Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Nuklearmedizin
Prof. Dr. Samer Ezziddin
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„Molekulare Bildgebung des Knochenstoffwechsels mittels radiomarkiertem Fluorid“

18F-Fluorid-PET/CT zur Darstellung von Knochentumoren und anderen knöchernen Prozessen


Verschiedene Erkrankungen des Skelettsystems gehen mit einer Veränderung des Knochenstoffwechsels einher (z.B. Knochenmetastasen oder primäre Knochentumoren aber auch eine Vielzahl gutartiger Erkrankungen). Hier wird neue Knochensubstanz durch die Osteoblasten (knochenaufbauende Zellen) viel schneller aufgebaut als dies im gesunden Knochen der Fall ist. Das im Fluorid-PET verwendete radioaktiv markierte Natriumfluorid (18F-Fluorid) wird analog zu Phosphat und Kalzium in die Knochenmatrix eingebaut, so dass stoffwechselaktive Bereiche des Knochens sichtbar gemacht werden können. Da eine Veränderung des Knochenstoffwechsels einer Veränderung der morphologischen Knochenstruktur meist voraus geht, lassen sich mit der 18F-Fluorid-PET/CT verschiedene Erkrankungen frühzeitig diagnostizieren (im Vergleich zur alleinigen radiologischen Bildgebung). Zudem ergeben sich aus dem Speicherverhalten von bösartigen Knochenerkrankungen im Fluorid-PET möglicherweise neue therapeutische Optionen (z.B. Radionuklidtherapie bei Knochenmetastasen).

 

Indikationen

  • Knochenmetastasen:
    • Nachweis
    • Ausbreitungsbestimmung (=Staging)
    • Verlaufskontrolle und Therapieüberwachung (Monitoring)

  • Primäre Knochentumore (Nachweis und Ausbreitungsdiagnostik)
  • Darstellung benigner Knochenläsionen
  • Nachweis von Skelettläsionen nach traumatischen Ereignissen oder chronischem Schmerz
  • Bestimmung des Schweregrades oder der Befallslokalisation von Knochenstoffwechselstörungen (z.B. M. Paget, Osteoporose, Osteodystrophie, Hyperparathyreoidismus)

 

Untersuchungsvorbereitung

Zur erfolgreichen Durchführung müssen Sie nicht nüchtern sein. Achten Sie im Vorfeld auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Da das Radiopharmakon eine kurze Halbwertszeit (ca. 2 Stunden) hat und eigens für Sie angeliefert wird bitten wir um pünktliche Vorstellung zum vereinbarten Termin.

 

Untersuchungsablauf

Anamnese und ausführliche Aufklärung über die Untersuchung durch den zuständigen Arzt. Injektion des  radioaktiv markierten 18F-Fluorid in eine Armvene. Nach einer Wartezeit von 60 min, in der sich das Medikament im Knochen anreichert, wird die eigentliche Aufnahme am PET-Gerät gestartet. Während der Aufnahmezeit (ca. 20 – 30 min) müssen Sie ruhig liegen.

 

Das PET-CT Gerät ist nach oben (zum Kopf hin) und nach unten (zu den Beinen hin) offen und nicht mit einer Röhre vergleichbar. Bei ausgeprägter „Platzangst“ (Klaustrophobie) kann jedoch eine Angst-lösende Prämedikation erforderlich bzw. ratsam sein. Bitte bedenken Sie, dass Sie bei einer solchen Angst-lösenden (anxiolytischen) Medikation am Untersuchungstag nicht fahrtüchtig sind! Bei Fehlen einer hartnäckigen „Platzangst“ (99% der Fälle) ist keine solche Medikation erforderlich und Sie können entsprechend auch selbst Auto fahren (vor und nach der Untersuchung).

 

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen können sich aus der Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel  im Rahmen der eventuell begleitenden kontrastmittelunterstützten CT ergeben (Unverträglichkeitsreaktion, Schilddrüsenüberfunktion, Verstärkung einer vorbestehenden Niereninsuffizienz). Von der Injektion des radioaktiven Tracers selbst sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

 

Fragen

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die PET-CT Abteilung (Tel.: 06841/16-24666) oder den verantwortlichen Arzt oder Direktor der Klinik (Sekretariat Tel.: 06841/16-22201).

Leitlinie Fluorid PET/CT

Die deutsche Leitlinie für die Diagnostik mittels Fluorid-PET (CT) wurde unter federführender Beteiligung der Homburger Klinik für Nuklearmedizin erstellt.

MIP (Maximumintensitätsprojektion) einer GK Fluorid PET/CT Aufnahme

Multifokale Knochenmetastasen eines Prostatakarzinoms
Diffuse (disseminierte) Knochenmetastasierung