Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Leitung: Univ.-Prof. Dr. med. Arno Bücker M.Sc.
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Prostata-Embolisation

Evaluation der transarteriellen Embolisation der Prostata im Vergleich zur offenen Prostata-Adenomektomie (PIEMONTE-Studie)

 

Sehr geehrter Patient,

 

Sie leiden an einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse), medizinisch genannt „Benigne Prostatahyperplasie (BPH)“. Die BPH ist charakterisiert durch eine Größenzunahme der Prostata, die zu typischen Symptomen führen kann:

- vermehrtes nächtliches Wasserlassen

- Harnstrahlabschwächung

- stotternde Blasenentleerung

- Nachträufeln nach dem Wasserlassen

- unvollständige Blasenentleerung bis zum Harnverhalt und

- Harnwegsinfektionen

 

Unbehandelt droht im Falle eines Harnverhaltes eine Nierenschädigung bzw. Nierenversagen, da kein Abfluss des Urins aus der Blase mehr möglich ist.

 

 

Das bewährte Behandlungsverfahren besteht in einer urologischen Operation zur Verkleinerung der Prostata. Abhängig von der Größe der Prostata erfolgt der Eingriff endoskopisch durch die Harnröhre (Transurethrale Prostataresektion, TURP) oder bei größerer Prostata über einen Unterbauchschnitt durch die Harnblase (Prostata-Adenomektomie, PAE) in Narkose.

 

In enger Kooperation zwischen Urologie und Radiologie testen wird im Rahmen einer klinischen Studie am UKS als weiteres Instrument zur Behandlung der Prostatavergrößerung das neue Verfahren der Prostataembolisation, das nur an vereinzelten spezialisierten Zentren in Deutschland verfügbar ist.

 

Bei deutlich vergrößerter, operativ behandlungsbedürftiger Prostatavergrößerung besteht die Möglichkeit der Teilnahme an einer Vergleichsstudie, in der das neuartige Verfahren der Prostataembolisation mit dem bewährten urologisch-operativen Verfahren verglichen werden soll.

 

Was ist die Prostata-Adenomektomie?

Bei der Prostata-Adenomektomie wird die Prostata in Vollnarkose oder Spinalanästhesie über einen Schnitt im Unterbauch durch die eröffnete Harnblase wie das Fruchtfleisch einer Apfelsine ausgeschält. Die Operation dauert circa 60-90 Minuten, der Krankenhausaufenthalt beträgt dazu 5-7 Tage. Viele Studien haben die Effektivität dieses Operationsverfahrens bewiesen, sodass es bei deutlich vergrößerter Prostata den Goldstandard der Therapie darstellt.

 

Was ist die Prostata-Embolisation?

Bei der Prostata-Embolisation wird mittels minimal-invasiver Katheter-Technik die Blutzufuhr zur Prostata unterbunden. Dies führt in den folgenden Wochen zur Verkleinerung der Prostata und somit einer Reduktion der Kompression der Harnröhre. Hierdurch kann Ihre Beschwerdesymptomatik wie durch das operative Vorgehen gemindert werden.

Dazu wird nach örtlicher Betäubung der Haut über die Leistenarterie ein dünner Katheter von weniger als 1 mm Durchmesser zur Prostata vorgeführt. Die Gefäßversorgung der Prostata wird anschließend mit kleinen Teilchen von wenigen Hundertsteln Millimetern Durchmesser verstopft (Embolisation) und das Organ in der Folge aushungert. Zur Prostata-Embolisation ist ein Krankenhausaufenthalt von 1-2 Tagen notwendig.

 

Was ist das Ziel der Behandlung?

Das Ziel beider Behandlungsmethoden ist die Verkleinerung der Prostata. Sollte die durch die Embolisation erreichte Verkleinerung der Prostata bereits zu einer ausreichenden Beschwerdebesserung führen, so kann auf eine weitere Operation verzichtet werden. Sollte die Embolisation jedoch nur unzureichend Ihre Symptome verbessern, besteht ohne Nachteile weiterhin die Möglichkeit zur urologischen Operation. Hierbei kann sogar durch die vorherige Embolisation der etwaige Operationsaufwand begünstigt werden.

 

Wie ist der organisatorische Aufwand bei Studienteilnahme an der PIEMONTE-Studie?

Am Vortag der Behandlung (Embolisation oder Operation) sind nach Einverständnis zur Studienteilnahme in der Klinik für Urologie und in der Klinik für Radiologie Voruntersuchungen mit Blutentnahme (u.a. zur Krebsabklärung Prostata-spezifisches Antigen (PSA)), Ultraschall, Harnstrahlmessung, Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) notwendig. Nach Entlassung sind regelmäßige Nachuntersuchungen im Abstand von 1 Monat, 3, 6 und 12 Monaten vorgesehen.

 

 

Sprechen Sie uns an! Bei Interesse an der Studien-Teilnahme zur Prostata-Embolisation wenden Sie sich gerne zu einer persönlichen Beratung an:

 

Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie:

Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. med. Arno Bücker oder

Oberarzt Dr. med. Alexander Maßmann

Telefon 06841 1624600

 

Klinik für Urologie und Kinderurologie:

Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. med. Michael Stöckle oder

Stellv. Klinikdirektor Prof. Dr. med. Stefan Siemer oder

Assistenzärztin Frau Dr. med. Christina Niklas

Telefon 06841 1624700

 

am Universitätsklinikum des Saarlandes Homburg/Saar

 

Die Studie wurde genehmigt von der

- Deutschen Röntgen Gesellschaft DRG

- Bundesamt für Strahlenschutz BfS

- Ethikkommission des Saarlandes

- Eintrag im Deutschen Register für Klinische Studien DRKS Nr. 31052015

Technik der Prostata-Embolisation

Katheter-Angiographie der Hauptschlagader (Aorta) und Beckenarterien über einen Katheter in der rechten Leistenarterie. Die runde Struktur (Markierung mit Stern) ist ein Blasenkatheter.

 

Katheter-Angiographie der inneren Beckenarterien (Pfeil). Ein dünner Katheter wird vorsichtig in die Prostataarterie (Pfeilspitzen) vorgeführt.

 

Darstellung der Gefäßversorgung (Pfeil) der Prostata (Stern) vor der Embolisation

 

Nach Prostataembolisation sind die Arterien verstopft. Die rote Markierung illustriert die hier zuvor noch durchblutete Prostata.

 

Die MRT - Magnetresonanztomographie zeigt die Ausdehnung der Prostata vor der Prostataembolisation (Markierung mit Stern = Prostata, Markierung mit Pfeil = transurethraler Harnblasenkatheter bei Harnverhalt)

 

Die MRT 4 Wochen nach der Embolisationsbehandlung zeigt eine Schrumpfung der Prostata auf weniger als ein Drittel des ursprünglichen Ausgangsvolumens (Markierung mit Stern = Prostata). Es liegt keine Verengung der Harnröhre mehr vor.

Ansprechpartner

Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie:

Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. med. Arno Bücker

Interventionelle Radiologie Oberarzt PD Dr. med. Alexander Maßmann

Sekretariat Frau Roth
Kirrberger Straße, Geb. 50.1
66421 Homburg/Saar
Telefon 06841/16-24601
Email: daniela.roth @uks.eu

Gefäßdarstellung der Prostata

vor Embolisation

 

nach Embolisation