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09.05.2016
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UKS-Neurologen stellen auf Europäischer Schlaganfallkonferenz in Barcelona den Homburger Schlaganfallrettungswagen vor

Bereits 2008 wurde am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg ein weltweit einmaliges Projekte verkündet: Die Klinik für Neurologie (Direktor: Univ.-Prof. Dr. Klaus Faßbender) startete den Testbetrieb des weltweit ersten mobilen Schlaganfall-Rettungswagens Mobile Stroke Unit, kurz MSU. Ausgestattet mit einem Computertomographen, Laborgeräten für eine spezielle Diagnostik und einer telemedizinischen Anbindung zu den Experten im Krankenhaus, war das Fahrzeug speziell für den Einsatz bei Schlaganfallverdacht konzipiert. Mit der mehrjährigen Studie zeigten die Mediziner, dass durch den Einsatz der MSU Schlaganfälle doppelt so schnell behandelt werden konnten. Dadurch bildeten sich die durch den Schlaganfall bedingten Ausfälle doppelt so gut zurück.

Foto: Rüdiger Koop / UKS

 

Mittlerweile ist die zweite Generation der MSU im Einsatz und wieder eine Neuheit: Der aktuelle Homburger Schlaganfall-Rettungswagen ist das weltweit erste Kompaktmodell. Mit ebenso hochwertiger Ausstattung in einem nur 3,8 Tonnen schweren Fahrzeug kann diese neue MSU aufgrund der kompakteren Größe nun besser im Rettungsdienst-Alltag eingesetzt werden.

UKS-Experten stellen diese Neuauflage der MSU vom 10. bis zum 12. Mai 2016 bei der Europäischen Schlaganfallkonferenz ESOC (European Stroke Organisation Conference) in Barcelona/Spanien vor. Bei der Konferenz treffen sich Forscher, Mediziner, Studenten und Gesundheitsexperten aus der ganzen Welt. Neben Beiträgen von international anerkannten Experten erwarten die Teilnehmer Informationen über Neuerungen und Durchbrüche rund um das Themengebiet Schlaganfall: Aktuelle Forschungsergebnisse sowie neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.

 

 

Hintergrundinformationen

 

Schlaganfallsymptome: Plötzlich einsetzende Lähmung, Gefühlsstörung, Seh- oder Sprachstörung

Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache von bleibender Behinderung im Erwachsenenalter in den westlichen Ländern. Jährlich erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Typische Symptome sind plötzlich einsetzende und oftmals halbseitige Lähmung, Gefühlsstörung, Seh- oder Sprachstörung. Besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall, sollte umgehend der Notruf über die Telefonnummer 112 verständigt werden.

In etwa 85% der Fälle ist ein Blutgerinnsel im Gehirn die Ursache des Schlaganfalls. Das Gerinnsel stammt meist aus der Halsschlagader oder dem Herzen, verstopft das Hirngefäß und beeinträchtigt dadurch die Durchblutung des Hirngewebes. In weiteren 15% der Fälle führt ein Einriss eines Gefäßes im Gehirn zu einer Gehirnblutung, die ebenfalls das Hirngewebe schädigt.

Je schneller mit der Behandlung begonnen werden kann, desto geringer ist der Hirnschaden. Doch vor der Behandlung muss erst die Ursache des Schlaganfalls geklärt werden. Mit einer Computertomographie untersuchen Mediziner, ob der häufig auftretende Verschluss durch ein Gerinnsel die Ursache ist. Denn dann kann dieses Gerinnsel in den Hirngefäßen durch eine sogenannte Lysetherapie aufgelöst und dadurch das Gehirn wieder mit Blut versorgt werden. Allerdings kann die Lyse nur bei einem Gerinnsel angewendet werden – bei der selteneren Ursache einer Hirnblutung würde die Lysetherapie die Krankheit verschlimmern. Daher steht vor der Schlaganfall-Therapie immer erst die Diagnostik der Ursache.

 

Mobile Stroke Unit: Das Krankenhaus zum Schlaganfallpatienten bringen

Die notwendige Diagnostik bei einem Verdacht auf Schlaganfall war früher nur im Krankenhaus möglich. Durch den Schlaganfall-Rettungswagen konnten die Homburger Neurologen diese Untersuchungen erstmalig bereits am Einsatzort im Fahrzeug durchführen: Die Blutung im Gehirn kann so ausgeschlossen werden, innerhalb von nur 10 Minuten können die notwendigen Blutuntersuchungen durchgeführt werden. Ohne weiteren Zeitverlust kann direkt mit der Therapie begonnen werden.

Auch die Größe des durchblutungsgestörten Schlaganfallareals kann festgestellt werden. Über die sogenannte Telemedizin ist die MSU für Rücksprachen mit der Klinik verbunden. Durch die Pilotstudie in der Praxis konnte gezeigt werden, dass die Mobile Stroke Unit die Zeit bis zur Lysetherapie um die Hälfte verkürzte, so dass sich die Ausfälle des Schlaganfalls doppelt so gut zurückbilden konnten.

 

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. Klaus Faßbender

Direktor der Klinik für Neurologie

Universitätsklinikum des Saarlandes

Kirrberger Straße

D-66421 Homburg

Tel.: 0 68 41 / 16 - 2 41 03

Fax: 0 68 41 / 16 - 2 41 37

www.uks.eu/neurologie

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