Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Innere Medizin I - Onkologie, Hämatologie, Klin. Immunologie und Rheumatologie
Leitung: Priv. Doz. Dr. med. Lorenz Thurner
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PrEP - PräExpositionsprophylaxe

PrEP - PräExpositionsprophylaxe

 

Die sog. PrEP schützt HIV-negative Menschen vor HIV, wenn sie zuverlässig eingenommen wird. Aktuell steht für MSM (Männern, die Sex mit Männern haben) seit August 2016 das Medikament Tenofovir/Emtricitabin (Truvada®) zur Verfügung - in Deutschland ist die PrEP seit Oktober 2019 zugelassen / verschreibungsfähig und wird von den Krankenkassen finanziert (Teil des GKV-Leistungskataloges (TSVG).

Bevor eine PrEP verschrieben werden kann müssen entsprechende Kontrolluntersuchungen und ein umfassendes Aufklärungsgespräch erfolgen.

 

Für wen? Personen mit hohem HIV-Risiko:

  • nach individueller und situativer Risikoüberprüfung drogeninjizierende Personen ohne Gebrauch steriler lnjektionsmaterialien
  • HIV-negative MSM und Transgender (> 2x analer GV ohne Kondom innerhalb der letzten 3-6 Monate)
  • HIV-negative Personen mit penetrativem Sex ohne Kondom und neu diagnostizierte STI im letzten Jahr
  • HIV-negative Personen in serodiskordanter Konstellationen mit virämischen HIV-positiven Partner*in ohne antiretrovirale Therapie (ART) oder in der Anfangsphase einer ART

 

Untersuchung zu Beginn / Erstvorstellung:

  • HIV-Test
  • Ausführliche Anamnese
  • Test auf Hepatitis B, C
  • Untersuchung auf Geschlechtskrankheiten (Chlamydien, Syphilis, Gonokokken)
  • Bestimmung von Kreatinin (Nierenwert)

 

Verlaufsuntersuchungen während der PrEP-Einnahme:

  • Alle 3 Monate:
    • HIV-Test
    • Untersuchung auf Geschlechtskrankheiten (Chlamydien, Syphilis, Gonokokken)
    • ggf. Nierenwertkontrolle
    • Alle 6-12 Monate:
      • Bestimmung von Kreatinin (Nierenwert)
      • Test auf Hepatitis B und C

 

Möglichkeiten der PrEP-Einnahme:

 

Tägliche PrEP-Einnahme

Hier wird täglich eine Tablette Truvada® eingenommen, diese Einnahmemodalität bietet einen dauerhaften Schutz, wenn die Einnahme zuverlässig täglich erfolgt. Wenn es häufiger zu ungeplanten oder wöchentlichen Sex kommt ist diese Form empfehlenswert.

  • Einnahmestart: sollte man innerhalb der ersten 4 Tage nach Beginn der PrEP Geschlechtsverkehr haben, dann sollten am ersten Tag 2 Tabletten genommen werden
  • Wenn die tägliche Einnahme beendet werden soll, dann sollte man sie jedoch mindestens bis 2 Tage nach dem letzten Geschlechtsverkehr einnehmen

 

PrEP-Einnahme bei Bedarf

Diese Einnahmemodalität ist nur sinnvoll, wenn man selten ungeschützten Sex hat und wenn man weiß, wann man Sex haben wird. Das Medikament ist hierfür offiziell nicht zugelassen!

 

  • Einnahmestart: Mindestens 2 bis 24 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr 2 Tabletten einnehmen
  • 24 Stunden nach der ersten Einnahme wieder eine Tablette einnehmen und fortfahren mit der Einnahme einer Tablette, solange die sexuellen Aktivitäten andauern
  • Bis 2 Tage nach dem letzten Geschlechtsverkehr sollte eine Tablette täglich genommen werden

 

Tablette vergessen?

  • Wenn man 3 oder mehr Tabletten pro Woche vergessen hat, sollte man umgehend mit seinem Arzt/Ärztin sprechen
  • Nie mehr als 7 Tabletten pro Woche nehmen - mehr Tabletten erhöhen den Schutz nicht!
  • Wenn man im Rahmen der täglichen PrEP 1 oder 2 Tabletten pro Woche vergisst, sollte der Schutz trotzdem bestehen bleiben
  • Nie mehr als 2 Tabletten zum Start einnehmen!
  • Bei PrEP bei Bedarf darf keine Tablette vergessen werden - falls doch, umgehende Arzt-Vorstellung

 

Online-Informationen:

www.hivandmore.de/hiv-prep/prep-faq.shtml

www.daignet.de

https://www.aidshilfe.de/hiv-prep

 

 

 

 

Stand: 02/20, Dr. Kaddu-Mulindwa