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18.09.2013
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Wissenschaftler des UKS in Homburg erhalten Forschungsförderung durch die Hiege-Stiftung gegen Hautkrebs

Trotz jüngster Erfolge in der zielgerichteten Therapie des malignen Melanoms ist eine Heilung von Patienten im Stadium der Organmetastasierung noch in weiter Ferne. Ein Grund hierfür ist die bekannte Anpassungsfähigkeit sowie die Unterschiedlichkeit der Tumore und die Therapieresistenz dieser Krebsart. Es wird zunehmend klar, dass einzelne Melanomzellen Strategien entwickeln können, Chemotherapien aber auch zielgerichtete Medikamente zu umgehen. Dies geschieht in aller Regel durch krebstypische Mechanismen, wie z.B. die Blockierung des programmierten Zelltods oder die Aktivierung bekannter zellulärer Wachstumssignale.

 

Im Gegensatz zu diesen erworbenen Resistenzformen konnte die Arbeitsgruppe von Priv.-Doz. Dr. Alexander Roesch und andere Arbeitsgruppen jüngst zeigen, dass manche Melanomzellen zusätzlich eine intrinsische (innewohnende) Therapieresistenz besitzen, die sie bereits gegen den Erstkontakt mit Medikamenten schützt. Diese Resistenzform ist jedoch unabhängig von Genmutationen und basiert wider Erwarten nicht auf krebstypischen Signalwegen. Die Forscher entdeckten eine gesteigerte Nutzung der mitochondrialen Energieversorgung der Zelle verbunden mit einer Absenkung der Zellzyklustaktung (so genannte langsam proliferierende Zellen, „slow-cycling cells“). 

Im Rahmen der gewährten Anschubfinanzierung durch die Hiege-Stiftung (40.000,00 Euro) plant Priv.-Doz. Dr. Roesch in Kooperation mit Prof. Dr. Selma Ugurel von der Universitätshautklinik in Würzburg die genaue Untersuchung und Bewertung dieser neu identifizierten Resistenzmarker hinsichtlich ihrer Aussagekraft für das Therapieansprechen.

 

Die Durchführung der Experimente gründet auf der Analyse sogenannter primärer Melanomzelllinien und dem Tumorgewebe von Patienten aus der sogenannten ADO-Studie ChemosensMM, die ebenfalls durch die Hiege--Stiftung gegen Hautkrebs gefördert wird. Hierfür liegen  umfangreiche klinische Daten, auch hinsichtlich des Therapieansprechens und der Nachbeobachtung vor.

Diese Forschungsinitiative soll Grundstein sein für zukünftige translationale Projekte zur Etablierung neuer Schemata für die Verabreichung der Krebsmedikamente oder der Chemotherapie. Ziel der Wissenschaftler sind Strategien zur Verzögerung der Therapieresistenz, wie die „on-off“ Intervalltherapie oder neue Kombinationstherapien.

 

Kontakt für Journalisten:

 

Priv.-Doz. Dr. med. Alexander Roesch

Oberarzt

Universitätsklinikum des Saarlandes

Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie Gebäude 18

D-66421 Homburg/Saar

Tel. +49 (0) 6841 16 23788

Fax. +49 (0) 6841 16 23845

 

www.uks.eu/dermatologie