Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
Leitung: Prof. Dr. Tim Pohlemann
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Behandlungskonzept

Knöcherne Verletzungen im Alter stellen oft gravierende, lebenseinschneidende Ereignisse dar und können zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität und Lebensplanung führen.


Die Auswertung großer Patientenkollektive zeigt ein deutlich erhöhtes Risiko in Folge hüftgelenksnaher Frakturen vorzeitig zu versterben (Lyons et al. 1997; Katsoulis et al. 2017). Mit einem circa 30 % erhöhten Sterberisiko ist die Prognose schlechter als nach Schlaganfällen oder Herzinfarkten in diesem Alter.

 

Der verantwortungsbewusste Umgang mit den Auswirkungen des demographischen Wandels stellt eine wachsende Herausforderung für die Mitarbeiter des Gesundheitswesens dar.


So ist in Deutschland im Zeitraum 2010–2030 bei den über 65-Jährigen mit einer Zunahme um 5,5 Millionen Personen zu rechnen, bei einem Anstieg des Anteils dieser Gruppe an der Gesamtbevölkerung von etwa 20 % auf 30 % (Statistisches Bundesamt 2009). Diese betagte Altersgruppe ist durch zunehmende Multimorbidität (Peterson et al., 2015; Keller et al. 2012) und funktionelle Einschränkungen charakterisiert.

 

Im Januar dieses Jahres etablierte daher die Klinik für Unfall,- Hand- und Wiederherstellungschirurgie des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Innere Medizin II und dem Marienhausklinikum in St. Wendel eine alterschirurgische Spezialstation.


Hier arbeitet ein Team von Chirurgen, Internisten, Altersmedizinern, qualifizierten Pflegekräften, Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten und Sozialarbeitern an einer Optimierung der Akutversorgung und Weiterbehandlung.

Dabei sind Interdisziplinarität und Interprofessionalität von essenzieller Bedeutung, denn eine gute und nachhaltige Versorgung des betagten Patienten gelingt nur durch die Kooperation über Fach- und Berufsgrenzen hinweg.

So gewährleisten wir ab dem Zeitpunkt der stationären Aufnahme eine ganzheitliche Versorgung des Betroffenen mit dem Ziel einer möglichst frühen Rehabilitation und der Möglichkeit der Rückkehr ins häusliche Umfeld.


Ein Verbund mit frühgeriatrischen Spezialeinrichtungen verbessert die Nachbehandlung unserer Patienten, präventive und beratende ambulante Sprechstunden am UKS werden derzeit schrittweise etabliert.

Die Zertifizierung des Zentrums nach Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie ist für Ende des Jahres geplant.


Internationale Erfahrungen zeigen, dass mit derartigen Konzepten die Folgen von Frakturen minimiert und ein deutlich höherer Anteil der Patientinnen und Patienten wieder in ein selbstbestimmtes und eigenständiges Leben zurückgeführt werden kann, als das mit einem konventionellen Behandlungskonzept möglich wäre.