Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Aktuelles
Sie befinden sich hier: >> Startseite >> Aktuelles >> Einzelansicht_News >> Aktuelle Meldungen

Aktuelle Meldungen

23.05.2022
AktuellesVeranstaltungenFortbildungen
Wissenschaftlicher Vortragsabend am Montag, 30. Mai 2022, 18 c.t. – online über MS Teams

Thema:

Die Bekämpfung zunehmender Antibiotikaresistenzen mit neuen diagnostischen Methoden und rationalem Antibiotikaeinsatz
(Dr. med. Cihan Papan, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene)

 

Den Zugang erhalten Sie über folgenden Link:

 

Nehmen Sie von Ihrem Computer oder der mobilen App aus teil

Klicken Sie hier, um am Vortragsabend teilzunehmen

 

Oder anrufen (nur Audio)

+49 69 677765673,,700642153# Germany, Frankfurt am Main

Telefonkonferenz-ID: 700 642 153#

Lokale Nummer suchen | PIN zurücksetzen

Weitere Infos | Besprechungsoptionen

 

Die Veranstaltung ist mit 3 Fortbildungspunkten anerkannt (Ärztekammer des Saarlandes). Bitte halten Sie Ihre Barcodes bzw. die Barcodenummer bereit.

Vortragsdauer 15 Minuten, im Anschluss erfolgt eine Diskussion. Das Abstract finden Sie unten.

 

Bitte vormerken: Der nächste Vortragsabend findet am 11.07.2022 statt.

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme.

 

 

Univ.-Prof. Dr. Martina Sester

Abteilung für Transplantations- und Infektionsimmunologie

 

Universität des Saarlandes

Fakultät M | Institute für Infektionsmedizin

 

Gebäude 47 | Raum 004

Kirrberger Straße 100

66421 Homburg

 

T: +49 6841 16-23557

F: +49 6841 16-21347

martina.sester @uks.eu

www.uks.eu/immunologie

 

 

 

Abstract:


Die Bekämpfung zunehmender Antibiotikaresistenzen mit neuen diagnostischen Methoden und rationalem Antibiotikaeinsatz


Dr. med. Cihan Papan - Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene


Obwohl Antibiotikaresistenzen hochkonservierte und Jahrtausende zurückdatierbare Anpassungsstrategien von Mikroorganismen darstellen, sind sie in unserer modernen Medizin des 21. Jahrhunderts eine der größten Bedrohungen für Patient*innen. Angesichts der zunehmenden Antibiotikaresistenzen weltweit und der überschaubaren Anzahl an Neuentwicklungen im Bereich der antiinfektiven Wirkstoffe muss von einer alarmierenden Gesamtsituation gesprochen werden.
Vor diesem Hintergrund kommt dem Prinzip des rationalen Antibiotikaeinsatzes eine Schlüsselrolle zu, da eine nicht angemessene Verwendung antiinfektiver Substanzen sowohl die Hauptursache für die Zunahme von Antibiotikaresistenzen darstellt, gleichzeitig aber auch diejenige, die sich durch ihre Beeinflussbarkeit ideal als Ansatzpunkt eignet.
In der Infektionsdiagnostik kann prinzipiell zwischen zwei Säulen unterschieden werden: zum einen die Diagnostik auf Erregerbasis, bei der versucht wird, das verursachende Agens zu identifizieren. Dem gegenüber steht die Diagnostik der Wirtsantwort in Form von immunologischen Biomarkern, oder aber auch durch die Messung von Leukozyten- bzw. neutrophilen Granulozytenzahl, der Messung des C-reaktiven Proteins (CRP) oder des Procalcitonin (PCT). Bezüglich dieser zweiten der genannten Säulen soll in diesem Vortrag beispielhaft die Rolle von neuen Biomarkern zur Infektionsdiagnostik erörtert werden.
In der bislang größten, multizentrischen, prospektiven Studie mit Fokus auf pädiatrische Patient*innen konnten wir die diagnostische Genauigkeit eines neuen Kombinationswertes, der die 3 Wirtsproteine tumor-necrosisfactor related apoptosis inducing ligand (TRAIL), interferon-gamma induced-protein 10 (IP-10) sowie CRP kombiniert und eine höhere Sensitivität und Spezifität erreicht als CRP alleine, PCT oder Leukozyten bzw. Granulozytenzahl, nämlich jeweils 94%, was die Unterscheidung einer bakteriellen von einer viralen Ätiologie anbelangt. Wir konnten zeigen, dass die Genauigkeit dieses Biomarkers auch unabhängig ist von einem möglichen viralen Erregernachweis, die bei viral-bakteriellen Ko-Infektionen gerade im Kindesalter häufig vorliegen können, und dass durch den breiten Einsatz dieses Biomarkers der Übergebrauch von Antibiotika um den Faktor 3,3 reduziert werden könnte. Diese und vergleichbare Parameter bergen daher ein großes Potential, Antibiotika zielgerichteter einzusetzen und so der großen Gefahr der Antibiotikaresistenzen entgegen zu wirken.