Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Innere Medizin V - Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin
Leitung: Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Robert Bals
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Lungenfunktion-

Bodyplethysmographie

Die Bodyplethysmographie, auch Ganzkörperplethysmographie genannt, ist eine Lungenfunktionsmessung.

Mit dieser Untersuchung (geschlossenes System/Kabine) werden die mechanischen Eigenschaften und die Luftvolumina der Lunge überprüft. In der Messkammer werden bei normaler Atmung gegen einen Widerstand (Shutter) und etwas beschleunigter Atmung, sowie beim tiefen Ein- und Ausatmen, die Atemvorgänge durch verschiedene Messfühler erfasst, mittels Computer berechnet und mit geschlechts- und altersbezogenen Normwerten verglichen.

 

 

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Diffusionsmessung (Transfer-Faktor)
Bei dieser Messung (offenes System) wird der Gasaustausch in der Lunge während einer Apnoe-Phase von 10 Sekunde gemessen, d.h. der Patient muss die Luft 10 Sekunden anhalten. Die dazu verwendeten Gase sind Helium, Kohlenstoff und Sauerstoff. Diese Untersuchung kann in Ausnahmefällen liegend durchgeführt werden.

 

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Spirometrie
An diesem Messsystem (offenes System) werden bei normaler Atmung sowie beim tiefen Ein- und Ausatmen, die Atemvorgänge durch verschiedene Messfühler erfasst, mittels Computer berechnet und mit geschlechts- und altersbezogenen Normwerten verglichen. Diese Untersuchung kann auch in Ausnahmefällen liegend durchgeführt werden, die Aussagekraft entspricht allerdings nicht den im Sitzen gemessenen Werten.
Der Atemwegswiderstand (Resistance), sowie das Residualvolumen können nur bei der Bodyplethysmografie gemessen werden. Unter Resistance versteht man den Srömungswiderstand in den Atemwegen. Bei dem Residualvolumen handelt es sich um das Luftvolumen, das nach maximaler Ausatmung in der Lunge verbleibt.

 

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Atemantriebskraft (P-MAX)
Mit dieser Messung (offenes System) wird durch verschiedene Atemübungen während der Inspirationsphase die Kraft gemessen, die von der Atemmuskulatur geleistet wird (atmen gegen einen Shutter).

 

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Blutgasanalyse
Bei der Blutglasanalyse wird mittels Blutentnahme aus dem Ohrläppchen, welches vorher mit hyperämisierender Salbe (Rheumasalbe) gut durchblutet wird (ca. 10 Minuten Einwirkzeit), Sauerstoff, Kohlendioxid, Ph-Wert und diverse andere Werte gemessen.

 

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Peak-Flow

engl. peak expiratory flow, PEF

Ein Peak-Flow-Meter (Spitzenfluss) ist ein transportables Gerät, welches in jede Handtasche passt. Mit ihm wird die forcierte Ausatmung gemessen (Liter / Minute). Die Untersuchung dient zur Verlauf- und Therapiekontrolle bei Patienten mit obstruktiver Ventilationsstörung sowohl zu Hause, als auch in der Klinik.

 

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Elektrokardiographie (EKG)
Bei dieser Untersuchung werden die elektrischen Aktivitäten des Herzens abgeleitet und in Form von Kurven im Elektrokardiogramm aufgezeichnet.

 

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Langzeit-Blutdruckmessung
Das ist eine Untersuchung, bei der dem Patienten ein Blutdruckmessgerät über einen Zeitraum von 24 Stunden angelegt wird. In diesem Zeitraum wird im Laufe des Tages 1/2-stündlich und während der Nacht stündlich der Blutdruck gemessen und aufgezeichnet. Am nächsten Tag werden die Ergebnisse ausgelesen und von den Ärzten befundet.

 

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Unspezifische Provokation (mit Metacholin)
Bei dieser Untersuchung wird durch Inhalation von Metacholin (verschiedene Konzentrationen) die Hyperreagibilität (Überempfindlichkeit) des Bronchialsystems getestet. Zur Kontrolle und Dokumentation wird nach jeder Inhalation eine Bodyplethysmographie durchgeführt.

 

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Spezifische Provokation

Diese Untersuchung wird dann durchgeführt, wenn die Patienten bei der unspezifischen Provokation positiv reagiert haben und zusätzlich eine berufliche Komponente (z.B. Bäcker = Mehlstaub, Maler = Lacke, Farbe usw.) hinzukommt. Dies erfolgt oft im Rahmen eines Gutachtens für die Berufsgenossenschaft.

 

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Pricktestungen
Der Pricktest wird bei uns im Rahmen der allergologischen Asthmadiagnostik durchgeführt. Dabei werden mittels Anritzen der Hautoberfläche flüssige Allergene (Hausstaubmilben, Gräserpollen, Tierhaarepithelien, usw.) in die Haut eingebracht. Nach einer Wartezeit von 20 Minuten wird die Reaktion der Haut mit einer dafür vorgesehenen Schablone ausgemessen.

 

 

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Tuberkulose-Intrakutantest (nach Mendel-Mantoux)
Hierbei handelt es sich um streng intrakutanes (in die Haut) Einbringen von gereinigtem Tuberkulin (abgestorbene TBC-Erreger) an der Volar- oder Doralseite des Unterarmes. Es dient zur Ermittlung eines Verdachts einer Erkrankung an Tuberkulose oder der Testung der Abwehrlage oder Prüfung eines Erfolges bei einer Tuberkuloseimpfung.

 

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Grundumsatzbestimmung
Hier handelt es sich um die Feststellung des Kalorienverbrauches in Ruhe.

 

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Belastungsblutgase
Hierbei handelt es sich um Blutgasanalyse nach einer 6-Minuten-Gehstrecke oder während einer Ergospirometrie.

 

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Ergospirometrie
Die Ergospirometrie ist ein diagnostisches Verfahren, mit dem sich qualitativ und quantitativ Reaktionen von Herz, Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel während muskulärer Arbeit sowie die kardiopulmonale Belastbarkeit beurteilen lassen. Sie wird durchgeführt, in dem der Patient z.B. Fahrrad fährt. Hierbei werden folgende Messparameter abgeleitet: Atemstromstärke, Sauerstoffaufnahme, Kohlendioxidabgabe, Herzfrequenz, Blutdruck, anaerobe Schwelle und respiratorischer Quotient. Es werden sowohl in Ruhe und während der Belastung die Blutgase analysiert.

 

 

 

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FENO-Messung

Das Überwachungssystem für Atemwegsentzündungen NIOX MINO® misst die Stickstoffmonoxid-Konzentration (FENO) in der Exspirationsluft von Menschen. Erhöhte FeNO-Werte weisen auf eine Atemwegentzündung oder andere Erkrankungen der Atemwege hin. Der Stickstoffmonoxid-Gehalt ist bei Entzündungsprozessen wie Asthma häufig erhöht.

 

Die NO-Messung hat sich nicht als unabhängiges medizinisches Entscheidungsverfahren etabliert und sollte nur komplementär zu anderen klinischen Bewertungen und Laborbefunden verwendet werden.

 

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6-Minuten-Gehtest

Der 6-Minuten-Gehtest (auch: Sechs-Minuten-Gehtest; engl.: six-minutes walk test, 6-MWT) ist ein diagnostisches Mittel in der Kardiologie und Pneumologie, um die Leistungsfähigkeit eines Patienten unterhalb der anaeroben Schwelle abschätzen und im Verlauf kontrollieren zu können. Anwendung findet es vor allem bei schwerer Herzinsuffizienz, Patienten mit pulmonaler Hypertonie sowie bei Lungenerkrankungen wie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Auch zur Kontrolle des Erfolges einer transkoronaren Ablation der Septumhypertrophie (TASH) bei hypertroph-obstruktiver Kardiomyopathie (HOCM) wird er eingesetzt.

 

Der Patient läuft über sechs Minuten auf ebenen Boden, auf einem Rundkurs oder in einem Flur von mindestens 30 m, da Richtungswechsel das Ergebnis interindividuell verfälschen können. Das Tempo wird vom Patienten selbst vorgegeben mit dem Ziel, der eigenen Leistung entsprechend möglichst weit zu laufen. Laufen, Pausen und Tempowechsel während dieser Zeit sind erlaubt. Bei nicht standardisiertem Kurs wird der Patient von einer Person begleitet, welche die zurückgelegte Wegstrecke misst.

Der Test kann erweitert werden durch Messung von Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung oder auch im Rahmen einer Blutgasanalyse sowie durch die Bestimmung von Lactat vor Beginn und am Ende des Tests.