Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Innere Medizin V - Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin
Leitung: Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Robert Bals
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Pollenwarndienst der Klinik für Innere Medizin V-

Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin
Was sind Pollen?

Der Pollen wird von Samenpflanzen (Spermatophyta) zur geschlechtlichen Fortpflanzung produziert. Das Pollenkorn ist die männliche Keimzelle der Blütenpflanze. Die Pollenkörner entstehen im Pollensack der Anthere (Staubbeutel). Jede Anthere enthält mehrere, meist 4 Pollensackkammern, die Mikroaporangien genannt werden. Aus den Pollenmutterzellen entstehen durch meiotische Zellteilung (Reduktionsteilung) die Pollenkörner (Mikrosporen). Diese sind für jede Pflanze von typischer Gestalt. Die Größe der Pollenkörner variiert von Art zu Art, sie kann zwischen 8 μm und 250 μm liegen. Der Pollen wird vom Wind (Anemogamie), Wasser (Hydrogamie) oder durch Tiere (Insekten, Vögel; Zoogamie) verbreitet. Die meisten Pflanzen, deren Pollen allergologisch relevant sind, sind anemophil (windblütig). Für die Windbestäubung kommen nur Pollenkörner mit geringem Umfang (meistens zwischen 15 μm und 40 μm) in Betracht, da nur sie die erforderliche Schwebefähigkeit in der Luft erreichen können, um größere Strecken zurückzulegen. Windbestäubende Pflanzen müssen eine wesentlich größere Menge an Pollen produzieren, um die Bestäubung zu sichern. Sie werden vom Wind über weite Strecken bis zu einigen hundert Kilometer verbreitet. Bei Allergikern kommt es dann zu einem Heuschnupfen-Anfall, wenn die Pollenkonzentrationen in der Luft einen bestimmten Schwellenwert übersteigt, der je nach Pflanzenart unterschiedlich ist. Bei Roggenpollen reichen bereits 6 Pollen pro Kubikmeter Luft, während der Schwellenwert bei Gräsern bei 30 Pollen liegt. An einem sonnigen Tag kann jedoch der Pollengehalt der Luft um ein Vielfaches des jeweiligen Schwellenwertes ansteigen. Pollenkörner sind nur mit dem Mikroskop zu erkennen. Sie bestehen aus Zellen, die von einer widerstandsfähigen Hülle (Exine) umgeben sind. Pollen enthalten Allergene, (dabei handelt es sich um Proteine und Glykoproteine), welche wasserlöslich sind und die bei Kontakt der Pollen mit der menschlichen Schleimhaut meist innerhalb von Sekunden freigesetzt werden und in diese eindringen können. Der Pollenflug ist wetterabhängig, d.h. von Temperatur, Wind und Niederschlag. Nur bei bestimmten Temperaturen fangen die Pflanzen zu blühen an. Je stärker der Wind ist, je mehr und weiter werden die Pollen verbreitet. Bei Regen wird ein großer Teil der Pollen direkt zum Boden transportiert.


Birkenpollen