Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Institut für Neuropathologie
Prof. Dr. med. Walter J. Schulz-Schaeffer
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Neuropathologie Diagnostik

Nachweis von pathologischem Prionprotein

Die häufigste menschliche Prionkrankheit ist die sporadische Creutzfeldt-Jakob Krankheit („Creutzfeldt-Jakob disease“, CJD), welche mit einer Inzidenz von 1-2 pro 1 Million Einwohner pro Jahr auftritt. Genetische oder erworbene Formen der CJD, zu denen auch die „variant CJD“ gehört, kommen deutlich seltener vor, ebenso wie die „fatal familiar insomnia“ (FFI) oder das „Gerstmann-Straeussler Scheinker Syndrome“ (GSS).

Der Nachweis von pathologischem Prionprotein zur Bestätigung einer Prionkrankheit kann im Hirngewebe post mortem oder anhand einer Biopsie durchgführt werden.

Wir verwenden einen sensitiven Membranadsorptions Assay (MAA) [1] als schnelle Methode am nativen Material, um das Vorhandensein pathologischer Prionaggregate festzustellen. Im etwas weniger sensitiven Western blot wird dann das pathologischen Prionprotein anhand Bandengrößen und –intensitäten weiter charakterisiert, z.B. wird im Fall einer Creutzfeldt-Jakob Krankheit festgestellt, ob Aggregate vom Priontyp 1 oder 2 vorliegen [2]. Das in der Zwischenzeit in Formalin fixierte Gewebe wird im Fall einer Prionkrankheit zum Schutz der Mitarbeiter mit Ameisensäure dekontaminiert und in der Folge in Paraffin eingebettet. Am Paraffinschnitt werden die relevanten immunhistochemischen Untersuchungen durchgeführt. Für den Nachweis des Verteilungungsmusters der Prionaggregate wird hingegen der Paraffinschnitt auf eine Nitrocellulose Membran aufgezogen und das sehr sensitive Paraffin-embedded-tissue blot (PET-blot) Verfahren [3] angewandt, mit dem auch besonders feine Ablagerungen von Prionaggregaten nachgewiesen werden können.

 

Wenn Sie eine Biopsie zur Abklärung auf Prionaggregate planen, nehmen Sie bitte vor der Entnahme Kontakt auf (06841-1623848)!

 

[1] Wemheuer et al. 2009 AmJPathol  “Filtration of Protein Aggregates Increases the Accuracy

for Diagnosing Prion Diseases in Brain Biopsies”

[2] Parchi et al., 1997 Nature “Typing prion isoforms“

[3] Schulz-Schaeffer et al., 2000 AmJPathol “The Paraffin-Embedded Tissue Blot Detects PrPSc

Early in the Incubation Time in Prion Diseases”

Schema zum diagnostischen Vorgehen bei einer Gewebeprobe mit Verdacht auf Prionkrankheit (Wemheuer et al., AmJPathol, 2009)