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Pressemitteilung

15.12.2011
Erste deutsche Urologische Universitätsklinik verfügt über zwei moderne da Vinci Si-Operationssysteme

Millioneninvestition ermöglicht schonende und präzise Therapie bei: Prostata-, Blasen- und Nierenkrebs, Nierenspende

„Wir möchten unsere Patienten optimal behandeln. Deshalb investieren wir im Zuge des Masterplans in moderne Gebäude andererseits auch in schonende, innovative Medizintechnik, wie aktuell in zwei OP-Robotersysteme hier in der Urologie“, stellte Professor Wolf-Ingo Steudel, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKS, zu Beginn der Pressekonferenz fest.

 

„Die neuen da Vinci-Systeme bieten uns eine verbesserte Auflösung des zu operierenden Bereiches, eine optimierte Beweglichkeit der Instrumente und ermöglichen nun auch alle Eingriffe im Bauchbereich“, erläuterten Professor Michael Stöckle und Professor Stefan Siemer, Direktor und stellv. Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie des UKS die aktuelle Investition von 2,5 Mio. € für die Patienten des deutschen Zentrums.

Dank der neu etablierten zwei roboterassistierten Systeme werden in diesem Jahr in Homburg über 600 schonende Operationen, nächstes Jahr über 700 möglich sein.

Durch einen kürzeren stationären Aufenthalt und eine schnellere Rekonvaleszenz bietet das System medizinische und ökonomische Vorteile.

 

Vorteile der neuen Generation dieser Medizintechnik

Die Arme der Robotersysteme der neuen Generation sind deutlich beweglicher, so dass das Operationsfeld erweitert werden kann und ausgedehntere Operationen möglich sind. Lymphknoten können beispielsweise in einem deutlich größeren Feld entfernt werden.

Die Kamera mit HD-Qualität bietet dem Operateur bessere Sicht in einer höheren Auflösung, um anatomische Strukturen noch genauer erkennen zu können.

Mit den 4 Armen des roboterassistierten Systems kann eine Nierenteilentfernung erfolgen, wobei ein Arbeitstrokar eines Assistenten durch den Roboter ersetzt wird.

Denkbar mit dieser modernen Technik sind u. a. alle Eingriffe im Bauchraum wie Darmentfernung, Operationen an der Gebärmutter, den Eierstöcken sowie die Inkontinenztherapie.

 

In Homburg wird mit dieser schonenden und präzisen Technik ein umfangreiches urologisches Behandlungsspektrum angeboten. Neben Prostata-, Blasen- und Nierenkrebs, werden auch Operationen im Rahmen der Nierenspende mit dem roboterassistierten System durchgeführt.

 

"da Vinci®" gilt als die modernste Entwicklung auf dem Gebiet der minimal-invasiven Operationen. Diese Technik ermöglicht es, Bauchspiegelungseingriffe  (Laparoskopie) mit maximaler Präzision bei minimaler Belastung vorzunehmen.

In den USA sind mittlerweile über 1500 da Vinci® Systeme in unterschiedlichen Kliniken im Einsatz. So werden dort mehr als zwei Drittel aller Prostatakrebs-Operation mit diesem System ausgeführt.

Anders die Situation in Europa und Deutschland: hier beherrschen nur wenige Ärzte diese revolutionäre OP-Methode. Als eine der ersten Kliniken in Deutschland hat die Urologie des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg die da Vinci® Operationstechnik im Jahr 2006 erfolgreich etabliert. Seitdem wurden über 2000 Patienten mit sehr guten Ergebnissen operiert.

Die "Operation der kleinen Schnitte" wird die Chirurgie nachhaltig verändern: selbst schwere Operationen können für den Patienten schonend und unter Vermeidung der sonst üblichen postoperativen Schmerzen durchgeführt werden. Das endgültige Einsatzspektrum dieses Systems ist derzeit noch nicht abzusehen.

 

Vorteile des roboterunterstützten Systems:

• kurzer Krankenhausaufenthalt

• schnellerer Heilungsprozess

• weniger Schmerzen und ein weit geringeres Infektionsrisiko

• weniger Blutverlust, in der Regel ohne Blutkonservenbedarf

• kleinste Operationsnarben durch minimale Operationsschnitte

 

Aufgrund der Präzision, die das System dem operierenden Arzt bietet, können Muskel- und Gewebsstrukturen optimal erkannt und operativ geschont werden. Für die Behandlung von Prostata- und Blasenkrebs bedeutet dies: Je genauer das operative Vorgehen möglich ist, desto besser sind auch die Ergebnisse im Hinblick auf Potenz und Kontinenz.

In Nordeuropa und den USA ist das Prostatakarzinom die häufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern. In Deutschland erkrankten im Jahr 2004 nach Angaben des Robert Koch Instituts 50.000 Männer an Prostatakrebs. Mit ca. 11.000 jährlichen Todesfällen steht das Prostatakarzinom an zweiter Stelle bei den krebsbedingten Todesursachen.

 

Kontakt:

Professor Dr. Michael Stöckle und Professor Dr. Stefan Siemer,

Klinik für Urologie und Kinderurologie des UKS

66421 Homburg

Kirrberger Straße

Tel.: 06841 - 16 - 24702

Fax: 06841 - 16 – 24795

www.uks.eu/urologie