Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
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Universitätsklinikum des Saarlandes klärt auf und informiert transparent – Maßnahmenkatalog des UKS

Das Universitätsklinikum des Saarlandes UKS in Homburg betreibt seit Sommer 2019 umfassende Aufklärungsarbeit hinsichtlich der Missbrauchsverdachtsfälle. Der Katalog der Maßnahmen umfasst u.a. die umfängliche Information ehemaliger Patientinnen und Patienten bzw. deren Familien, Akteneinsichten und Gespräche, eine erneute Begutachtung von Akten aus der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie durch eine externe Gutachterin, die Etablierung eines neuen Schutzkonzeptes, eine externe Begutachtung der Vorwürfe im Bereich der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik sowie die Einrichtung einer unabhängigen Ombudsstelle.

 

„Die am UKS getroffenen Maßnahmen in der Aufarbeitung der Missbrauchsverdachtsfälle sind umfangreich“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Reith, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums. „Wir möchten der Öffentlichkeit mit der folgenden Auflistung einen transparenten Überblick geben, was bisher umgesetzt wurde und welche Maßnahmen laufen bzw. aktuell anstehen“.

 

18.06. bis 02.07.2019


Hinsichtlich der Verdachtsfälle in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) im Zeitraum 2010 bis 2014 werden über 300 Informationsschreiben vom UKS verschickt. Empfänger sind die bisher bekannten Patientinnen, Patienten und ihre Eltern. Sie werden über  den Verdacht medizinisch nicht indizierter Maßnahmen in der Ausscheidungsambulanz der KJP sowie die Hilfsangebote wie beispielsweise die psychologisch unterstützten Gesprächsangebote  informiert.

 

24.06.2019

Es findet eine große Pressekonferenz im UKS zur Information der Bevölkerung über die vorliegenden Informationen zu Verdachtsfällen in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in den Jahren 2010 bis 2014 statt. Teilnehmer sind der Ärztliche Direktor des UKS, Vertreterin der Rechtsaufsicht, Ltd. Oberstaatsanwalt, ein für die Polizei zuständiger Vertreter des Innenministeriums, Vertreter WEISSER RING. Im Anschluss an die Pressekonferenz wird eine Presseinformation zum Sachverhalt für die Bevölkerung mit Hinweisen auf Hilfseinrichtungen mit den zugehörigen Kontaktdaten ausgegeben, diese Information wird auch auf der Homepage des UKS veröffentlicht.

 

ab 26.06.2019

Beim Ärztlichen Direktor im Universitätsklinikum des Saarlandes werden kontinuierlich Gespräche mit Eltern und Patienten geführt. Das Angebot umfasst Akteneinsichtnahme, Aktenkopie auf Wunsch und Beratung zu Hilfsangeboten.

 

Der Ärztliche Direktor gründet eine Taskforce Kinder und Jugendschutz am UKS

 

26.06.2019

Das UKS arbeitet eng mit der Universität des Saarlandes zusammen und bittet diese um Überprüfung von Studienzeiten des beschuldigten Assistenzarztes. Die Universität des Saarlandes veröffentlicht am 26.11.2019 eine Presseinformation zu ihren Erkenntnissen.

 

27.06.2019

Der Ärztliche Direktor des UKS berichtet in einer Sitzung des Landtagsausschusses für Justiz-, Verfassungs- und Rechtsfragen sowie Wahlprüfung unter Hinzuziehung anderer Fachausschüsse über die Verdachtsfälle und über das Vorgehen des UKS.

 

03.07.2019

Taskforce Kinder und Jugendschutz am UKS beschließt in der Auftaktsitzung die Erarbeitung eines neuen Schutzkonzeptes, um Strukturen und Abläufe weiter zu verbessern.

 

04.07.2019

In einer Sondersitzung des UKS-Aufsichtsrates berichtet der Vorstand des UKS über die Vorkommnisse in der Ausscheidungsambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie, über die von ihm eingeleiteten Maßnahmen sowie über das weitere Vorgehen.

 

12.07.2019

UKS-Vorstand beantwortet über die Rechtsaufsicht eingegangene Anfragen der Landtagsfraktionen zu den Verdachtsfällen.

 

16.07.2019

In einer Sondersitzung des Landtagsausschusses für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie unter Hinzuziehung anderer Fachausschüsse berichten der Ärztliche Direktor, der Kaufmännische Direktor und ein Vertreter des Rechtsdezernates des UKS.

 

18.07.2019

In Abstimmung mit dem UKS-Vorstand lässt der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie auf eigenen Wunsch die Leitung der Klinik als auch die reguläre Tätigkeit in der Krankenversorgung bis auf Weiteres ruhen. Die kommissarische Leitung der Klinik übernimmt der Stellvertretende Ärztliche Direktor des UKS Prof. Dr. Michael Zemlin.

 

 

18.07.2019

Der Vorstand des UKS beauftragt ein externes Gutachten: Professorin Dr. Renate Schepker, Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und Vorstandsmitglied der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft des Fachgebietes, überprüft mit externem Sachverstand die Ausgangslage und untersucht Ambulanzakten zu 34 Patienten aus den Jahren 2010 bis 2014, welche durch den damaligen Assistenzarzt behandelt wurden. Es ist einer der Schritte in der Aufarbeitung der Verdachtsfälle.

 

 

ab Juli 2019

Das UKS ist zusätzlich im Kontakt mit Hilfsinstitutionen; der von der Staatskanzlei eingesetzte Sonderermittler und die Arbeit des Ende August eingerichteten Untersuchungsausschusses werden vom UKS unterstützt.

 

 

08.08.2019

Die Taskforce veröffentlicht die erste Version des „Schutzkonzept Gewaltprävention am UKS“. Mit diesem soll der Schutz von Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nachhaltig verbessert werden.

 

 

Ab Mitte August 2019

Weitere regelmäßige Termine der Taskforce zur Abstimmung der Inhalte des Schutzkonzeptes: u.a. Personalauswahl, Neuregelungen hinsichtlich der Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses, Entwicklung eines zusätzlichen Verhaltenskodex, Einführung einer freiwilligen Selbstauskunft, Prüfschema zur Risikobewertung bestimmter Arbeitsplätze, Schulungsmaßnahmen und vor allem ein Stufeninterventionsplan bei Verdachtsfällen. Neben internen Ansprechpartnern werden auch Externe eingebunden, die unterstützen und unabhängige Ansprechpartner außerhalb des Universitätsklinikums sind. Das Schutzkonzept wird kontinuierlich weiterentwickelt.

 

Während der folgenden Monate wird der Sachverhalt weiter aufgearbeitet, es finden Gespräche statt, unterschiedliche Anfragen werden bearbeitet, Presseanfragen werden beantwortet.

In den vergangenen Wochen sind dann weitere konkrete Schritte bzw. Maßnahmen zu benennen:

 

Mitte Oktober 2019

Umfangreiche Unterlagen wurden zusammengestellt und an den Sekretär des Untersuchungsausschusses übergeben.

 

29.10.2019

Im Rahmen einer regulären Aufsichtsratssitzung stellt der Vorstand des UKS den aktuellen Stand des Schutzkonzeptes („Schutzkonzept Gewaltprävention am UKS“) vor.

 

13.11.2019

Nicht-öffentliche Sitzung des Untersuchungsausschusses: Die anwaltliche Vertretung des Direktors der KJP, die Oberärztin der KJP, der Kaufmännische Direktor des UKS und die Justiziarin des UKS stellen ihren Kenntnisstand dar.

 

26.11.2019

Eine Sondersitzung des Aufsichtsrates findet wegen der aktuell geäußerten Vorwürfe im Bereich der HNO statt. Der Vorstand des UKS berichtet über den Sachstand.

 

27.11.2019

Anlässlich der Vorwürfe im Bereich der HNO führt der UKS-Vorstand eine Umfrage bei allen Klinikdirektoren über weitere Kenntnisse von Missbrauchsverdacht durch. Weitere Verletzungsmuster ähnlich der HNO wurden nicht gemeldet.

 

02.12.2019

Das UKS veröffentlicht eine Presseinformation Gutachtenergebnis zum Sachverhalt KJP – die Mitteilung basiert komplett auf einer Zusammenfassung der Gutachterin selbst, Professorin Dr. Renate Schepker. Das Gutachten ist ein Teil der unterschiedlichen Maßnahmen zur weiteren Aufklärung der Missbrauchsverdachtsfälle.

 

06.12.2019

Der Vorstand des UKS wird einen externen Gutachter zur Beurteilung der Vorwürfe in der HNO beauftragen.

 

10.12.2019

Das UKS wird eine zentrale, externe Ombudsstelle einrichten. Bei Zusage kann die externe Anlaufstelle am UKS zeitnah etabliert werden.

 

Die Aufarbeitung der Verdachtsfälle und Vorwürfe wird fortgeführt.

Nach Abschluss der retrospektiven Aufarbeitung wird ein Abschlussbericht erstellt und es wird eine entsprechende Information der ehemaligen Patientinnen und Patienten bzw. bei Minderjährigen der Familien erfolgen.


Kontakt

Universitätsklinikum des Saarlandes

E-Mail oeffentlichkeitsarbeit @uks.eu