Saarland University Faculty of Medicine
Anwendungsgebiete & Indikationen
Prof. Dr. Peter Lipp

Anwendung und Indikation


Aufgrund seiner hohen Bildqualität liefert das CT in nahezu allen fachärztlichenBereichen wertvolle Informationen zur richtigen Diagnosestellung. Im Folgenden wirdauf die hauptsächlichen Indikationen für ein CT der einzelnen Körperbereicheeingegangen.

 

 

Schädel:

Aufnahmen des Schädels nehmen rund zwei Drittel aller CT Aufnahmen ein. Klassische Indikationen für ein CT des Schädels sind:

  • Abklärung Schädel-Hirn Traumata
  • Ausschluss intrazerebraler Blutungen
  • Abgrenzung einer intrazerebralen Ischämie
  • Diagnostik und Lokalisation eines Gefäßverschlusses
  • Diagnostik von Frakturen der Schädel- bzw. Gesichtsknochen
  • Tumordiagnostik und Tumorstaging
  • Apoplex
  • chronische Sinusitis

 

 

 

 

 

Thorax:

In der Regel ist das Röntgen des Thorax das Mittel der Wahl. Allerdings bietet eine CT Untersuchung eine bessere Darstellung und eine überlagerungsfreie Darstellung der im Thorax befindlichen Organe. Klassische Indikationen sind:

  • Tumordiagnostik ( im Bereich der Lunge sowie des Mediastinums)
  • Läsionen von Lunge oder Pleurax Ösophagusperfuration
  • Abklärung eines unklaren Infiltrats
  • Abklärung chron. Lungenerkrankungen (z.B. Asbestose, Emphysem, ..)
  • Lungenemboliex Abklärung Aorta (Im Rahmen einer Angiographie)

 

 

 

 

 

Abdomen

Bei CT Aufnahmen des Abdomens sind mehrere Organsysteme in einem Bildabgebildet. Eine umso wichtigere Rolle spielt hier der Einsatz von Kontrastmittel, da so eine bessere Differenzierbarkeit gewährleistet ist. Des Weiteren lässt sich der Einsatz des CT beim Abdomen folgendermaßen einteilen:

 

  • CT Abdomen Standard: CT Untersuchung meist mit Kontrastmittelgabe (oral oder i.V.). Bei Fragestellungen die das Kolon betreffen wird das Kontrastmittel rektal appliziert. Indikationen hierfür sind unteranderem: Infektfokussuche, Tumorstageing sowie unklare Abdominalschmerzen.
  • CT der einzelnen Organe ( Leber, Milz, Pankreas, Niere/Harnwege, Nebenniere): Indikationen hierfür sind unteranderem: Tumordiagnostik, Verdacht auf Metastasen, Abklärung Organläsionen sowie Entzündliche Veränderungen des jeweiligen Organs

 

 

 

 

 

CT Angiographien

Aufgrund der hohen diagnostischen Aussagekraft hat die CT Angiographie (CTA) diekonventionelle Angiographie als diagnostischen Mittel nahezu vollständig abgelöst. Sie kommt sowohl bei akuten, als auch bei chronischen Gefäßerkrankungen zum Einsatz.

Klassische Indikationen sind:

  • Arteriosklerotische Gefäßerkrankungen
  • Aneurysma
  • Aortenruptur
  • Dissektion
  • traumatische Gefäßverletzungen
  • Intramurale (in der Gefäßwand gelengene) Hämatome
  • entzündliche Veränderungen

 

 

 

 

 

Skelettales System:

Im Bereich der Skeletterkrankungen bietet das CT gegenüber dem MRT noch Vorteile. Vor allem bei komplexen Frakturen ist das CT dem MRT überlegen.

Klassische Indikationen:

  • Frakturen
  • Abklärung Knochen Tumor
  • bei Kontraindikationen MRT ( bspw. Osteosynthesen)

 

 

 

 

 

CT als Notfall Untersuchung:

Als Voraussetzung gilt die Kreislaufstabilität des Patienten. Bei großem, unklarem Verletzungsausmaß (Polytrauma) wird oftmals ein Ganzkörper CT angeordnet. Allerdings versucht man dies, aufgrund der hohen Strahlenbelastung für den Patienten wenn möglich zu umgehen. Sind die Verletzungen auf einzelne Körperabschnitte reduzierbar wird nur der betroffene Teilbereich untersucht.

 

Klassische Indikationen für den Schädel sind:

  • Pupillendifferenz
  • primäre Bewusstlosigkeit ( GCS unter 10)
  • neurologische Läsionen
  • offene Schädelverletzungen
  • fehlende neurologische Beurteilbarkeit
  • Verschlechterung des neurologischen Status

Klassische Indikationen für den Thorax sind:

  • Mediastinalverbreiterung
  • Beatmungsprobleme
  • Instabiler Thorax
  • Lungenkontusionen
  • instabile Wirbelfrakturen
  • Verdacht auf Riss des Zwerchfells

Klassische Indikationen für das Abdomen sind:

  • nicht sicherer Beurteilbarkeit des Ultraschalls
  • klinischem oder sonographischen Verdacht auf abdominelle Verletzung ohne dringliche OP Indikation

Klassische Indikationen für das Skelettales System sind:

  • Querschnittsymptomatik
  • periphere Ausfälle
  • Beckenfrakturen

 

 

Spezialanwendungen in der Computertomographie (CT)
Eine Spezialanwendung in der Computertomographie kommt meist bei chronischenBeschwerden im Körper zum Einsatz.

Anhand der detaillierten Schnittbilder des Computertomographiegeräts können bspw.spezielle Kanülen in den Beschwerdebereich geführt werden. Somit ist es möglichMedikamente am Ort der Schmerzentstehung anzuwenden.

 

Spezialanwendungen der CT finden sich in folgenden Verfahren wieder:

  • Knochendichtebestimmung
  • Lungendichtebestimmung
  • Gewebeperfusionsbestimmung
  • 3D-Planung (Tumorbestrahlung/ Operation)
  • Virtuelle Endoskopie ("fly-through")
  • Kolonoskopie (Fisteln, Darmpolypen, Tumor)
  • Bronchoskopie (Fisteln, Rupturen)
  • Angioskopie (Aneurysma-, Plaquediagnostik)
  • Realtime-CT
  • Kardio-CT (EKG-Triggerung)

 

 

 

 

 

 


Quelle: BXch: Von Alkadhi, Leschka,Stol]mann,Scheffel:3 Wie fXnktioniert CT?3 Springer Verlag,Kap.2: Allgemeine Anwendung (S.67-115; S133-156)

Quelle: epileptologie-bonn.de/cms/upload/homepage/lehnertz/CT3.pdf

(Bild: https://www.roentgeninstitut.de/ct_kopf)

(Bild: https://www.roentgeninstitut.de/ct_thorax)

(Bild: https://www.roentgeninstitut.de/ct_abdomen)

(Bild: https://www.roentgeninstitut.de/ct_angiografie)

(Bild: https://www.roentgeninstitut.de/ct_wirbelsaeule)

(Bild: www.roentgeninstitut.de/ct_knochen)