatur eines Bestrahlungsgerätes. Ein Team von Technikern vor Ort sichert hohe Qualitätsstandards bei Betrieb und Wartung.

 

Computertomographie

Der Klinik steht ein sog. Big Bore - Computertomograph zur Durchführung der Bestrahlungsplanungs-Computertomographie zur Verfügung. Es handelt sich um ein hochmodernes Gerät  mit einer übergroßen Untersuchungsöffnung, die alle notwendigen Lagerungsvarianten ermöglicht. Die Bildakquisition erfolgt sehr rasch. Die hier angefertigten computertomographischen Bilder dienen als Grundlage der individuellen, hochpräzisen Strahlentherapie und werden digital in die Bestrahlungsplanungssysteme eingelesen.

Die Verfügbarkeit eines eigenen Computertomographen ermöglicht z.B., verschiedene Lagerungstechniken (z. B. Bauchlage versus Rückenlage) zur Festlegung der bestmöglichen Strahlführung zu testen und die für den Patienten beste Position auszuwählen.

Ein spezielles computergesteuertes Laser-Lagerungssystem mit beweglichen Raumlasern ersetzt einen Therapiesimulator vollständig und sorgt für eine exakte und reproduzierbare Körperpositionierung und Zielpunktfestlegung (echte virtuelle Simulation).

 

Brachytherapie

Die Klinik verfügt über eine neue Bestrahlungsanlage zur Brachytherapie; sie verfügt über sämtliche Möglichkeiten der modernen Brachytherapie, schwerpunktmäßig an Speiseröhre, Luftröhre, Kopf-Hals-Bereich und speziell auch im gynäkologischen Bereich, hier v.a. im Gebiet der Teilbrustbestrahlung bei Behandlung des Brustkrebses.

 

In Zusammenarbeit mit der Klinik für Frauenheilkunde wird eine Brachytherapieanlage zur Behandung von Gebärmutterhalskrebs und Gebärmutterkrebs betrieben.

 

Außerdem besteht an einer weiteren Anlage die Möglichkeit zur Teilbrustbestrahlung, hier kann die in zwei Tagen durchzuführende Brachytherapie in speziellen Fällen eine Ganzbrustbestrahlung ersetzen. Eine weitere Form der Teilbrustbestrahlung wird intraoperativ mittels IntraBeam-Therapiegerät  angeboten.

 

Stereotaxie und Radiochirurgie

Zur stereotaktischen Bestrahlung und zu radiochirurgischen Verfahren steht ein eigener Spezialkollimator (ModuLeafMultileafCollimator) zur Verfügung. Er erlaubt mit höchster Präzision, die Bestrahlung individuell an die Tumorausdehung anzupassen und garantiert die bestmögliche Schonung der umliegenden Normalgewebe. Die stereotaktische Bestrahlung bzw. die Radiochirurgie wird vornehmlich zur Behandlung von Hirntumoren und Hirnmetastasen eingesetzt, ist jedoch auch an anderen Lokalisationen (Lungenherde, Lebermetastasen, Tumoren und bei gutartigen intrakraniellen Tumoren) anwendbar.

 

Intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT)

Sämtliche Formen der intensitätsmodulierten Strahlentherapie in zahlreichen Anwendungsgebieten werden an allen drei Linearbeschleunigern durchgeführt. Dadurch wird eine optimale Schonung strahlenempfindlicher Normalgewebe bei voller Dosis im Tumorbereich sichergestellt.

 

Image-guided (bildgeführte) Strahlentherapie (IGRT)

Alle verfügbaren Techniken der bildgeführten Strahlentherapie kommen zum Einsatz:

Jeder der drei Linearbeschleuniger ist sowohl mit hochwertiger 2D-Bilderzeugung als auch mit cone-beam-CT ausgestattet.

Zusätzlich steht eine eigene Röntgenkomponente (ExacTrac) zur Verfügung. Mit diesen Methoden kann unmittbar vor der Bestrahlung eine Lagekontrolle bzw. Lagekorrektur durchgeführt werden um eine höchstmögliche Genauigkeit zu erreichen.

 

Bestrahlungsplanungssysteme

Die Klinik verfügt über mehrere verschiedene Bestrahlungsplanungssysteme, um eine indikationsbezogen optimale Planung der Behandlung zu ermöglichen.

Das Pinnacle-System ist an sieben Planungsstationen installiert und dient zur individuellen Berechnung der Strahlführung und der Dosisverteilung in der dreidimensionalen Rekonstruktion der bestrahlten Tumorgebiete. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier in der Planung intensitätsmodulierter Therapieapplikationen (IMRT). Aufgrund der vorhandenen Kapazität kann für jeden Patienten die individuell beste Strahlführung am Computer berechnet und entsprechend ausgewählt werden. Das System verfügt über Techniken zum Einlesen sämtlicher bildgebender Diagnostik inklusive Kernspintomographie, PET und PET-CT und Angiographien.

Es steht ferner ein Brainlab-Stereotaxie-Bestrahlungsplanungssystem zur Verfügung, mit Hilfe dessen CT-, Angiographie und MRT-Datensätze zur hochpräzisen Bestrahlungsapplikation verarbeitet werden können. Es stehen eine Moduleaf-Collimator und diverse Rundtuben zur Verfügung, das Indikationsspektrum reicht von der Behandlung von Hirnmetastasen bis hin zu gutartigen Erkrankungen wie der arterio-venösen Malformation und des Akustikusneurioms als Einzeit- oder fraktionierte Bestrahlungen in Maskenfixation oder Fixation im Stereotaxierahmen.

Es werden mehrere Brachytherapie-Planungssysteme vorgehalten, mit denen die bedarfsgerechte Brachytherapieplanung bis hin zur individuellen CT-gestützten, 3D-konformalen Planung durchgeführt wird.

 

Kernspintomographie

Die Klinik für Strahlentherapie verfügt über eigenen Zugang mit Nutzungszeiten an den Kernspintomographiegeräten der Kliniken für diagnostische Radiologie bzw. für Neuroradiologie, die vor allem bei der Bestrahlungsplanung von Hirntumoren, des Prostatakarzinomes und der Weichteilsarkome grundsätzlich eingesetzt werden. Die in Bestrahlungsposition angefertigten Bilder werden digital in die Bestrahlungsplanungssysteme eingelesen und dienen zusammen mit den computertomographischen Bildern als Grundlage für die Festlegung der Bestrahlungsgebiete.

 

Positronenemissions-Tomographie (PET) + Computertomographie (CT)

In Kooperation mit der Klinik für Nuklearmedizin werden u.a. bei Patienten mit Lungenkrebs in einer hochstandardisierten Form PET-Bilder angefertigt, die zusätzliche Informationen über die Tumorausdehnung geben und ähnlich wie Bilder der Kernspintomographie in die Bestrahlungsplanungssysteme eingelesen werden und ebenfalls als Grundlage der Tumorgrößenbestimmung dienen. Hierdurch ist eine zusätzliche Information zur Computertomographie bezogen auf Tumoraktivität und Tumorstoffwechsel als Grundlage der Bestrahlungsplanung gegeben. Zusätzlich steht mit dem PET-CT eine hervorragende Möglichkeit zur Erhebung eines Ausgangsbefunds und für Verlaufskontrollen bei Tumorerkrankungen zur Verfügung.

 

Digitale Datenverarbeitungssysteme

Neben dem Anschluss an das Klinikinformationssystem und das PACS-System mit Übermittlung von Labor- und Bilddaten aus dem gesamten Klinikum sowie entsprechender Arztbrief- und Befunderfassung verfügt die Klinik über ein eigenes Datenprogramm mit Erfassung sämtlicher für die Strahlentherapie relevanter Daten und Befunde; dieses System ist an allen Computer-Arbeitsplätzen in der gesamten Klinik verfügbar und ermöglicht eine rasche und reibungslose Koordination an den verschiedenen Behandlungsplätzen, sichert die lückenlose Information über den aktuellen Behandlungsstand der Patienten und erleichtert die effiziente Terminplanung.

Physik Strahlentherapie

Dr. rer. nat. Frank Nüsken

Leitender Physiker

Tel.: 06841/16-24809


Weitere Mitarbeiter:
Die Medizinphysiker der Strahlentherapie