Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Nuklearmedizin
Prof. Dr. Samer Ezziddin
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18F-DOPA-PET/CT zur Tumordarstellung und Diagnostik von neuroendokrinen bzw. chromaffinen Tumoren

Neuroendokrine Tumorzellen zeigen eine erhöhte Aktivität des Enzyms DOPA-Decarboxylase, welches die Umwandlung des Aminpräkursors DOPA in das biogene Dopamin katalysiert. Diese Tatsache macht sich die Nuklearmedizin zu Nutze und verwendet das radiomarkierte Amin 18F-DOPA zur quantitativen Abschätzung der Aktivität der DOPA-Decarboxylase in einem bestimmten Bereich des Körpers (Tumor). Anders als bei der Rezeptor-vermittelten PET/CT-Bildgebung für die Darstellung von NETs (z.B. 68Ga-DOTANOC) kann hier eine Aussage bezüglich des Zellmetabolismus innerhalb der Tumorzellen gemacht, und somit therapeutisch wegweisende Information über die Tumorbiologie erhalten werden. Die Durchführung des F-DOPA-PET/CTs ist prinzipiell bei jedem Tumor neurektodermalen Ursprungs indiziert, insbesondere bei den medullären Schilddrüsenkarzinomen, den Päochromozytomen/Paragangliomen sowie bei Verdacht auf eine kongenitale Hyperinsulinämie.

18F–DOPA PET–CT: 3-Achsen-Ansicht des F–DOPA positiven Tumorrezidives links paraaortal mit einem max. Durchmesser von 5 cm. A: reines CT, B: fusioniertes PET–CT, C: reines F-DOPA–PET. Aus D. Barski, S. Ezziddin, S. Heikaus et al. Diagnosis of extra-adrenal phaeochromocytoma after nephrectomy. Cent European J Urol. 2014.

Indikationen / Anwendungsgebiete

  • neuroendokrine Tumore (NET), insbes. pankreat NET und sogenannte „Karzinoide“ (serotonin-produz. NET des Dünndarms, der Lunge oder des Rektums)
  • medulläre Schilddrüsenkarzinome
  • Phäochromozytome und Paragangliome
  • Neuroblastome
  • kongenitale Hyperinsulinämie

 

Untersuchungsvorbereitung

Zur erfolgreichen Durchführung der Untersuchung sollten Sie nach Möglichkeit 4 Stunden nüchtern sein. Bitte fragen Sie bei Anmeldung in Bezug auf Ihre Fragestellung noch mal nach der Erfordernis zum Nüchtern sein nach. Da das Radiopharmakon eine kurze Halbwertszeit von ca. 2 Stunden hat und eigens für Sie angeliefert wird, bitten wir um pünktliche Vorstellung zum vereinbarten Termin.

 

Unterlagen

Bitte bringen Sie zur Untersuchung alle relevanten Unterlagen mit (insbesondere Bilder und Befunde von Voruntersuchungen, gerne auch in digitaler Form auf CD sowie Arztbriefe). Für die eventuelle intravenöse Kontrastmittelgabe im Rahmen der CT (Computertomografie) lassen Sie bitte möglichst zeitnah - idealerweise in der Woche vor der Untersuchung -  bei Ihrem Hausarzt den Kreatininwert im Blut bestimmen. Das Ergebnis der Blutuntersuchung sollten sie dabei führen.

 

Untersuchungsablauf

Anamnese und ausführliche Aufklärung über die Untersuchung durch den zuständigen Arzt. Abhängig von der Fragestellung erfolgt eine Prämedikation mit Carbidopa. Injektion des Tracers (Radiopharmazeutikums) 18F-DOPA in eine Armvene, dies verursacht keinerlei Nebenwirkungen. Nach einer Wartezeit von 30-90 Minuten (je nach Fragestellung zusätzliche Frühaufnahme), in der sich das Medikament im Körper verteilt, wird die eigentliche Aufnahme (Untersuchung) am PET-Gerät gestartet. Während der Aufnahmezeit (20 bis maximal 30 min) müssen Sie ruhig liegen.

 

Das PET-CT Gerät ist nach oben (zum Kopf hin) und nach unten (zu den Beinen hin) offen und nicht mit einer Röhre vergleichbar. Bei ausgeprägter „Platzangst“ (Klaustrophobie) kann jedoch eine Angst-lösende Prämedikation erforderlich bzw ratsam sein. Bitte bedenken Sie, dass Sie bei einer solchen Angst-lösenden (anxiolytischen) Medikation am Untersuchungstag nicht fahrtüchtig sind! Bei Fehlen einer hartnäckigen „Platzangst“ (99% der Fälle) ist keine solche Medikation erforderlich und Sie können entsprechend auch selbst Auto fahren (vor und nach der Untersuchung).

 

Nebenwirkungen

Von der Injektion des radioaktiven Tracers selbst sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Nebenwirkungen können sich aus der Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel im Rahmen der eventuell begleitenden kontrastmittelunterstützten CT ergeben (Unverträglichkeitsreaktion, Schilddrüsenüberfunktion, Verstärkung einer vorbestehenden Niereninsuffizienz). Bitte weisen Sie im Aufklärungsgespräch mit unseren Ärzten unbedingt darauf hin, falls in der Vergangenheit eine Kontrastmittelreaktion bei Ihnen aufgetreten ist (Hautrötung, Juckreiz, Schwellungen, Atemnot etc.).

 

Fragen

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die PET-CT Abteilung (Tel.: +49 6841/16-24666), den verantwortlichen Arzt oder den Direktor der Klinik (Sekretariat Tel.: +49 6841/16-22201).

Informationen


Weitere Informationen zu PET/ CT erhalten Sie unter folgender Telefonnummer:

Tel.: 06841/16-24666

Fax.: 06841/16-24805

pet-ct@uks.eu

PET/CT Exzellenz-Zentrum

Die Homburger Klinik für Nuklearmedizin erhielt als eines von 13 Zentren in Deutschland die EARL PET/CT Akkreditierung der European Association of Nuclear Medicine (EANM).