Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Innere Medizin V - Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin
Leitung: Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Robert Bals
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Endoskopische Lungenvolumenreduktion

Die COPD ist eine Volkserkrankung und wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Die Therapiemöglichkeiten in fortgeschrittenen Stadien sind limitiert, der Therapiebedarf jedoch sehr groß. Das LUKS hat die Versorgung dieser Patienten als Schwerpunkt.

 

Die Klinik für Innere Medizin V bietet für Patienten mit schwerem Lungenemphysem endoskopische Lungenvolumenreduktionen an. Die endoskopische Lungenvolumenreduktion zielt darauf ab, die typische Überblähung der Lunge beim fortgeschrittenen Lungenemphysem zu vermindern. Zusätzlich wird durch die Reduktion des funktionslosen Gewebes die Luft wieder vermehrt in gesunde Bereiche der Lunge geleitet. Bei den Verfahren werden durch einen minimal-invasiven bronchoskopischen Ansatz die am schwersten geschädigten Teile des Lungenparenchyms von der Ventilation abgeschnitten. Das Ziel der Prozedur ist es, die erkrankten Lungenareale zu komprimieren, um es den gesünderen Teilen der Lunge zu ermöglichen wieder besser zu arbeiten.

 

Abb. 1: Schematische Darstellung des Prinzips der Lungenvolumenreduktion.

Grundsätzlich kommen 3 Verfahren in Frage:

Blockierende Verfahren - Ventile

Hier handelt es sich um Ventile, die sich während der Einatmung verschließen und bei der Ausatmung Luft entweichen lassen. Der Unterschied zwischen dem eingeatmeten und dem ausgeatmeten Volumen soll zu einer Verkleinerung des erkrankten Lungengebietes führen. Die Ventile können über ein flexibles Bronchoskop eingebracht werden. Da die Ventile entfernt werden können, spricht man von reversiblen (d.h. wieder aufhebbaren) blockierenden Verfahren.

 

Abb. 2: Schematische Darstellung der Wirkungsweise der Ventile. Die Ventile sorgen dafür, dass Luft und Flüssigkeit aus dem behandelten Areal austreten kann, aber keine Luft eintritt.

Unter Kollateralventilation versteht man eine krankhafte Verbindung zwischen Lungenstrukturen, die ansonsten aufgrund normaler anatomischer Gegebenheiten voneinander getrennt sind. Ist eine kollaterale Ventilation in größerem Ausmaß vorhanden, so führt die Belüftung eines durch ein Ventil verlegten Lungenareals dazu, dass sich keine Verminderung der Lungenüberblähung entwickeln kann. In diesem Fall besteht die Möglichkeit durch nicht blockierende Verfahren eine Volumenreduktion herbeizuführen.

 

Nicht blockierende Verfahren - Nitinolcoils

Bei diesem Verfahren zur Lungenvolumenreduktion werden bronchoskopisch Nitinolspiralen (sog. Coils) mit "Gedächtnisstruktur" mit einem Führungskatheter in die erkrankten Anteile der Lunge eingeführt, die das Lungenvolumen verkleinern. Sobald der Katheter entfernt wird, zieht sich die Spirale in ihre ursprüngliche Form zusammen und verändert dadurch die Lungenarchitektur um so die erkrankten emphsematösen Anteile im Volumen zu verringern und die Elastizität in der erkrankten Lunge zu verbessern. Das Verfahren ist ebenfalls reversibel (d.h. wieder aufhebbar), komplkationsarm und eignet sich besonders gut beim Vorliegen von kollateraler Ventilation.

 

Abb. 3: Darstellung der Lungenvolumenreduktion
durch Nitinolspiralen

Nicht reversible, nicht blockierende Techniken - Wasserdampfablation

Es ist bekannt, dass erhitzter Wasserdampf zur Schrumpfung von Gewebe führen kann. Daher kann Wasserdampf über ein Bronchoskop bei Patienten mit heterogenem Lungenemphysem eingesetzt werden, um das Lungenvolumen zu verringern. Dieses Verfahren ist interessant, da ein möglicher Effekt unabhängig von der kollateralen Ventilation auftreten sollte. Die ersten Ergebnisse bestätigen sowohl die Machbarkeit als auch das Potenzial für eine Verbesserung der Lungenfunktion.

Wahl des Verfahrens

Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach den Befunden im CT, sowie der Kollateralventilationsmessung. Alle Verfahren werden in Narkose durchgeführt.

 

Betroffene Patienten sollten sich an ihren Lungenfacharzt wenden, ob sie für eine endoskopische Lungenfunktion in Frage kommen.

Pneumologen finden auf der Seite eine Checkliste zum Herunterladen, die gleichzeitig Faxvorlage zur Anmeldung an unserer Klinik ist. Die Patienten müssen nicht zwangsläufig alle Punkte erfüllen oder bereits alle Untersuchungen durchlaufen haben. Sie hilft uns lediglich im Vorfeld abzuschätzen, ob der Patient direkt stationär aufgenommen werden kann oder ob eine ambulante Vorstellung hilfreich ist.

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den zuständigen Oberarzt

PD Dr. med. Philipp Lepper, unter der Tel.: 06841 / 16 - 23616

 

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Zuständiger Oberarzt

PD Dr. med. Philipp Lepper

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 Anmeldung Lungenvolumenred.

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