Centre Hospitalier Universitaire de la Sarre et Faculté de Médecine de l'Université de la Sarre
Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie
Leitung: Prof. Dr. Matthias Glanemann
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Weichteiltumore

Unter Weichteilgewebe versteht man Muskulatur, Fett- und Bindegewebe. Im Gegensatz zu bösartigen Tumoren der Schleimhäute und Drüsen, die man als Karzinome bezeichnet, sind Weichteiltumore wesentlich seltener (2 pro 100.000 Einwohner pro Jahr). Die Weichteiltumore wachsen vor allem an Beinen (s. Abb. 1) und Armen (50 %), seltener am Stamm (40 %) oder an Kopf / Hals (10 %).

 

Je nach Aussehen unter dem Mikroskop tragen Weichteiltumore einen ganz unterschiedlichen Namen wie:

 

  • Malignes fibröses Histiocytom (40 %)
  • Liposarkom (25%)
  • Leio-/ Rhabdomyosarkom
  • Synoviales Sarkom
  • Angiosarkom

 

Eine Sonderform stellt der gastrointestinale Stromatumor (GIST) dar, der wie der Name sagt von der Magen- bzw. Darmwand ausgeht. Die GIST sind etwas weniger bösartige wie die Magen- oder Darmkarzinome (klassischer Magen- oder Darmkrebs), können aber auch zu Tochtergeschwülsten (Metastasen) führen.

 

Befund:

 

  • rasch wachsender Tumor
  • harter Knoten
  • Schmerzen
  • bei oberflächlicher Lokalisation evtl. Aufbrechen eines Tumors unter der Haut

 

Behandlung von Weichteiltumoren

Grundsätzliche Optionen

  • Radikale operative Entfernung mit weitem Sicherheitsabstand (?Wide excision?)
  • In Ausnahmefällen Amputation
  • Verbesserung der lokalen Tumorkontrolle durch vorangegangene Strahlenbehandlung (vor allem bei sog. high grade Tumoren)

 

Bei besonders großen Tumoren verbessert eine Amputation nicht die Überlebensrate. Eine besonders sinnvolle, aber nur an wenigen Kliniken angebotene Therapie ist die lokale Durchblutungsbehandlung mit einer tumorzerstörenden Substanz (TNF-alpha). Würde man diese Substanz, die vom Körper selbst in geringer Konzentration selbst gebildet wird, in der gleichen Dosierung wie bei einer üblichen Chemotherapie über die Vene in den Körperkreislauf verabreichen, hätte dies tödliche Nebenwirkungen zur Folge. Wir verabreichen das Medikament in der 10-fach höheren Dosis über einen Kurzschluss der Arterie und Vene durch eine Pumpe. (s. Abb. 2)

 

Wir erzielen hierdurch eine Ansprechrate >80 % und können so in der Regel eine Amputation, welche wie gesagt meist keinen Überlebensvorteil bringt, vermeiden. Die Auswirkungen von lokal verabreichtem TNF-alpha für den gesamten Organismus bleiben aber mit diesem Verfahren minimal.

 

Abb. 1: Weichteiltumor am Unterschenkel, ausgehend von der Wadenmuskulatur

 

Abb. 2: lokale Durchblutungsbehandlung mit TNF-alpha