2010 wurden an der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) 210 Hornhauttransplantationen durchgeführt, bis zum Oktober im Jahr 2011 bereits 220. Doch es herrscht weiterhin ein Spendermangel: 160 Patienten aller Altersklassen stehen auf der Warteliste und hoffen Monate bis Jahre auf eine Hornhautspende. Prof. Berthold Seitz, Direktor der Klinik für Augenheilkunde des UKS, appelliert: „Jeder Mitbürger sollte einen Organspendeausweis besitzen!“ Für die Hornhautspende werden nur die Hornhautscheiben entnommen, dies kann bis zu 72 Stunden nach dem Tod des Spenders geschehen.
Hornhautransplantationen
Infektionen, Verletzungen oder angeborene Erkrankungen können die Hornhaut des Auges trüben. Damit büßt der Betroffene sein Sehvermögen ein und kann erblinden. Die bereits 1905 eingeführte Hornhauttransplantation gehört heute zu den erfolgreichsten Gewebe-Verpflanzungen überhaupt. Sie kann einem Großteil der stark sehbehinderten oder blinden Patienten das Augenlicht zurückgeben und dadurch ein weitgehend normales Leben ermöglichen. Die Operation verlangt Augenchirurgen ein Höchstmaß an Konzentration und Feinarbeit ab. Mit 16 bis 24 Stichen muss die gerade einmal 0,5 mm dicke Hornhaut vernäht werden. In der ersten Zeit nach der Operation bedarf die Transplantation einer intensiven Nachbehandlung, um eventuelle Abstoßungsreaktionen zu vermeiden.
Zertifizierung
Jede deutsche Hornhautbank ist gesetzlich verpflichtet, sich überprüfen zu lassen. 2010 erteilte das Saarländische Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz der LIONS- Hornhautbank Saar-Lor-Lux, Trier/Westpfalz die entsprechende „Herstellungserlaubnis“. Über die gesetzliche Vorgabe hinaus, hat sich die Klinik für Augenheilkunde für eine Zertifizierung entschieden. „Mit diesem Schritt wollten wir unterstreichen, wie wichtig uns höchste Qualitätsansprüche im Bereich der Gewebespende und Transplantation sind“, so Prof. Seitz. Im letzten Jahr wurde die LIONS-Hornhautbank Saar-Lor-Lux, Trier/Westpfalz erfolgreich nach der internationalen Norm DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Um eine stetige Weiterentwicklung und Verbesserung sicherzustellen, absolviert die Institution jedes Jahr ein sogenanntes Überwachungsaudit. Am 31.Oktober 2011 konnte die Hornhautbank nun ihr erstes Audit erfolgreich abschließen.
Die LIONS-Hornhautbank
Seit 1917 unterstützt die Serviceorganisation Lions International den Kampf gegen die Blindheit, sie hat seitdem zahlreiche Hornhautbanken finanziert. Die LIONS-Hornhautbank Saar-Lor-Lux, Trier/Westpfalz wurde am 14. Juli 2000 an der Klinik für Augenheilkunde des UKS eröffnet. Lions International und das Hilfswerk der deutschen Lions stellten für die Einrichtung 150.000 DM zur Verfügung. Das UKS unterstützte das Projekt und finanziert eine MTA-Stelle und eine halbe Arztstelle. In Deutschland gibt es rund 25 Hornhautbanken, die eng miteinander kooperieren und mit ähnlichen europäischen Einrichtungen vernetzt sind
Prof. Seitz erklärt: „Eine entnommene Hornhaut kann in einer Aufbewahrungslösung nur wenige Tage überleben. In dieser Zeit müssen sämtliche Qualitätsuntersuchungen durchgeführt und ein passender Empfänger gefunden sein. Mit der Organkultivierung umgeht man heute das Zeit-Problem: Mit Nähr- und Konservierungslösungen können entnommene Hornhäute bis zu vier Wochen aufbewahrt werden. Dafür benötigt man eine Hornhautbank mit hoch gesetzten Standards in Sachen Sterilität und Kultivierung. Das schließt auch Fachpersonal mit ein, das für die Entnahme, Untersuchung und Aufbewahrung der Hornhäute ausgebildet ist.“
Kontakt
LIONS-Hornhautbank Saar-Lor-Lux, Trier/Westpfalz
Klinik für Augenheilkunde
Universitätsklinikum des Saarlandes
66421 Homburg/Saar
Telefon: 0 68 41 / 16 - 2 23 53
Fax: 0 68 41 / 16 - 2 24 86
E-Mail lions.hornhautbank @uniklinikum-saarland.de
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