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13.08.2021
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Unterstützung für das UKS: Studentinnen der HBKsaar entwickeln kreative Ideen für Schutzkonzept des Universitätsklinikums

Gemeinsam mit Prof. Ivica Maksimovic haben fünf Studentinnen der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBKsaar) Ansätze entwickelt, die am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) dabei helfen sollen, das „Schutzkonzept Gewaltprävention“ noch sichtbarer zu machen. Alle Ideen haben zum Ziel, das Schutzkonzept auf kreative Art und Weise den Menschen näherzubringen, die auf dem Campus des UKS behandelt werden, dort arbeiten, studieren oder zu Besuch sind. Das 2019 etablierte Konzept wird stetig weiterentwickelt, um am UKS einen umfassenden und bestmöglichen Schutz vor Gewalt und grenzverletzendem Verhalten zu bieten.

Die Ergebnisse der HBKsaar wurden am 10. August klinikintern vorgestellt, ausgewählte Ansätze sollen in einem nächsten Schritt weiterentwickelt werden. Einen Einblick in die Arbeiten der Studentinnen bietet eine Wanderausstellung und die Seite www.uks.eu/kreativprojekthbk.

 

„Mit großem Aufwand und einem hohen Engagement vieler Kolleginnen und Kollegen entwickeln wir unser Schutzkonzept seit der Etablierung im Sommer 2019 stetig weiter“, erklärt

Prof. Dr. Wolfgang Reith, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKS. Neue Prozesse wurden definiert, interne als auch völlig unabhängige externe Ansprechpartner gewonnen, Schulungen durchgeführt und Vernetzung ausgebaut – die inhaltlichen Arbeiten waren und sind nach wie vor vielfältig. Denn das UKS verfolgt ein eindeutiges Ziel: Das Universitätsklinikum soll ein geschützter Ort für alle Menschen sein. „Grenzverletzungen, Gewalt, Übergriffe oder anderes Fehlverhalten werden bei uns nicht geduldet. Unser Schutzkonzept soll größtmögliche Sicherheit in Bezug auf Kinderschutz, Missbrauchs- und Gewaltprävention bieten“, so die deutliche Botschaft von Prof. Dr. Reith.

 

Neben der inhaltlichen Arbeit am Schutzkonzept müssen die Menschen für die neuen Strukturen wie beispielsweise Meldewege oder Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sensibilisiert werden. „Alle sollen wissen, dass es diese Strukturen gibt, um bei Bedarf schnell reagieren und vor allem den Betroffenen direkt helfen zu können“, führt Prof. Dr. Reith aus. „Und ein gut sichtbares Schutzkonzept leistet zudem Präventionsarbeit, da potentielle Täter abgeschreckt werden.“ Über die etablierten Kommunikationsmaßnahmen des UKS hinaus sollen weitere, kreative Wege beschritten werden. So kam es zum Kontakt mit der HBKsaar und Prof. Ivica Maksimovic, der in Saarbrücken Kommunikationsdesign und Werbung lehrt, von 2004 bis 2013 Rektor der HBKsaar war und Gründer einer eigenen Werbeagentur ist. „Prof. Maksimovic ist ein Experte auf diesem Gebiet und hat unmittelbar seine Unterstützung bei unserem Anliegen zugesichert, dafür sind wir sehr dankbar“, lobt Prof. Dr. Wolfgang Reith.

 

„Für uns sind solche Projekte immer hochspannend und es ist mir zudem ein persönliches Anliegen, den Studierenden gesellschaftlich wichtige Themen näher zu bringen. Gemeinsam mit den Studentinnen und Studenten sollen Lösungen gefunden werden, die neuartig und mehr als platte Kopien sind“, beschreibt Prof. Maksimovic. „Die HBKsaar vernetzt das Studienangebot aktiv mit wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen. Eine Auseinandersetzung mit konkreten Aufgabenstellungen seitens öffentlicher und privater Unternehmen ist ein Schwerpunkt in der Heranführung der Studierenden an aktuelle und zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen.“ So dauerte es nach den ersten Besprechungen zwischen Prof. Maksimovic und Prof. Dr. Reith im Spätsommer 2020 nicht lange, bis sich die Kooperation konkretisierte. Für den Kurs „Die Kommunikationsbotschaft bitte drei Mal täglich einnehmen!“ im Wintersemester 2020/21 meldeten sich die Studentinnen Fiona Arenz, Nora Belschner, Jiyoung Choi, Anna-Lena Hoffmann und Matchima Toebkaya. Zusammen mit Prof. Maksimovic erarbeiteten die fünf engagierten Studentinnen kreative Ansätze, um das UKS zu unterstützen:

  • Fiona Arenz (8. Semester Bachelor Kommunikationsdesign) entwickelte die Idee einer Aktivstunde, einer regelmäßigen und auf die unterschiedlichen Zielgruppen angepassten Bewegungseinheit. So sollen innere Stärke und das Selbstbewusstsein in Gefahrensituationen gefördert und Mut gemacht werden. Plakatgestaltungen, Entwürfe für spezielle Kapuzenpullover und andere konkrete Werbemittel-Designs waren Teil ihres Ansatzes.
  • Mit einer gezeichneten Katze, die als Botschafter*in für Gewaltprävention an verschiedenen Stellen und auf unterschiedlichste Art und Weise im UKS auftauchen könnte, arbeitete Nora Belschner (10. Semester Lehramt Kunsterziehung für Sekundarstufe I und II). Daneben entwarf sie Designs zum Themenfeld Transparenz im Krankenhaus, bei denen transparente Überlagerungen von Buchstaben die Betrachter durch die ungewöhnliche Optik neugierig machen.
  • Jiyoung Choi (4. Semester Bachelor Kommunikationsdesign) entwarf Postkarten gegen Klischees, in denen ein Einverständnis zu Handlungen als selbstverständlich hingenommen wird und hatte kreative Ideen, wie diese Karten gerade an die jungen Patientinnen und Patienten verteilt werden könnten. Auch Lieder mit angepassten Texten waren ein spannender Teil ihres Ansatzes. Daneben gab es die Idee für eine Hotline und Designentwürfe zur Bewerbung dieser Telefonnummer.
  • Fotos aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie des UKS inspirierten Anna-Lena Hoffmann (2. Semester Master Kommunikationsdesign) zu Arbeiten, die durch Überlagerungen gekennzeichnet sind. Aus dem spannenden Ansatz des genauen Hinsehens entstanden sich überlagernde Schriftzüge, die ganz genau betrachtet werden müssen. Die kreativen Designideen könnten als Schriftzüge auf Glastüren, weiteren Oberflächen und Postkarten umgesetzt werden.
  • Matchima Toebkaya (8. Semester Bachelor Kommunikationsdesign) entwarf „Gucker“ im stilisierten Augen-Design. Diese sollen betroffenen Personen Sicherheit und Schutz signalisieren und potenzielle Täter abschrecken. In ihrem Ansatz tauchen die Gucker überall im Krankenhaus auf, so etwa als Wandaufkleber, in Broschüren, auf Postern oder auf den Kitteln der Ärztinnen und Ärzte. Gleichzeitig könnten sie als Panik-Knopf in einer App oder als Ruftaste vor Ort funktionieren.

„Bereits in der Abschlusspräsentation des Kurses im Frühjahr begeisterten uns diese kreativen Ansätze“, so Prof. Dr. Reith. „Wir werden das Kooperationsprojekt mit der HBKsaar daher sehr gerne fortführen, ausgewählte Ideen weiterentwickeln und nach Möglichkeit praktisch umsetzen. Ich bin Prof. Maksimovic, Frau Arenz, Frau Belschner, Frau Choi, Frau Hoffmann und Frau Toebkaya sehr dankbar für ihre Unterstützung.“

 

Nach coronabedingter Verzögerung konnten die Ideen nun auch einem größeren Kreis von Führungskräften am UKS präsentiert werden. Daneben gibt es ab sofort eine Wanderausstellung, die an unterschiedlichen Stellen auf dem UKS-Campus zu sehen sein wird und die Ansätze der Studentinnen zeigt. Auf der Informationsseite zum Kooperationsprojekt unter www.uks.eu/kreativprojekthbk ist die Wanderausstellung in digitaler Form zu sehen, weitere Informationen zum Projekt, zur Ausstellung und zum Fortgang der Kooperation sind dort ebenfalls zu finden und werden zukünftig ergänzt.

 

 

 

Bild v.l.n.r.: Jiyoung Choi, Anna-Lena Hoffmann, Prof. Dr. Wolfgang Reith, Prof. Ivica Maksimovic und Matchima Toebkaya mit den Aufstellern der Wanderausstellung, die die Ideen der Studentinnen zeigen. (Foto: Rüdiger Koop/UKS)

 

Kontakt

 

Hochschule der Bildenden Künste Saar

E-Mail presse @hbksaar.de

Tel. 06 81 / 9 26 52 - 165

www.hbksaar.de

 

Universitätsklinikum des Saarlandes

E-Mail oeffentlichkeitsarbeit @uks.eu

Tel. 0 68 41 / 16 - 2 20 83

www.uks.eu