Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Neurochirurgie
Leitung: Prof. Dr. Joachim Oertel
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Nachsorgemanagement bei Meningeomen

Auf Grund der oben beschriebenen Befunde wurde in unserer Klinik das in Abbildung 2 dargestellte Nachsorgeschema für Patienten mit Meningeomen entwickelt. Hierbei werden die Meningeompatienten in zwei Gruppen unterteilt. Die erste Gruppe zeichnet sich durch ein niedriges Rezidivrisiko aus, während in der zweiten Gruppe die Patienten mit einem hohen Rezidivrisiko zusammengefasst sind.


Die Kriterien zur Einteilung in die niedrige Risikogruppe ist die Histologie mit WHO Grad I und der zytogenetische Befund entsprechend der Gruppe 0 oder 1 (vgl. Abbildung 1). Der Histologische Befund WHO Grad II oder WHO Grad III und/oder der zytogenetische Befund der Gruppe 2 oder 3 (vgl. Abbildung 1) erfüllen die Voraussetzung zur Einteilung in die Hochrisiko-Gruppe.


Drei Monate nach der Operation wird dann bei allen Patienten eine NMR Untersuchung durchgeführt. Entsprechend dem Ausmaß der durch die Operation erreichten Radikalität [gemessen als Simpson Grad, vgl. dazu (Tabelle 1) erfolgt dann die definitive Festlegung des Nachsorgeschemas (vgl. Abbildung 1).


Fazit für die Praxis:

Anhand der histologischen und der zytogenetischen Befunde können die Meningeome in niedriggradige [low-grade] Tumoren und höhergradige [high-grade] Tumoren unterteilt werden. Für den Neurochirurgen oder nachbehandelnden Arzt ergibt sich dann folgendes Nachsorgeschema:



Abb. 1: Nachsorgeschema nach Ketter et al. 2001

 


Eine besondere Bedeutung bei der Nachsorgeuntersuchung von Meningeompatienten kommt der FDG-PET Untersuchung zu. Bei dieser Untersuchung wird dem Patienten zuvor radioaktiv markierte Glucose (Zucker) verabreicht und dann die Zuckerverteilung im Gehirn mit einer sogenannten Gamma-Kammera gemessen. Henn et al. 1995 konnten nachweisen, daß bei Meningeomen mit erhöhtem Rezidivrisiko ein erhöhter Zuckerstoffwechsel im Meningeom besteht (vgl. Abbildung 2). Somit steht für die Risikoabwägung eine sehr gute nicht invasive Untersuchungsmethode zur Verfügung.




Abb. 2: PET-Aufnahme. Der schwarze Bereich markiert ein Meningeom mit hoher Zuckeraufnahme und somit einer hohen Rezidivwahrscheinlichkeit.

 

Die Aufnahme wurde freundlicherweise von OA Dr. Hellwig aus der Klinik für Nuklearmedizin, Universität des Saarlandes, unter der Leitung von Prof. Kirch, zur Verfügung gestellt.


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