Saarland University Medical Center and Saarland University Faculty of Medicine
Aktuelles
You are here: >> Startseite >> Aktuelles >> Einzelansicht_News >> Aktuellesseite

Aktuellesseite

06.03.2018
VeranstaltungenAktuelles
Chronische Frauenkrankheit Endometriose: Endometriose-Zentrum der UKS-Frauenklinik in Homburg und Endometriose Selbsthilfegruppe Saarbrücken klären auf

Am Mittwoch, 14. März 2018, können sich Patientinnen, Angehörige und alle Interessierten ab 18 Uhr im Großen Hörsaal der Frauen- und Kinderklinik (Geb. 09, DG) am Universitätsklinikum des Saarlandes UKS in Homburg über die chronische Frauenkrankheit Endometriose informieren. Die Veranstaltung des Endometriose-Zentrums der Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin des UKS und der Endometriose Selbsthilfegruppe Saarbrücken findet im Rahmen der internationalen Aktion „März 2018: Endometriose Awareness Monat“ statt. Der Eintritt ist frei.

 

Wenn Regelschmerzen zur Qual werden, ist häufig eine Endometriose die Ursache. Erhebliche Regelschmerzen und starke Blutungen quälen Monat für Monat zahlreiche Frauen. Nach wie vor nehmen viele Frauen diese Einschränkung in der Lebensqualität hin, weil sie nicht wissen, dass sich dahinter eine ernsthafte chronische Erkrankung verbergen kann. Professor Erich-Franz Solomayer, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg und Mitglied der Europäischen Endometriose-Liga e.V., weist darauf hin, dass "starke Unterleibsschmerzen in jedem Fall gynäkologisch abgeklärt werden sollten“, denn in 70 - 80 % der Fälle liegt eine Endometriose vor. Nach aktuellen Schätzungen sind in Deutschland 10 - 15 Prozent aller Frauen im Alter zwischen 15 und 50 Jahren von einer Endometriose betroffen. Trotz dieser Häufigkeit ist das Krankheitsbild in der Öffentlichkeit nur unzureichend bekannt. So vergehen durchschnittlich immer noch sechs bis sieben Jahre vom Beginn der Beschwerden bis zur Diagnosestellung.

 

Endometriose ist behandelbar – je früher sie erkannt wird, desto schneller können entsprechende Therapien Linderung für die betroffenen Frauen bringen. Die Europäische Endometriose-Liga bietet auf ihrer Homepage, http://www.endometriose-liga.eu, viele Informationen für Patienten, aber auch für Ärzte. Unter anderem findet sich auf der Seite der sogenannte Endo-Test, http://www.endometriose-liga.eu/endo-test, der Frauen einen ersten Hinweis auf das Vorliegen der Erkrankung geben kann. Hilfe finden betroffene Frauen am Besten in zertifizierten Endometriosezentren. Mittlerweile gibt es in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, Tschechien, Georgien und Aserbeidschan zertifizierte Endometriosezentren. Auf der Homepage der EuroEndoCert, www.euroendocert.de, einer Gemeinschaftsinitiative der Stiftung Endometrioseforschung, der Europäischen Endometriose Liga e.V. und der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V., kann die Liste der zertifizierten Endometriosezentren eingesehen werden.

 

Endometriose tut häufig weh

Die Endometriose ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen von Frauen in Deutschland. Obwohl prinzipiell gutartig, kann sie erhebliche Schmerzen während der Regel, aber auch beim Stuhlgang, Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr verursachen. Bei der Erkrankung siedeln sich Herde von gutartigem Gebärmuttergewebe außerhalb der Gebärmutter häufig im kleinen Becken an. Diese verhalten sich wie die Gebärmutterschleimhaut in der Gebärmutter und zeigen zyklische Veränderungen inkl. Blutungen in den Bauchraum. Die Herde werden größer, es können sich blutgefüllte Zysten und Verwachsungen bilden. Je nach Lage und Ausprägung der Herde kann es zyklusabhängig zu starken Schmerzen und/oder verstärkten Blutungen kommen. Ohne Behandlung kann sich die Endometriose weiter ausbreiten. Auch wenn der Periodenschmerz und die starken Regelblutungen typisch sind, können diffuse weitere Beschwerdebilder (Darmbeschwerden, Blasenbeschwerden, Übelkeit u.v.m.) überdies außerhalb der Regel bestehen. Dies ist einer der Gründe, weshalb die Diagnose sich bei vielen Frauen verzögern kann. Deshalb ist es wichtig, die Krankheit frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die Ursachen der Endometriose sind trotz intensiver Forschung nach wie vor unklar.

 

Unerfüllter Kinderwunsch: Häufig ist eine Endometriose im Spiel

Auch bei unerfülltem Kinderwunsch ist eine Endometriose oftmals im Spiel. Professor Solomayer erklärt: "Durch die Endometriose können Eierstock und Eileiter in ihrer natürlichen Funktion so beeinträchtigt werden, dass eine Schwangerschaft schwieriger wird. Vor allem den ärztlichen Kollegen empfiehlt der Spezialist deshalb: "Bei unerfülltem Kinderwunsch muss man an Endometriose denken".

 

Diagnose Endometriose – was tun?

Bei Verdacht auf eine Endometriose erhebt die Frauenärztin/der Frauenarzt zunächst eine genaue Anamnese in Verbindung mit einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung. Bestätigt sich der Verdacht, erfolgt in der Regel eine minimal-invasive Bauchspiegelung (Laparoskopie), bei der bestehende Endometrioseherde meist direkt entfernt werden, denn „einmal operativ entfernte Herde können keine Beschwerden mehr verursachen“, so Professor Solomayer.

Neben der operativen Therapie stellt der medikamentöse Therapieansatz einen wichtigen Bestandteil der Therapie da. Neben klassischen Schmerzmedikamenten kommen hier Hormonpräparate zum Einsatz: „Dadurch, dass die Endometriose eine zyklus- und damit hormonabhängige Erkrankung ist, kann die Hormontherapie als eigenständige Therapie oder vor beziehungsweise nach einem operativen Eingriff sinnvoll sein“, erläutert Professor Solomayer. Ergänzende Therapien wie beispielsweise Osteopathie, Sport, eine Ernährungsumstellung, Akupunktur, Naturheilkunde, psychosomatische Unterstützung oder weitere komplementär-medizinische Maßnahmen können die Lebensqualität betroffener Frauen erheblich verbessern und so zum Behandlungserfolg beitragen.

 

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. Erich-Franz Solomayer

Direktor der Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin

Universitätsklinikum des Saarlandes

Kirrberger Straße

66421 Homburg

Tel.: 0 68 41 / 16 - 2 81 01

Fax: 0 68 41 / 16 - 2 80 79

E-Mail: erich.solomayer @uks.eu

www.uks.eu/frauenklinik

 

und

 

Europäische Endometriose-Liga e. V.

Dr. Ursula Leinemann

Habichtweg 7

21244 Buchholz

Telefon: 04102/23 71 08

Mobil: 0171/822 0186

Mail: leinemann @endometriose-liga.eu

www.endometriose-liga.eu