Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Innere Medizin II - Gastroenterologie und Endokrinologie
Leitung: Univ.-Prof. Dr. Frank Lammert
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Förderung einer Neuen Versorgungsform durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses: Strukturierte Früh-Erkennung einer Asymptomatischen Leberzirrhose in Rheinland-Pfalz und im Saarland (SEAL)

Leberzirrhose ist eine Erkrankung, die sich über Jahre und Jahrzehnte häufig unbemerkt entwickelt. Erste Symptome treten meist sehr spät auf, wenn das Gewebe schon unwiederbringlich geschädigt und bereits schwere Komplikationen aufgetreten sind. Die Rate der durch Leberzirrhose verursachten Todesfälle hat sich in den vergangenen 25 Jahren verdoppelt. Eine frühe Diagnose der Leberschädigung könnte helfen, Spätkomplikationen zu verhindern.

Das Projekt SEAL - Strukturierte Früh-Erkennung einer Asymptomatischen Leberzirrhose - erprobt, inwieweit ein Leberwert-Screening beim Hausarzt dabei hilft, den Anteil früh diagnostizierter Erkrankter zu erhöhen und wirksam zu behandeln. Allen über 35-jährigen AOK-Versicherten in Rheinland-Pfalz und im Saarland wird angeboten, sich im Zuge des regelmäßigen medizinischen Check-Up beim Hausarzt ihren persönlichen Leber-Risikowert ermitteln zu lassen. Für die Patienten ist das zunächst mit keinem Mehraufwand verbunden. Ein bestimmtes Muster erhöhter Blutwerte deutet auf ein erhöhtes Leberzirrhose Risiko hin. In diesem Fall untersucht ein Facharzt die Leber. Bestätigt sich der Verdacht, übernimmt ein Leberzentrum die Absicherung der Diagnose und leitet die frühzeitige Behandlung ein. Der Versorgungskreislauf Hausarzt – Facharzt – Leberzentrum schließt sich dadurch, dass alle Untersuchungsergebnisse mittels moderner Informationstechnologie in einer Online-Plattform eingetragen werden und alle beteiligten Leistungserbringer gleichermaßen informiert sind. Nach zwei Jahren wird wissenschaftlich ausgewertet, ob tatsächlich mehr frühe Fälle von Leberzirrhose diagnostiziert und behandelt werden konnten und ob die neue Versorgungsform Kosten spart. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 2,7 Millionen Euro gefördert

Im Erfolgsfall ist die neue Versorgungsform auf andere Regionen übertragbar. Zudem kann die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, Fachärzten und Hochschulambulanzen beispielhaft auf andere Krankheitsgebiete übertragen werden.