Störungen an Membranproteinen können beim Menschen schwerwiegende Folgen wie Alzheimer, Krebs, Herz-Kreislaufstörungen oder Autoimmunkrankheiten nach sich ziehen. Umso wichtiger ist es, Veränderungen an diesen Proteinen genauer zu untersuchen. Fehlfunktionen von Membranproteinen besser zu verstehen, haben sich auch Forscher der Universität des Saarlandes und der Technischen Universität Kaiserslautern zum Ziel gesetzt. Bereits seit Jahren forschen die Teams vom Homburger Professor Richard Zimmermann und Professor Ekkehard Neuhaus von der TU Kaiserslautern gemeinsam auf dem Gebiet der Biomembranen.
Die DFG hat nun einen Antrag der beiden Unis zur Einrichtung eines Internationalen Gradiuertenkollegs mit dem Thema „Rolle komplexer Membranproteine bei der zellulären Entwicklung und der Entstehung von Krankheiten“ bewilligt. „Jedes dritte Gen im Menschen kodiert für ein Membranprotein und viele Hundert Krankheiten, wie zum Beispiel besondere Krebsformen, Mukoviszidose, Leber- und Nierenschäden oder besondere virale Infektionen, sind ursächlich auf Defekte in diesen Proteinen zurückzuführen,“ erläutern der Sprecher des Graduiertenkollegs Professor Ekkehard Neuhaus und sein Stellvertreter Professor Richard Zimmermann. „Daher ist es auch nicht überraschend, dass fast jedes zweite verfügbare Medikament auf Membranproteine wirkt. Wir werden mit diesem großen Projekt weitere Erkenntnisse gewinnen, um in Zukunft weitere Ansatzpunkte für Therapien zu entwickeln.“
Im Rahmen des Graduiertenkollegs wird auch eine enge Kooperation mit der kanadischen Universität in Edmonton angestrebt, deren Wissenschaftler führend in der Membranforschung sind und so auch neues Know-how beitragen können. „Wir erwarten, dass diese Kooperation sowohl unsere Forschung beflügelt, als auch die Attraktivität unserer Standorte weiter erhöht“, erklären die Sprecher. Geplant sind regelmäßige Projekttreffen, Workshops, Konferenzen und die besondere Förderung von weiblichen Nachwuchswissenschaftlerinnen. Darüber hinaus soll Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit geboten werden, an einem sechsmonatigen Austausch zwischen den deutschen Unis und der kanadischen Hochschule teilzunehmen.
Das Projekt hat eine geplante Gesamtlaufzeit von neun Jahren. Die ersten 4,5 Jahre wird die DFG jährlich etwa eine Million Euro zur Verfügung stellen. Auch die kanadischen Partner werden durch ihre Forschungsförderungsagentur, dem National Sciences and Engineering Council (NSERC), einen ähnlichen Betrag erhalten.
Fragen beantwortet:
Professor Dr. Richard Zimmermann
Medizinische Biochemie und Molekularbiologie
Tel.: 06841 / 16-26510
E-Mail: bcrzim @uks.eu
