Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Nuklearmedizin
Prof. Dr. Samer Ezziddin
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Radiojodtherapie

Was erwartet Sie bei der geplanten Radiojodtherapie im Universitätsklinikum Homburg?

Schilddrüsenhormone sind für den menschlichen Organismus unentbehrlich. Sie beeinflussen unter anderem den Energiestoffwechsel, den Magen-Darm-Trakt, das Herz-Kreislaufsystem und die seelische Befindlichkeit.

Sowohl ein Zuwenig (Unterfunktion) als auch ein Zuviel an Schilddrüsenhormonen (Überfunktion) kann zu ernsthaften Störungen unterschiedlicher Körperfunktionen führen. Die Schilddrüsenüberfunktion ist in Deutschland eine häufig auftretende Erkrankung. Eine medikamentöse Therapie vermag oftmals nur vorübergehend die Beschwerden dieser Erkrankung abzuschwächen, kann jedoch die Ursache nicht dauerhaft beheben. Dies gelingt nur mit der sogenannten Radiojodtherapie oder der operativen Entfernung der betroffenen Schilddrüsenanteile. Beide Behandlungsmethoden sind bezüglich des Therapieerfolges als gleichwertig einzustufen.

Die Radiojodtherapie ist seit etwa 50 Jahren als wirkungsvolle und nebenwirkungsarme Behandlungsmethode anerkannt. Mit ihr werden ganz gezielt überaktive Schilddrüsenareale behandelt, normal funktionierendes Gewebe wird geschont. Zum Einsatz kommt dabei eine radioaktive Form des normalen Jods, das Sie als wichtigen Bestandteil der Nahrung kennen. Nach den vorbereitenden Untersuchungen, die 1-2 Tage in Anspruch nehmen, wird das radioaktive Jod einmalig in Form einer oder mehrerer kleiner Kapseln zum Schlucken verabreicht und über die Blutbahn nur von den überaktiven Teilen der Schilddrüse aufgenommen. Das nicht eingelagerte Jod wird innerhalb von 48 Stunden beinahe vollständig über Blase und Darm ausgeschieden. Das in der Schilddrüse gespeicherte, wirksame Jod verliert in den folgenden Tagen durch Umsatz und physikalischen Zerfall seine Radioaktivität. In rund 95 % aller Fälle kann mit einer einzigen Therapie die Überfunktion der Schilddrüse geheilt werden; eine in wenigen Fällen erforderliche erneute Therapie ist problemlos möglich.

Im Klinikum Homburg verfügen die Zweibett-Patientenzimmer der Therapiestation RN01 genau wie alle anderen Stationen über normale Fenster und Betten, sanitäre Einrichtungen sowie Fernseher, Telefon und Internetanschluss.

Ein weiterer Vorteil dieser eleganten Therapieform liegt darin, dass sie nur sehr selten zu leichten Nebenwirkungen wie z. B. einem Druckgefühl im Halsbereich führt. Nur ein geringer Anteil der Gesamtstrahlung (Gamma-Komponente) besitzt eine längere Reichweite und kann außerhalb des Körpers gemessen werden. Die in Deutschland gültigen strengen Strahlenschutzvorschriften machen jedoch wegen dieses Strahlenanteils einen stationären Aufenthalt erforderlich.

Die speziellen Maßnahmen, die notwendig sind um den strengen Strahlenschutzverordnungen gerecht zu werden, wirken von unseren Patienten unbemerkt im Verborgenen. Es handelt sich um eine gesonderte Abwasserentsorgung mit der alle Ausscheidungen aufgefangen werden und um spezielle bauliche Maßnahmen wie bleiverstärkte Zimmertüren und -wände.

Ihr Aufenthalt dauert in der Regel ca. eine Woche und hängt von der verwendeten Strahlenmenge ab. In aller Regel müssen Sie die ersten Tage innerhalb der Station überwiegend im Patientenzimmer selbst verbringen. Einige Tage vor Ihrer Entlassung ist es erlaubt, sich täglich für eine Stunde außerhalb der Station im Gelände des Universitätsklinikums zu bewegen. Die meisten Patienten sind von dem gesamten Aufenthalt sehr angenehm überrascht, da sie weder die Therapie verspüren noch durch unangenehme Begleituntersuchungen "belästigt" werden. Als nachteilig wird das Besuchsverbot von Freunden oder Angehörigen während des Aufenthaltes empfunden. Dies lässt jedoch der Gesetzgeber nicht anders zu (Strahlenschutzverordnung).

Deshalb empfehlen wir genügend Lesestoff und evtl. elektronische Medien zum Zeitvertreib mitzubringen. Um eine aussagekräftige Ganzkörperaufnahme am Entlassungstag zu erhalten, bitten wir Sie, sich entsprechend zu bevorraten und vor der Abschlussuntersuchung frische, ungetragene Kleidung anzuziehen.

Direktor der Klinik ist Prof. Dr. S. Ezziddin. Auf unserer Station  RN-01  kümmern sich Stationsärzte, Gesundheits- und Krankenpfleger und Med. Fachangestellte, um ihre individuellen, pflegerischen Bedürfnisse und Wünsche.

Für den Strahlenschutz sowie für die technisch physikalische Betreuung ist ein Physiker zuständig.

Wir hoffen, die geplante Behandlung wird Ihre Gesundheit wieder vollständig herstellen, und wünschen Ihnen angenehme Tage auf der Station.


Mit freundlichen Grüßen

 

Prof. Dr. S. Ezziddin, Direktor der Klinik, und das gesamte Team der RN01

 


Station RN-01

Anmeldung zur Radiojodtherapie:

Tel.: 06841/16-23305