Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Institut für Virologie
Institutsdirektorin: Prof. Dr. med. Sigrun Smola
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Saarlandweite Coronavirus-
Antikörper-Prävalenzstudie (SaarCoPS)

Wie viele Saarländer haben Coronavirus-Antikörper? Die erste repräsentative Studie in einem Bundesland startete im Juli. Dafür wurden 5000 volljährige Saarländerinnen und Saarländer eingeladen. Sie stellen eine repräsentative Stichprobe der volljährigen saarländischen Bevölkerung dar.

Erstmals soll am Beispiel eines Flächenbundeslandes gezeigt werden, wie viele Erwachsene Antikörper gegen SARS-CoV-2 haben. Damit soll abgeschätzt werden wie stark sich das neue Coronavirus verbreitet hat und wie hoch die Rate der bislang unentdeckten Infektionen ist. Dies betrifft insbesondere Personen, die keine oder nur leichte Krankheitssymptome wahrgenommen haben. Die wissenschaftliche Studie wird von Univ.-Prof. Dr. med. Sigrun Smola, Direktorin des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum geleitet, gemeinsam mit dem saarländischen Gesundheitsministerium, das die Studie finanziert.

Informationen zur Studie:



Hintergrund

Es ist davon auszugehen, dass durch Abstrich-Testungen bestätigte SARS-CoV-2 Fälle nicht die Gesamtprävalenz (d.h. die Gesamtanzahl) der COVID-19-Erkrankten bzw. SARS-CoV-2-Infizierten innerhalb der Bevölkerung erfasst wird. Gerade die asymptomatischen oder prä-symptomatischen Individuen (d.h. Personen ohne Krankheitssymtome, bzw. solche die noch keine Symptome zeigen) könnten weitestgehend unentdeckt geblieben sein (sog. Dunkelziffer). Für zukünftige Entscheidungen zu infektionsrechtlichen Maßnahmen, zu Schutzkonzepten und zum Ausbau von Kapazitäten muss Klarheit über das tatsächliche Ausmaß des Ausbruchsgeschehens im Saarland und in Deutschland gewonnen werden. Hierfür ist eine solide Datenbasis erforderlich. Daher ist eine aussagekräftigere, repräsentative Erhebung bezüglich der Sero-Prävalenz von SARS-CoV-2-Antikörpern (d.h. die Anzahl von Personen in der Bevölkerung, welche im Blut Antikörper gebildet haben) in der saarländischen Bevölkerung sinnvoll.

 


Studienziel

Ziel der Studie ist die Ermittlung der Prävalenz von SARS-CoV-2-Antikörpern im Serum einer repräsentativen Stichprobe der volljährigen saarländischen Bevölkerung.

Über die Identifizierung dieses Bevölkerungsanteils sollen Rückschlüsse auf die tatsächliche Durchseuchung der saarländischen Bevölkerung in Bezug auf SARS-CoV-2 gezogen werden. Es sollen damit auch Hinweise generiert werden, wie hoch die Rate bislang unentdeckter Infektionen ist. Die bekannt gewordenen COVID-19 Todesfälle sollen zu dem ermittelten Bevölkerungsanteil in Relation gesetzt werden.

Darüber hinaus leistet der Studie unter Zuhilfenahme einer Befragung per Onlineformular bzw. eines Fragebogens einen wissenschaftlich fundierten Beitrag bezüglich möglicher Zusammenhänge zwischen Infektionswahrscheinlichkeiten in Bezug auf potentielle Expositionen, Krankheitsverlauf, Vorerkrankungen, soziodemographische Informationen sowie in Bezug auf das individuelle Hygieneverhalten und weiteren Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 (z.B. Nutzung der Corona-Warn-App).

Die in dieser Studie gewonnenen Erkenntnisse stellen eine wichtige Grundlage für die Bewertung bisheriger bzw. für die Anpassung, Planung und Umsetzung zukünftiger Maßnahmen zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung von SARS-CoV-2 dar.


 


Ablauf

Einladung

Um die geplante Anzahl von 2 300 Studienteilnehmern zu erreichen wurden 5 000 Saarländerinnen und Saarländer angeschrieben, die über das Einwohnerregister nach bestimmten Gruppenmerkmalen zufällig ausgewählt werden. Je nach Rücklauf werden dann in einer zweiten Welle weitere Personen angeschrieben, um die notwendige Anzahl an Teilnehmern für die repräsentative Stichprobe zu erzielen.

Fragebogen

Jeder Teilnehmer wird mittels eines standardisierten schriftlichen Kurz-Fragebogens befragt. Die Befragung dauert durchschnittlich 20 Minuten. Dies ist schriftlich, mit beigefügtem Fragebogen, oder unkomplizierter über  https://saarcops.uks.eu möglich. Das Ausfüllen des Online-Fragebogens ist daher die bevorzugte Methode.

Test auf Antikörper im Blut

Die Blutentnahme erfolgt nach Einwilligung in Arztpraxen, die in allen saarländischen Landkreisen ausgewählt wurden. Hierzu wurde den Teilnehmern eine entsprechende Liste von Arztpraxen zur Verfügung gestellt. Das Blut wird anschließend im Labor des Instituts für Virologie auf das Vorhandensein verschiedener SARS-CoV-2-Antikörper untersucht. Im Herbst sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Befundmitteilung

Den Studienteilnehmern wird auf Wunsch der Befund des Antikörpertests mitgeteilt.

Follow-Up

Wenn sich die Studienteilnehmer damit einverstanden erklärt haben, besteht die Möglichkeit, diese innerhalb von 24 Monaten erneut zu befragen und um eine Blutprobe zu bitten. Dies ist abhängig vom aktuellen Infektionsgeschehen und dient beispielsweise der Klärung der Frage, ob sich Menschen, die bereits Antikörper gegen das Virus aufweisen, ein zweites Mal anstecken können (Frage der Immunität) und wie sich das Virus weiter in der saarländischen Bevölkerung ausbreitet.

 


Ethische Aspekte und Datenschutz

Für diese Studie liegt ein positives Ethikvotum der Ethikkommission bei der Ärztekammer des Saarlandes vor. Die Einladung der Teilnehmer erfolgt auf Basis einer Zufallsstichprobe aus dem Datenbestand der Einwohnermeldebehörden. Rechtsgrundlage für die Bereitstellung der Daten ist §46 Bundesmeldegesetz. Nimmt eine angeschriebene Person nicht an der Studie teil, so werden die personenidentifizierenden Merkmale zu dieser Person nach einer Frist von 8 Wochen gelöscht.  Die für die Auswertung der Studie erforderlichen Datensätze enthalten weder Name, Adresse noch Initialen der Studienteilnehmenden. Diese Angaben werden durch eine zufällige Buchstabenkombination (Pseudonym) ersetzt, die Rückschlüsse auf die konkrete Person ausschließen (Studienteilnahme-ID). Bei Fragen zur Datenverarbeitung und zur Einhaltung der datenschutzrechtlichen Anforderungen können sich die Teilnehmer an den Datenschutzbeauftragten des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie wenden: datenschutzbeauftragter@soziales.saarland sowie an den Datenschutzbeauftragten des Universitätsklinikums des Saarlandes: datenschutz@uks.eu.

 


FAQ

Kann ich freiwillig an der Antikörperstudie teilnehmen?

Leider nicht. Um eine repräsentative Studie zu gewährleisten, können nur zufällig ausgewählte Personen teilnehmen. Dies hat zum einen den Grund, dass nur über die zufällige Vorauswahl einer repräsentativen Stichprobe die Merkmale der saarländischen Bevölkerung wiedergegeben werden (Alter, Geschlecht, Wohnort). Zum anderen kann die Auswahl freiwilliger Teilnehmer den Ausgang einer Studie bereits im Vorhinein beeinflussen, da es sich häufig um Personen handelt, die ein besonderes Interesse an der Teilnahme oder einen besonderen medizinischen Hintergrund haben (z.B. Verdacht auf COVID-19 Infektion).

 

Ich habe meine Barcodes verloren,
kann ich trotzdem zur Blutabnahme gehen?

Bitten Sie Ihren Arzt, Ihre Blutabnahmeröhrchen handschriftlich mit Ihrem Namen zu versehen. Sie können auch im Studiensekretariat Ersatz anfordern, wenn die Versendung zeitlich bis zu Ihrem Arzttermin postalisch möglich ist


Ich habe meinen Fragebogen verloren.
Was mache ich nun?

Sie helfen uns sehr, wenn Sie den Fragebogen online unter https://saarcops.uks.eu ausfüllen. Gerne senden wir Ihnen aber natürlich auch einen neuen Fragebogen zu. Bitte wenden Sie sich an das Studiensekretariat.


Ich habe zwei Einverständniserklärungen.
Was mache ich damit?

Eine Einverständniserklärung ist für Sie, eine weitere geben Sie bitte ausgefüllt und unterschrieben bei Ihrem Arzt ab. Welche der beiden Erklärungen Sie abgeben spielt keine Rolle.


Kann ich auch zu meinem Hausarzt zur Blutabnahme?

Das geht leider nicht. Bitte wählen Sie einen Arzt aus der beiliegenden Ärzteliste aus. Wenn es Ihnen aus nachvollziehbaren Gründen nicht möglich ist in die Praxis zu fahren, unternimmt der Arzt einen Hausbesuch bei Ihnen.


Ich möchte NICHT an der Studie teilnehmen.
Muss ich absagen?

Nein, selbstverständlich müssen Sie nicht absagen. Wenn Sie Fragen oder Zweifel haben können Sie sich während der Sprechzeiten (montags-freitags: 11-13 Uhr und 17-19 Uhr) unter der Telefonnummer 06841/16-23924 oder per E-Mail saarcops@uks.eu an die Mitarbeiter des Studiensekretariats wenden.


Ich bin positiv auf SARS-CoV-2 Antikörper getestet worden.
Bin ich nun lebenslang vor SARS-CoV-2 geschützt?

Es gibt noch keine ausreichende Datenlage, auf Grund derer von einer lebenslangen Immunität gegen erneute SARS-CoV-2 Infektionen ausgegangen werden kann. Daher kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage darüber getroffen werden. Bitte halten Sie sich auch bei einem positiven Antikörpertest weiter an die aktuell empfohlenen Verhaltensregeln.


Ich hatte bereits einen positiven SARS-CoV-2 Abstrich.
Kann ich dennoch an der Studie teilnehmen?

Ja, wir freuen uns, wenn Sie an der Studie teilnehmen. Ihr ausgefüllter Fragebogen liefert uns in Kombination mit den Antikörpertesten wertvolle Hinweise zum Infektionsgeschehen und der Immunreaktion.

Studiensekretariat der SaarCoPS-Studie

Staatliche
Medizinaluntersuchungsstelle
des Saarlandes am
Institut für Virologie

Leiterin
Prof. Dr. med. Sigrun Smola
Gebäude 47,
Universitätsklinikum des Saarlandes
66421 Homburg

Telefon
0 68 41 / 16 - 2 39 24
E-Mail