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11.04.2018
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Medizinische Versorgung von Terroropfern: Bundesweit erstmalige Schulungskombination für Chirurgen eines Bundeslandes zu terrorassoziierten Verletzungen am UKS in Homburg

Die Bedrohung durch den globalen Terrorismus stellt eine zunehmende Herausforderung für unsere Gesellschaft dar, denn die Wahrscheinlichkeit terroristischer Anschläge nimmt in Deutschland zu. Ziel der Attentate in Europa ist in der Regel die zivile Bevölkerung.

Unkalkulierbare Gefahrensituationen am Ort des Geschehens und schwere Verletzungsmuster wie komplexe Schuss- und Explosionsverletzungen sowie die hohe Anzahl lebensgefährlich verletzter Menschen an möglicherweise mehreren Orten zu verschiedenen Zeitpunkten stellen Rettungskräfte, Notärzte und die behandelnden Kliniken sowohl vor neue medizinische als auch taktisch-strategische Herausforderungen.

Im 5-Punkte Plan der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zur Bewältigung terrorassoziierter Verletzungen spielen Schulungsmaßnahmen für medizinisches Personal eine wichtige Rolle. Durch die zu erwartenden spezifischen Verletzungsmuster, die erfahrungsgemäß eher Kriegsverletzungen zuzuordnen sind, sind besondere Kenntnisse in der Akutorganisation, aber auch in spezifischen, normalerweise wenig genutzten, chirurgischen Techniken erforderlich. Dazu wurden Schulungsformate entwickelt. Liegt bei DSTC, Definitive Surgical Trauma Care, der Schwerpunkt im Trainieren spezieller chirurgischen Fähigkeiten, so geht es in dem neuen Format TDSC, Terror and disaster surcigal care, um chirurgisch-taktische Übungen.

Auf Initiative des Direktors der Klinik für Unfallchirurgie des UKS, Universitätsprofessor Tim Pohlemann, findet nun vom 10. - 14. April 2018 in Homburg bundesweit erstmalig eine Kombinationsveranstaltung beider Kursformate für Chirurgen eines Bundeslandes statt, um durch die umfassende Komplettschulung eine deutlich verbesserte Expertise innerhalb der Krankenhäuser zu erreichen.

 

„Verletzungsschwere und Zahl der akut versorgungspflichtigen Verletzten übersteigt derzeitige Szenarien, ein Überleben dieser „Kriegsverletzungen“ ist ganz entscheidend von der innerklinischen Triage und Steuerung der erforderlichen Maßnahmen und besonders von ausreichender Verfügbarkeit speziell geschulter Chirurgen abhängig,“ stellt Professor Tim Pohlemann vom UKS in Homburg fest.

 

„Als Landesregierung unterstützen wir dieses besondere Kursangebot. Aktuell werden durch Förderung unseres Gesundheitsministeriums 14 Chirurginnen und Chirurgen aus 4 Krankenhäusern des saarländischen Traumanetzwerkes im UKS in Homburg geschult. Ziel ist eine systematische, landesweite und flächendeckende Vorbereitung der Krankenhäuser unseres Bundeslandes zur Bewältigung notwendiger lebensrettender Akutoperationen“, erklärt Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling.

 

Oberstarzt Professor Dr. Benedikt Friemert erläutert: „Gemeinsames Ziel der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie DGU und dem Sanitätsdienst der Bundeswehr ist es, die taktische und medizinische Kompetenz für die Versorgung von Terroropfern wissenschaftlich fundiert, bundesweit flächendeckend und nachhaltig weiter zu entwickeln.“

 

Die DGU trägt mit ihrer Initiative TraumaNetzwerk DGU® bereits seit 2006 dafür Sorge, dass schwerverletzte Menschen an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr und flächendeckend in ganz Deutschland die bestmöglichen Überlebenschancen haben. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr verfügt über medizinische Kompetenzen in besonderen Gefahrenlagen wie beispielsweise der Rettung unter Beschuss und der Versorgung von Schuss- und Explosionsverletzungen.

 

Im Saarland werden die Aktivitäten der BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherungsaufgaben) unter Leitung des saarländischen Innenministeriums in einer „Task Force Terrorassoziierte Sonderlagen“ koordiniert und dabei als bundesweite Besonderheit auch die chirurgischen Kliniken des Traumanetzwerkes Saar-(Lor)-Lux-Westpfalz einbezogen.

 

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. Tim Pohlemann

Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie

Universitätsklinikum des Saarlandes

Kirrberger Straße

D-66421 Homburg/Saar

Tel.: 0 68 41 / 16 - 3 15 02

Fax: 0 68 41 / 16 - 3 15 03

E-Mail: tim.pohlemann @uks.eu

 

www.uks.eu/unfallchirurgie