Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Leitung: Univ.-Prof. Dr. med. Arno Bücker M.Sc.
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Embolisation der Kniegelenksarterien (GAE)

Die Arthrose des Kniegelenks (Gonarthrose) ist eine degenerative Erkrankung, deren Verlauf nicht umkehrbar ist und die mit deutlicher Einschränkung der physischen Aktivität und Lebensqualität aufgrund chronischer Schmerzen einhergehen kann. Die bis dato klinisch etablierten Behandlungskonzepte beinhalten neben der konservativen medikamentösen Therapie auch Operationen bis hin zum künstlichen Kniegelenk (Kniegelenkprothese), abhängig von Schweregrad der Arthrose und Intensität der Schmerzen. Eine Vielzahl von Patienten sprechen -vor allem im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung- auf konservative Therapien nicht mehr an und können nicht dauerhaft Schmerzmittel einnehmen.
Des Weiteren sind einige Patienten noch zu jung oder andere zu krank, um eine Kniegelenkprothese zu erhalten. Außerdem klagen bis zu 10 % der Patienten über weiterhin bestehende Schmerzen nach einem künstlichen Kniegelenk. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, in einigen Fällen liegt eine geringradige („low-grade“) Entzündungsreaktion zugrunde.

 

Die interventionelle Schmerztherapie in Form der temporären Embolisation der A. genicularis (Kniegelenksarterie; Geniculararterienembolisation = GAE oder auch transarterielle periartikuläre Embolisation = TAPE) stellt eine neue Form der Therapie bei der Gonarthrose dar. Die initialen Ergebnisse dieser Methode sind seit den ersten veröffentlichten Studien 2015 vielversprechend. Nach einer lokalen Betäubung (Lokalanästhesie) in der Leiste wird ein kleiner Katheter in die Hauptschlagader des Beins (A. femoralis com.) eingebracht und zu den Kniegelenk versorgenden Gefäßen vorgeführt. Die einzelnen kleinen Gefäße, welche das Kniegelenk versorgen werden gezielt (superselektiv) mittels eines Mikrokatheters (Durchmesser 0,51 mm) sondiert. Lässt sich eine Entzündungsreaktion durch eine vermehrte Kontrastmittelaufnahme („Blush“) beweisen, wird ein Medikament gespritzt, was die kleinsten Gefäße zeitweise verschließt (Embolisation).

Nach der Embolisation werden die Katheter wieder entfernt und die Punktionsstelle mittels manueller Kompression verschlossen. Eine Bettruhe von mindestens 6h und ein Druckverband für 24h sind nach dem Eingriff notwendig. Deshalb ist für Sie ein Krankenhausaufenthalt mit einer Übernachtung zu planen.
Körperliche Einschränkungen sind – abgesehen von zwei Tagen ohne Sport – nach dem Eingriff nicht zu erwarten.

 

Anbei ein Behandlungsbeispiel aus unserer Klinik:

 

Abbildung: Gefäßdarstellung nach selektiver Sondierung der A. genicularis sup. med. vor und nach Medikamentengabe. Die zuvor abgrenzbaren hypervaskularisierten Anteile am Knie lassen sich nach der Gabe des Medikaments nicht mehr abgrenzen.

 

Abbildung: Gefäßdarstellung nach selektiver Sondierung der A. genicularis lat. sup. vor und nach Medikamentengabe. Die zuvor abgrenzbaren hypervaskularisierten Anteile am Knie lassen sich nach der Gabe des Medikaments nicht mehr abgrenzen.


Welche Risiken bestehen?

Prinzipiell kann es zu Blutungen, Infektionen, Gefäßverschlüssen und fehlendem therapeutischen Effekt kommen. Mögliche Konsequenzen hieraus wären eine erneute Intervention oder eine Operation.

 

Welche Studiendaten stehen aktuell zur Verfügung?

Literatur:

 

Die Planung der Embolisation erfolgt stets in enger Kooperation mit der Homburger Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie. Ein Vorteil des von uns angebotenen Verfahrens liegt darin, dass eventuelle operative Eingriffe an dem behandelten Kniegelenk durch die Kollegen der Orthopädie später immer noch möglich sind. Trotzdem ist eine korrekte und strenge Indikationsstellung überaus wichtig und erfolgt deshalb bei uns immer zusammen mit den orthopädischen Kollegen. Sollten Sie Interesse oder weiteren Informationsbedarf haben, so wenden Sie sich gerne zu einer persönlichen Beratung an:

 

Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie:

Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. med. Arno Bücker, M.Sc.

Interventionelle Radiologie Prof. Dr. med. Peter Minko, MBA

Sekretariat

Kirrberger Straße, Geb. 50.1

66421 Homburg/Saar

Telefon 06841 1624600

E-Mail: peter.minko @uks.eu

Ansprechpartner

Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie:

Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. med. Arno Bücker, M.Sc.

Interventionelle Radiologie Oberarzt Prof. Dr. med. Peter Minko, MBA

 

Sekretariat
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