Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Neurochirurgie
Leitung: Prof. Dr. Joachim Oertel
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Neuronavigation bei der operativen Versorgung von Meningeomen

Grundlage einer jeden operativen Therapie ist die genaue Kenntnis der individuellen Pathoanatomie des Operationsgebietes. Hierbei stellt die Magnetresonanztomographie, die mit hoher Auflösung die individuelle Anatomie abbildet, eine besonders wertvolle Hilfe dar. Durch ein rechnerisches Zusammensetzen der Schichtbilder lassen sich dreidimensionale Rekonstruktionen schaffen. Die so gewonnenen plastischen dreidimensionalen Bilder (vgl. Abbildung 5) können auf dem Monitor aus jedem Betrachtungswinkel dargestellt werden.

Dreidimensionale Darstellung des NMR einer Patientin mit petroklivalem Meningeom.

 

Der Tumor ist hier grün dargestellt.


Dreidimensionale Darstellung der gleichen Patientin mit virtueller Präparation des Tumors.

 

Der Tumor ist hier rot dargestellt.

Abb. 1: Durch Magnetresonanztomographie gewonnene dreidimensionale Bilder.


Zur Korrelation zwischen Bilddatensätzen und der räumlichen Lage der Patientenanatomie bedient man sich der Methode der rahmenlosen Stereotaxie, welche den nötigen Abgleich der Koordinatensysteme über Markierungen herstellen, die sich auf den Bildern darstellen und im OP am Patienten eindeutig zu identifizieren und zuzuordnen sind.



Ultraschallnavigation bei der operativen Versorgung von Meningeomen


Wie bereits erwähnt stellt die Operation des Meningeoms die Standardtherapie dar. Hierbei basierte die chirurgische Therapie dieser Tumore in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts auf der Publikation von Harvey Cushing und Louise Eisenhardt (Cushing und Eisenhardt, 1938). Seit dieser Zeit wurden viele Fortschritte in der Mikrochirurgie erzielt. Als wesentlicher Fortschritt ist hier die intraoperative Ultraschalldarstellung zu nennen. Da sich der Schädelknochen als eine starke Barriere der Beschallung der Strukturen entgegen stellt, ist es nicht verwunderlich, dass Ultraschalluntersuchungen in der Neurochirurgie hauptsächlich intraoperativ zur Anwendung kommen. Nach der Trepanation (der Eröffung des knöchernen Schädels) wird die Neurosonographie zur Lokalisation intrakranieller Prozesse wie dem Meningeom eingesetzt. Hierbei stellt die Ultraschalldarstellung als intraoperative Echtzeitbildgebung eine sehr gute Alternative zur intraoperativen CT oder Kernspintomographie dar. Durch die Farbkodierung der dopplersonographischen Flussmessungen kann darüber hinaus das intrakranielle Gefäßsystem einschließlich eventueller krankhafter Prozesse dargestellt werden. Dies ist beim Meningeom vor allem deshalb von Bedeutung, da dieser Tumor vor allem verdrängend gegen das Gehirnparenchym wächst und somit das Gefäßsystem durch seine Größenzunahme verdrängt. Somit kann sich der Operateur, während er das Meningeom entfernt, ein klares Bild über die Verlagerung des Gefäßsystems erstellen. Hierbei erlaubt die Miniaturisierung der Dopplermeßsonden bis hinunter zu einem Millimeter die selektive Beschallung selbst kleinster Gefäße.



Intraoperative Ultraschalluntersuchung am Beispiel eines Falxmeningeoms (Untersucher OA Dr. med.  M. Strowitzki)
Intraoperative Ultraschallnavigation.mpg (Dateigröße: 5.98 MB Quelle Herr Koop Neurochirurgische Klinik)


Ein weiterer Vorteil der intraoperativen Ultraschalldarstellung liegt in der Möglichkeit am Ende der Operation eine direkte Erfolgskontrolle, z.B. zur Beurteilung des Ausmaßes der Tumorresektion durchzuführen. Als zukünftige Entwicklungen sind unter anderem die Kombination von Neuronavigation und Ultraschall zur dreidimensionalen Zuordnung der Ultraschallbildebenen zum 3D-Datensatz zunennen.