Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Innere Medizin IV - Nieren- und Hochdruckkrankheiten
Leitung: Prof. Dr. Danilo Fliser
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Shuntreferenzzentrum Saar

Individuelle Beratung zur Wahl des Dialyseverfahrens

Patienten mit fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung werden im Zuge der Vorbereitung eines Nierenersatzverfahrens sowohl über die Hämodialyse, Peritonealdialyse als auch die Nierentransplantation aufgeklärt. Da auch im Falle der Listung zur Nierentransplantation oder auch bei einer geplanten Lebendnierenspende zur Überbrückung eine Nierenersatztherapie durchgeführt werden muss, gilt es das für den individuellen Patienten am besten geeignete Nierenersatzverfahren zu finden.


Neben der Präferenz des betroffenen Patienten für ein bestimmtes Verfahren gilt es auch medizinische, soziale und logistische Aspekte bei der Entscheidung für ein Verfahren zu berücksichtigen. Beispielsweise bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz oder Leberzirrhose ist in vielen Fällen die Peritonealdialyse besser als die Hämodialyse als Nierenersatzverfahren geeignet, da sie kreislaufschonender ist. Andererseits ist bei einem Patienten mit multiplen abdominellen Voroperationen oder führender Problematik des Wasserhaushaltes die Hämodialyse gegenüber der Peritonealdialyse zu bevorzugen. Soziale Gesichtspunkte stellen beispielsweise die engmaschige ärztliche und pflegerische Versorgung von Patienten mit einer Hämodialysebehandlung dar. Im Gegenzug erfreuen sich Patienten mit einer Peritonealdialyse einer großen Eigenständigkeit und Unabhängigkeit bei der Durchführung ihrer Nierenersatztherapie. Dennoch ist es auch möglich eine Peritonealdialyse im häuslichen Umfeld bei bettlägrigen, pflegebedürftigen Patienten durchzuführen und Ihnen somit den Transport in ein Dialysezentrum zu ersparen.


Im interdisziplinären Gespräch (Nephrologie, Radiologie, Chirurgie) wird im Konsens mit dem Patienten dann schließlich die Entscheidung für ein Verfahren getroffen und der Patient entsprechend auf den Beginn der Nierenersatztherapie (chirurgische oder radiologisch-interventionelle Shuntanlage, Anlage eines Peritonealdialyse- oder Demerskatheters) vorbereitet.

 

Gefäß-Sonografie vor Shunt-Anlage

Im Falle der Entscheidung für die Hämodialyse als Nierenersatzverfahren der Wahl erfolgt optimalerweise die Anlage einer arterio-venösen Fistel / Shunt bereits mehrere Monate vor der Einleitung der Nierenersatztherapie, da die Ausreifung eines Shunts bis zu 8 Wochen benötigt und ggf. noch korrigierende Eingriffe erforderlich sind.


Zuvor erfolgt neben der körperlichen Untersuchung und visuellen Inspektion der oberflächlichen Venen beider Arme eine Sonografie, um potentiell für eine Shunt-Anlage geeignete Venen zu identifzieren (V. cephalica antebrachii, V. cephalica, V. basilica). Wünschenswert ist ein minimaler Venendurchmesser von 2,0 mm, optimal ein Venendurchmesser > 2,5 mm.


Im Falle einer schlechten Venensituation oder vorbestehende Versorgung der Patienten mit Demerskathetern kann eine ergänzende Bildgebung im Sinne einer Phlebografie oder eines Angio-CTs erforderlich sein, um geeignete Venen zu identifzieren oder zentrale venöse Stenosen auszuschließen. Die Befunde werden enstprechend mit den Kollegen der Gefäßchirurgie und Radiologie diskutiert.


Shunt-Duplexsonografie

Nach erfolgter interventioneller oder chirurgischer Shunt-Anlage erfolgt eine duplexsonografische Kontrolle der Shuntentwicklung. Weiterhin hat die Shunt-Duplexsonografie einen zentralen Stellenwert in der Diagnose eines akuten Shunt-Veschlusses und der Identifizierung prädisponierender Faktoren wie beispielsweise Stenosierungen der Anastomose und im Verlauf der Shuntvene. Weiterhin werden nephrologischerseits Shunt-Duplexsonografien in der postoperativen Nachsorge durchgeführt.

Notfallnummer Dialysezugänge

Innere Pforte: 06841/16-15000
Nephrologischer Hausdienst