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Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
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08.07.2022
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UKS-Unfallchirurgie feierte 50-jähriges Jubiläum

Mit einer akademischen Feierstunde am Freitag, 08. Juli 2022, beging der Lehrstuhl für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum des Saarlandes sein 50-jähriges Jubiläum. Viele Impulse aus Homburg haben das gesamte Fachgebiet geprägt, insbesondere zur Schwerverletztenversorgung, Mikrochirurgie und endoskopischen Wirbelsäulenchirurgie. Mit gegenwärtigen Forschungsprojekten soll auch zukünftig zu Innovationen beigetragen werden, beispielsweise durch ein neuartiges Konzept für Implantate zur Stabilisierung von Knochenbrüchen.  

 

In diesem Jahr feiert der Lehrstuhl für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg sein 50. Jubiläum. Auf Anregung des damaligen Direktors der Chirurgie Prof. Wilhelm Lüdecke wurde der Lehrstuhl 1972 eingerichtet und Prof. Leonhard Schweiberer zum ersten Direktor berufen. Die Universität folgte damals schnell sehr früh einem neuen Trend in Deutschland, der erste Lehrstuhl für dieses Fachgebiet war erst 1970 in Hannover eingerichtet worden. „Mit über 20.000 Verkehrstoten pro Jahr, allein in Westdeutschland, lag die Zahl der Verkehrsopfer damals auf einem Höchststand und die wissenschaftliche Weiterentwicklung der Behandlungsmethoden der Rettungsmedizin, der Schwerverletztenversorgung und der rekonstruktiven Chirurgie wurde dringend benötigt“, erklärt Prof. Dr. Tim Pohlemann, der heutige Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Ihrem Versorgungsanspruch folgend, engagierte sich die akademische Unfallchirurgie von Beginn auch in der Prävention und viele heute noch allgemein akzeptierte Meilensteine der Verkehrssicherheit beruhen auf diesen frühen Untersuchungen. Zu nennen sind die Gurtpflicht, die Alkoholregelungen, die passive und aktive Fahrzeugsicherheit, Verkehrsschulungen, gesetzliche Regelungen und vieles mehr.  

 

Prof. Dr. med. Tim Pohlemann leitet seit 2001 den Lehrstuhl Unfallchirurgie der Universität des Saarlandes. Er ist Direktor der Unfallchirurgischen Klinik am UKS und geschäftsführender Direktor der Kliniken und Institute für Chirurgie am UKS.

Prof. Pohlemann ist national und international sehr gut vernetzt und ausgewiesener Experte für Schwerverletztenversorgung, Becken- und Acetabulumchirurgie und die rekonstruktive Chirurgie. Er war u.a. Gründungsmitglied und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). Er ist „Incoming President“ der internationalen AO-Foundation, Schweiz. 2021 wurde er in den Wehrmedizinischen Beirat der Verteidigungsministerin berufen und zum Sprecher dieses Gremiums der Bundesregierung gewählt. Prof. Pohlemann ist aktiver Reservist der Bundeswehr im Range eines Flottenarztes der Reserve.

(Foto: Rüdiger Koop/ UKS)

 

  Unter der Ägide von Prof. Leonhard Schweiberer waren die Schwerverletztenversorgung und die Mikrochirurgie wissenschaftliche Schwerpunkte. Unter Gert Muhr, Otmar Trentz und Wolf Mutschler wurden diese Themenfelder weiter ausgebaut und um den Bereich Tumorchirurgie und endoskopische Wirbelsäulenchirurgie erweitert. Seit der Berufung von Prof. Tim Pohlemann in 2001 kamen noch die Bereiche Becken- und Acetabulumchirurgie und Sporttraumatologie dazu. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in den letzten Jahren in der Wissensvermittlung zur Behandlung von terrorassoziierten- und Kriegsverletzungen. Durch die strukturellen Planungen der Landesregierung mit dem Traumanetzwerk Saar-(Lor)-Lux-Westpfalz nimmt das Saarland in der chirurgischen Expertise zu dieser Thematik eine bundesweite Vorreiterrolle ein. Daneben engagiert sich der Lehrstuhl in einem breiten, in die Universität eingebetteten Forschungsspektrum. Neben grundlegenden Untersuchungen zur Knochen- und Gewebeheilung wurde in den letzten Jahren eine besondere Expertise zum Einsatz innovativer Konzepte für Implantate zur Frakturstabilisierung gewonnen. Im Rahmen eines durch Prof. Pohlemann initiierten, interdisziplinären Großprojektes mit Förderung durch die Werner Siemens-Stiftung, konnte nun auch ein themenfokussierter Forschungslehrstuhl eingerichtet und mit Prof. Bergita Ganse besetzt werden.   Trotz aller klinischen Schwierigkeiten, die inzwischen auch die universitären Kliniken betreffen, sehen Prof. Pohlemann und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuversichtlich in die Zukunft. Durch Einsatz neuer Technologien steht die Frakturbehandlung und Verletztenversorgung an einer Schwelle zu bisher ungeahnten Möglichkeiten der besseren Kontrolle und Modulation der Heilung mit stetig verbessertem Patientenkomfort.  

 

 

 

Arbeit der Unfallchirurgie international anerkannt: 20. Homburger Beckenkurs mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 18 Ländern

 

Vom 6. bis 8. Juli 2022 veranstaltete Prof. Pohlemann mit seinem Team der Unfallchirurgischen Klinik des UKS den inzwischen 20. Homburger Beckenkurs. Dieser Expertenkurs zur Vermittlung anspruchsvoller Techniken zur Behandlung nach schweren Beckenfrakturen und Verletzungen der Hüftpfanne wird jährlich in enger Zusammenarbeit mit der internationalen „AO-Foundation“ durchgeführt. Es ist ein internationaler Kurs, der sehr innovativ und praxisnah durch Expertenrunden, Simulatoren und anatomische Übungen neueste Behandlungstechniken vermittelt. Die maximal 60 vorhandenen Kursplätze waren auch diesmal innerhalb von Tagen ausgebucht gewesen, mit Teilnehmern aus weltweit 18 Ländern (u.a. Neuseeland, Irland, Nigeria, Ägypten, Estland, Italien und vielen anderen mehr). 25 internationale und nationale Experten sind für den wissenschaftlichen Austausch vor Ort, u.a. aus den USA, aus Argentinien, Singapur, Schweiz, Niederlande und Italien. Themenschwerpunkte sind vor allem neue und auch minimalinvasive Techniken zur Behandlung der Hüftgelenksverletzungen, der lebensbedrohlichen Beckenverletzung und zu den immer häufiger auftretenden und sehr schwer zu behandelnden Beckenbrüchen bei Osteoporose und im Alter. Zum Jubiläumskurs werden auch ganz neue Formen der Wissensvermittlung, wie z.B. „blended learning“, „precourse-assessment, vor-frakturierte Anatomiepräparate, Simulationen, Navigation, Röntgengeräte und praktische Wissensüberprüfung eingesetzt. Das erneut sehr hohe Interesse, mit langen Wartelisten, demonstriert die seit Jahren international anerkannte Expertise der Homburger Klinik für dieses wichtige Spezialgebiet der Orthopädie und Unfallchirurgie.   Kontakt Tel. 0 68 41 / 16 - 3 15 02 www.uks.eu/unfallchirurgie