Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Informations- und Behandlungszentrum für Vergiftungen des Saarlandes
Leitung: Dr. Erol Tutdibi
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Wir über uns

Gemäß §16e des Chemikaliengesetzes ist das Informations- und Behandlungszentrum für Vergiftungen in Homburg/Saar das zuständige Giftnotrufzentrum des Bundeslandes Saarland. Hauptaufgabe der Homburger GIZ ist die Beratung in Vergiftungsnotfällen. Diese Dienstleistung steht jedem Anrufer kostenlos zur Verfügung: Beraten werden Privatpersonen, Ärztinnen und Ärzte in Kliniken, Praxen oder anderen Einrichtungen, Mitarbeiter/-innen von Rettungsdiensten, Polizei, Feuerwehr und Gesundheitsbehörden, Veterinärmediziner/innen sowie Presse und andere Medien. Die Beratung erfolgt an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr.

 

Weltweit existiert eine ungeheure Anzahl von möglichen Giftstoffen. Allein im Chemikalienbereich sind es viele Millionen unterschiedliche Stoffe, die potenziell toxisch sind. Hinzu kommen Giftstoffe aus dem Bereich der Arzneimittel und aus der Pflanzen- und Tierwelt. Zur adäquaten Beantwortung der Vergiftungsanfragen müssen deshalb eine große Reihe verschiedenster Datenquellen zur Verfügung gestellt und gepflegt werden. Dies geschieht heutzutage großenteils in Form von ausgedehnten Datenbanken auf internen oder externen Datennetzen. Ziel der Beratung ist es, dem Anrufer, ob Laie oder Arzt, eine auf den Einzelfall bezogene Risikoeinschätzung und Therapieempfehlung zu geben, um eine optimal Behandlung zu erreichen und unnötige Therapierisiken für den Patienten zu vermeiden. Eine gute Beratung bedeutet im Vergiftungsfall auch eine erhebliche Kostenersparnis durch Vermeidung überflüssiger Inanspruchnahme medizinischer Notfalleinrichtungen; ein zusätzlicher Aspekt in Zeiten knapper Haushaltsmittel.

 

 

Prävention - Toxikovigilanz

 

Neben der Beratung in Vergiftungsfällen stellen die Informationszentralen für Vergiftungen der BRD aus epidemiologischer Sicht ein unverzichtbares ?Frühwarnsystem? dar. Beim gehäuften Auftreten von Vergiftungen mit bestimmten Produkten können diese Informationen an die zuständigen Überwachungsbehörden (Bundesinstitut für Risikobewertung) übermittelt werden, und somit ein effektiver Verbraucherschutz erzielt werden (Toxikovigilanz). Um diese Daten generieren zu können ist eine effiziente, personalintensive Dokumentation erforderlich. Des Weiteren kann durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit die Bevölkerung über mögliche Risiken im persönlichen Umfeld (Haushalt, Garten etc.) aufgeklärt werden.

 

 

Giftberatung

 

Hauptaufgabe des hiesigen Informations- und Behandlungszentrums für Vergiftungen ist die Beratung in akuten Vergiftungsnotfällen. Anrufen kann jeder: Beraten werden Privatpersonen, Ärztinnen und Ärzte in Kliniken und Praxen, Mitarbeiter von Rettungsdiensten, Polizei, Feuerwehr und Gesundheitsbehörden. Der Beratungsdienst ist 365 Tage im Jahr rund um die Uhr besetzt. Die Giftberatung ist kostenlos. Ein Schwerpunkt in der Beratung sind Vergiftungen im Kindesalter.

 

 

Behandlung vergifteter Patienten

 

Patienten mit schweren Vergiftungen können im Universitätsklinikum des Saarlandes (Universitätskinderklinik bzw. Medizinische Klinik) behandelt werden. In beiden Kliniken stehen sämtliche Therapiemöglichkeiten, insbesondere alle Methoden der sekundären Giftentfernung und ein Antidotarium (Depot für Gegengifte) zur Verfügung.

 

 

Toxikologische Analysen

 

Toxikologische Analysen werden im Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie (Direktor: Univ.-Prof. Dr. Maurer), dem Zentrallabor des Universitätsklinikums und dem Labor des Gerichtsmedizinischen Instituts durchgeführt.