Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Leitung: Prof. Dr. Michael Stöckle
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Hoden und Penis

Das Peniskarzinom tritt am häufigsten an der Eichel und an der Vorhaut auf. Bei einem frühzeitigen Erkennen der Erkrankung kann der Krebs lokal behandelt und geheilt werden.  Unbehandelte Tumoren können sich auf die Schwellkörper, die Harnröhre und auch die Prostata ausdehnen. Die bösartigen Zellen des Peniskrebs können über das Lymphgefäßsystem in die Lymphknoten der Leisten und des Beckens streuen.
In 95 Prozent aller Tumoren am Penis handelt es sich um ein Plattenepithelkarzinom, einen bösartigen Tumor, der durch Entartung von Zellen der äußersten Hautschicht entsteht. In sehr seltenden Fälle wächst auch ein anderer Hautkrebs, wie das Basaliom oder das maligne Melanom (der schwarze Hautkrebs) im Bereich des Penis.

Das Karzinom des Penis macht nur rund 0,5 % aller malignen Erkrankungen bei Männern aus (ca. 600 Neuerkrankungen / Jahr inDeutschland). In westlichen Industrieländern (Europa) ist das Peniskarzinom eine sehr seltene Erkrankung, während es in einigen südlichen Ländern (z.B. Südamerika) ein ernst zu nehmendes Gesundheitsproblem darstellt.

Die Ursachen für die Entstehung vom Peniskrebs sind nicht vollständig geklärt. Als eine der häufigsten Ursachen werden chronische und wiederkehrende Infektionen an der Glans (Eichel) oder der Vorhaut vermutet. Dieser Zustand wird neben einem höheren Lebensalter und mangelnder Hygiene durch eine Vorhautverengung (Phimose) begünstigt. So ist im Gegensatz dazu bei beschnittenen Männern der Peniskrebs eine Seltenheit. Aber nur eine im Kindesalter erfolgte Beschneidung führt zu einer effektiven Senkung des Risikos an einem Peniskarzinom zu erkranken.
In einigen klinischen Studien konnte ein Zusammenhang zwischen einer Infektion mit dem humanen Papilloma-Virus (HPV) – insbesondere die Subtypen 16 & 18 - , und der Entstehung von Peniskrebs aufgezeigt werden. Insbesondere diese From der chronischen und wiederkehrenden Infektionen stellen ein erhebliches Risiko dar. Es ist sicher, dass einige dieser Virensubtypen bei Frauen Gebärmutterhalskrebs auslösen. Die Untersuchen in verschiedenen Studien lassen vermuten, dass auch diese Virussubtypen beim Mann den Peniskrebs verursachen. HPV-Infektionen führen bei beiden Geschlechtern zu warzenähnlichen Veränderungen der Genitalhaut. Auf Grund der typischen Lokalisation der Infektion gehört die HPV-Infektion weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren  Krankheitserregern. Bestimmte Schleimhaut-Veränderungen, so genannte Leukoplakien, können ebenfalls eine Vorstufe von Peniskrebs sein. Sie sind als weißliche Veränderungen der Schleimhaut erkennbar.

Das Peniskarzinom verursacht sehr lange keine Symtome. Es gibt eine Reihe verschiedener Frühsymptome. Diese sind aber zum Teil recht uncharakteristisch und stehen oft mit anderen andere Erkrankungen in Verbindung. So treten chronisch-entzündliche Veränderungen an Glans und Vorhaut des Penis auf. In der Frühphase wächst das Peniskarzinom sehr langsam und verursacht im Beginn der Erkrankung oft keine Schmerzen oder sonstige Beschwerden. Auf folgende Symptome sollten Sie achten und beim Auftreten unverzüglich Ihren Urologen aufsuchen:

•    Geschwollene und/oder verhärtete Glans penis
•    Verhärtete und/oder geschwollene Vorhaut
•    Kleine Geschwüre oder Knötchen auf der Glans penis
•    (leicht) blutende Haustellen an der Glans penis und/oder Vorhaut
•    schlecht heilende Haustellen der Glans penis und/oder Vorhaut

Peniskarzinome sind in der Regel nicht schmerzhaft.
Im Gegensatz zu den Frühstadien des Peniskrebs ist das fortgeschrittene Stadium nicht mehr langsam wachsend. Eine Schwellung der Leistenlymphknoten kann ein Zeichen dafür sein, dass sich das Peniskarzinom ausgebreitet hat.