Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Institut für Molekulare Zellbiologie
Prof. Dr. Peter Lipp
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Z-Substanzen

 

Zolpiedem


1. Einführung

Die Z-Substanzen, auch Z-Drugs oder Nicht-Benzodiazepine genannt, sind eine Klasse von verschreibungspflichtigen Medikamenten zur Behandlung von Schlafstörungen, insbesondere Ein- und Durchschlafstörungen, deren Wirkstoffnamen mit "Z" beginnen (z.B. Zolpidem, Zopiclon und Zaleplon).

 

In den 1990er Jahren kamen die Z-Substanzen als Alternative zu den häufig verschriebenen Benzodiazepinen, die starke Nebenwirkungen wie Tagesmüdigkeit und verminderte Reaktionsfähigkeit zur Folge haben, auf den Markt und sind heute das Mittel der Wahl.

 

 

2. Wirkung

Die Z-Substanzen sind zwar chemisch anders aufgebaut als die Benzodiazepine, haben jedoch eine ähnliche Wirkungsweise an den gleichen Bindungsstellen im Gehirn. Sie führen zu einer vermehrten Ausschüttung des Neurotransmitters Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) und wirken als Agonisten an GABA-Rezeptoren. Sie haben eine dämpfende Wirkung und ermöglichen somit ein leichteres Einschlafen, wirken schlafanstoßend, anxiolytisch, antikonvulsiv und muskelrelaxierend. Die Z-Substanzen haben jedoch im Gegensatz zu den Benzodiazepinen in niedriger Dosierung keinen Einfluss auf die verschieden Schlafphasen; es werden weder Tief- noch Traumschlafphase (REM-Schlafphase) beeinflusst, wodurch es zu einem erholsamen Schlaf kommt. Außerdem haben sie eine Wirkdauer von lediglich zwei bis acht Stunden und werden somit auch schneller vom Körper abgebaut als Benzodiazepine.

Sie werden in der Regel in Tablettenform oral verabreicht, jedes Präparat hat jedoch eine etwas andere Zusammensetzung und Wirkungsweise.

 

3. Nebenwirkungen

Die kurze Wirkdauer der Z-Substanzen führt häufig dazu, dass Patienten nachts aufwachen und eine weitere Tablette einnehmen, um weiterschlafen zu können. Damit steigt das Risiko für unerwünschte Wirkungen. Beispielsweise können sich die Personen morgens länger müde fühlen und es kann zu kognitiven Einschränkungen, wie Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen, sowie zu verringerten Reaktionsgeschwindigkeiten kommen (sog. Hang-over). Dadurch ist es empfohlen, frühestens acht Stunden nach Einnahme des Medikaments Fahrzeuge oder Maschinen zu bedienen.

Ebenso wie Benzodiazepine besitzen Z-Substanzen ein Abhängigkeitspotential und können somit Entzugserscheinung zur Folge haben. Bei abruptem Absetzen kann es ebenso zu Rebound-Insomnien kommen. Auch wenn diese im Gegensatz zu den Benzodiazepinen deutlich abgeschwächt auftreten, ist die Anwendung ebenfalls so kurz wie möglich und die Dosis so gering wie möglich zu halten, außerdem sollten die Z-Substanzen nach längerer Einnahme ausschleichend abgesetzt werden.