Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Leitung: Prof. Dr. Michael Stöckle
Sie befinden sich hier: >> Startseite >> Klinische Zentren und Einrichtungen >> Klinische Zentren und Einrichtungen am UKS >> Urologie >> Patienteninformationen >> FAQs - Oft gestellte Fragen - und ihre Antworten >> Harninkontinenz

FAQs zur Harninkontinenz

Was versteht man unter Harninkontinenz?

Harninkontinenz bezeichnet den unkontrollierten Harnabgang. Er tritt aus  unterschiedlichen Gründen in jedem Lebensalter auf, die Anzahl der Neuerkrankungen (Inzidenz) steigt jedoch mit zunehmendem Alter. Ältere Frauen sind doppelt so oft betroffen wie ältere Männer.

Welche Arten von Harninkontinenz gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Inkontinenz. Die häufigste Form ist die Belastungs-Inkontinenz (früher Stressinkontinenz genannt). Relativ verbreitet ist auch die Drang-Inkontinenz oder eine Kombination aus beiden.

Belastungs-Inkontinenz

Bei der Belastungs-Inkontinenz führt eine Druckerhöhung im Bauchraum zu unkontrolliertem Harnabgang - also beim Lachen, Husten, Niesen oder beim Heben von Lasten.

Ursachen:

  • Schwäche des Blasenschließmuskels
  • Die Wechseljahre können zu einem Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen führen, wodurch z. B. das Gewebe der Harnröhre und des Beckenbodens an Spannkraft verliert.
  • Schwäche der Beckenbodenmuskulatur durch Veränderungen im Becken als Folge von Geburten oder Operationen
  • Patienten und Patientinnen mit einer Belastungs-Inkontinenz leiden oft auch an einer angeborenen Bindegewebsschwäche, durch welche die genannten Veränderungen besonders begünstigt werden.

Dranginkontinenz

Die Dranginkontinenz ist durch sehr starken Harndrang mit anschließendem unwillkürlichen Harnabgang charakterisiert. Diese Form der Inkontinenz resultiert aus einer Überaktivität oder aus einer zu großen Empfindlichkeit der Harnblase.

Ursachen:

  • Harnwegsinfektion
  • Interstitielle Zystitis
  • Störung der die Blase versorgenden Nerven
  • Blasensteine und Blasentumoren
  • Häufig psychosomatisch hervorgerufene Blasenüberaktivität

Welche Beschwerden können zusätzlich zur Harninkontinenz auftreten?

Der Harnabgang kann nicht kontrolliert werden, je nach Ursache können außerdem auftreten:

  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Häufiges Wasserlassen
  • Nächtliches Urinieren
  • Blut im Urin (Hämaturie)


Wie stellt der Arzt die Diagnose?

  • Aus der Schilderung der Patientin bzw. des Patienten (Anamnese) und durch ein Miktionstagebuch, in dem die Patientin bzw. der Patient willkürliche und unwillkürliche Blasenentleerung dokumentiert
  • Urinuntersuchung, um eine Harnwegsinfektion durch Bakterien auszuschließen
  • Ultraschall-Untersuchung mit Restharnkontrolle
  • Urologische und gynäkologische Untersuchung
  • Untersuchung der harnableitenden Organe, zum Beispiel durch eine Blasenspiegelung
  • Spezialuntersuchungen wie Urodynamik oder Uroflowmetrie. Dabei misst man den Blasendruck während des Urinierens beziehungsweise den Harnfluss in entspanntem Zustand oder beim Pressen.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Belastungs-Inkontinenz:

  • Beckenbodengymnastik und gezieltes Training
  • Weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) werden in Form von Salben oder Zäpfchen in die Scheide eingeführt, über ein Pflaster auf die Haut aufgebracht oder in Tablettenform eingenommen.
  • Medikamente zur Erhöhung der Spannkraft des Schließmuskels
  • Tragen von speziellen Hilfsmitteln (z. B. Würfel-Pessar oder Ring-Pessar)

In geeigneten Fällen eine Operation

 

Operationen bei Belastungs-Inkontinenz:

  • Vorraussetzung für eine erfolgreiche Operation ist die genaue Zuordnung der Inkontinenzart und das Erkennen der Ursache. Erst dann wird das Operationsverfahren festgelegt. In jüngster Zeit haben sich minimalinvasive Behandlungen wie das Transobturator Tape (TOT), im Volksmund auch ?Bändchenoperation?, durchgesetzt. Liegt eine Senkung der Blase vor, so sollte diese ebenfalls beseitigt werden.

Dranginkontinenz:

  • Entleeren der Harnblase in regelmäßigen Abständen (z. B. alle zwei bis drei Stunden), um dem starken Harndrang entgegenzuwirken
  • Blasentraining
  • Medikamente, die die Blase entspannen
  • Behandlung einer Blaseninfektion- falls vorhanden.

Urologie - Kontakt - Kompakt

Klinikdirektor
Univ.-Prof. Dr. Michael Stöckle
Stellv. Klinikdirektor
Prof. Dr. Stefan Siemer

Tel.: 06841 - 16 - 24702, - 24704
Fax: 06841 - 16 - 24795
Geschfd. Pflegedienstleitung
Reinhard Süß, Dipl.-Pflegewirt (FH)
Tel.: 06841 - 16 - 24790
Fax: 06841 - 16 - 24814

Stationen /Funktionsbereiche
U04 - U05 - PL-01

Auskunft / Pforte
Tel.: 06841 - 16 - 24700, - 24701
Fax: 06841 - 16 - 24795, - 24713

Postanschrift
Klinik für Urologie und
Kinderurologie
Universitätsklinikum des Saarlandes
Kirrberger Straße
D-66421 Homburg/Saar

Harninkontinenz- und interstitielle Zystitis u. urogynäkologische Sprechstunde

Oberärzte und ärztl. Mitarbeiter
Dienstag nach Vereinbarung
Voranmeldung unter 06841 - 16 - 24708

Ihr Weg zu uns:

mit Bahn und Bus
[www.bahn.de Anreisebutton]

mit dem Auto
Route berechnen