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31.10.2016
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Neuer Professor für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie

Michael Zemlin studierte Humanmedizin an der Freien Universität Berlin und promovierte dort in der Pathologie mit einer neuen molekulargenetischen Methode zur Frühdiagnose von T-Zell-Lymphomen durch Nachweis von Umlagerungen der T-Zell-Rezeptor-Gene. Nach Abschluss der Facharztausbildung zum Kinder- und Jugendarzt ermöglichte ihm die Verleihung eines Stipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung einen zweijährigen Forschungsaufenthalt am Institut für Klinische Immunologie und Entwicklungsimmunologie der University of Alabama at Birmingham, USA. Anschließend ging er als Oberarzt an die Universitäts-Kinderklinik in Marburg und habilitierte dort über Untersuchungen zur Entwicklung des Immunsystems bei Früh- und Reifgeborenen und zu den molekularen Ursachen der Allergieentstehung. Im Jahr 2013 folgte die Verleihung der außerplanmäßigen Professur für Kinder- und Jugendmedizin.

Dr. Annette Groh übergab in der Saarländischen Staatskanzlei

die Ernennungsurkunde an Prof. Dr. med. Michael Zemlin

(Bild: saarland/ks)

 

Durch Vergleich von Reifgeborenen mit extrem Frühgeborenen, die erst nach drei bis vier Monaten ihren errechneten Geburtstermin erreicht haben, konnte er unterscheiden, ob Veränderungen des Immunsystems durch Reifung oder durch Kontakt mit der Umwelt verursacht werden. Seine Untersuchungen zu den molekularen Grundlagen der Asthma-Entstehung wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als langjähriges Teilprojekt eines Sonderforschungsbereiches gefördert. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Nutzung von Geruchsstoffen für die Diagnostik bei Kindern. Hierbei kommt u. a. eine „elektronische Nase“ (e-nose) zum Einsatz, die ursprünglich zur Detektion von biologischen Kampfstoffen entwickelt wurde. Michael Zemlin hat erste vielversprechende Untersuchungen zum „Riechen“ von Infektionen bei Frühgeborenen durchgeführt. Das Ziel dieser Untersuchungen ist es, schmerzhafte Blutentnahmen zu reduzieren und stattdessen Krankheiten anhand von Geruchsstoffe aus Speichel, Urin oder anderen Proben zu diagnostizieren. Für dieses innovative Forschungsgebiet ist eine Zusammenarbeit mit den bekannten Homburger Experten geplant. Auch für neue Forschungsprojekte in seinen Schwerpunkten der chronisch-entzündlichen Lungenkrankheiten (z. B. Asthma) und der Entwicklungsimmunologie existieren in Homburg hervorragende Kooperationsmöglichkeiten.


Als Lehrbeauftragter der Marburger Kinderklinik hat er zusammen mit einem Gießener Kollegen ein Drittmittel-gefördertes, standort-übergreifendes „Schwerpunktkurrikulum Pädiatrie“ etabliert. Auch in Homburg sollen die bestehenden innovativen Lehreprojekte weiter ausgebaut werden, um Nachwuchs-Ärztinnen und –Ärzten, die sich für Kinderheilkunde begeistern, einen tieferen Einblick in das Fach zu ermöglichen.


Neben der Allgemeinpädiatrie hat sich Michael Zemlin auf Neugeborenen-Intensivmedizin und Allergologie spezialisiert. Als Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg möchte Michael Zemlin die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen und den benachbarten Kliniken vertiefen. Durch regionale und überregionale Forschungsprojekte soll der universitäre Standort gestärkt werden. Im Zentrum aller wissenschaftlichen und klinischen Arbeiten steht das Ziel, den kleinen Patienten und ihren Familien eine exzellente medizinische Behandlung und menschliche Betreuung zu bieten.


Michael Zemlin wird seinen Dienst als Professor an der Universität des Saarlandes und als Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie am 1. November 2016 aufnehmen.