Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Aktuelles
Sie befinden sich hier: >> Startseite >> Aktuelles >> Einzelansicht_News >> Aktuellesseite

Aktuellesseite

16.12.2016
VeranstaltungenAktuelles
3,9 Millionen Euro für die Zellforschung – Homburger CIPMM startet europäisches Förderprojekt „EU-GliaPhD“

Das Forschungsvorhaben der Homburger überzeugte in Brüssel: Wie funktioniert unser Gehirn? Welches Methodenspektrum müssen wir beherrschen, um neue Therapieformen für Patienten entwickeln zu können? Gemeinsam mit 16 Partnern aus sieben europäischen Ländern forscht das Centrum für Integrative Physiologie und Molekulare Medizin (CIPMM) auf dem Uniklinik-Campus in Homburg künftig an der Identifizierung neuer Strategien zur Therapie an Epilepsie erkrankter Menschen. Die Projektkoordination des EU-Förderprojekts übernimmt Prof. Frank Kirchhoff, Leiter der Abteilung Molekulare Physiologie. Am 16. Dezember um 9:30 Uhr startet das Projekt mit einem Symposium in Homburg, zu dem auch Pressevertreter herzlich eingeladen sind.


Im Rahmen von „EU-GliaPhD“ wird die Rolle von Gliazellen in der Entstehung und Bekämpfung von neurologischen Erkrankungen untersucht. Die Wissenschaftler werden sich besonders auf die Aufklärung der molekularen und zellulären Mechanismen bei Entstehung und Verlauf der Epilepsie-Erkrankungen konzentrieren. Ziel ist es, neue Therapiemöglichkeiten zu entwickeln, die auch auf andere Erkrankungen des zentralen Nervensystems übertragbar sind.

 

Dem internationalen Forschungskonsortium aus Norwegen, Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Deutschland gelang es, sich mit ihrer Projektidee und -strategie gegen zahlreiche Bewerber durchzusetzen: Nur 26 von 395 Projekteinreichungen im Life Science-Bereich wurden von der Europäischen Kommission ausgewählt. Als so genanntes „Innovatives Trainingsnetzwerk“ (ITN) bietet das Projekt europäischen Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, neben ihrer Promotion über die beteiligen Industriepartner umfangreiche praktische Erfahrungen zu sammeln und ihre Position am Arbeitsmarkt zu verbessern.

 

„Das Symposium in Homburg richtet sich nicht nur an die Projektpartner, sondern ist für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich“, erklärt Projektkoordinator Prof. Frank Kirchhoff vom CIPMM der Universität des Saarlandes. „Mit unserem Forschungsvorhaben leisten wir einen wichtigen Beitrag zu einer europaweiten Verbesserung in der Behandlung neurologischer Erkrankungen, die eine der gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit sind. Ganz besonders freut mich persönlich, dass junge, talentierte Wissenschaftler aus ganz Europa die Chance erhalten, Theorie und Praxis eng und zielorientiert zu verknüpfen.“

 

Details zum Projekt sollen künftig auch im Internet öffentlich verfügbar sein. Für Rückfragen zum Projekt oder weiteren Informationen zum Symposium steht Prof. Kirchhoff zur Verfügung. Die Teilnahme am Symposium erfordert keine vorherige Anmeldung.

Veranstaltungsort: Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes, Centrum für Integrative Physiologie und Molekulare Medizin (CIPMM), Gebäude 48, 66424 Homburg. Beginn: 9:30 Uhr im Auditorium.

Nach einem Empfang von Prof. Kirchhoff folgen fünf wissenschaftliche Vorträge aus dem Konsortium, die Einblick in die Forschungsvorhaben von „EU-GliaPhD“ geben werden. Die Pressekonferenz findet zwischen 12 Uhr und 12:30 Uhr statt.

 

Die Forschung von Professor Kirchhoff beschäftigt sich mit der Aufklärung molekularer und zellulärer Mechanismen der Kooperationen von Nerven- und Gliazellen im gesunden wie im erkrankten Nervensystem.

Das Methodenspektrum beinhaltet die Herstellung und Charakterisierung transgener Mausmodelle, biochemische, molekularbiologische und verhaltensbiologische Verfahren sowie verschiedene bildgebende Techniken wie Zwei-Photonen-Laserscan-Mikroskopie.

 

Der Hippokampus ist nicht nur die Region des Gehirns, die für unsere Gedächtnisbildung verantwortlich ist, sie ist leider auch häufig bei Epilepsie-Patienten betroffen. Auf der Suche nach neuen Anti-Epileptika ist der Hippokampus der Maus ein bevorzugtes Untersuchungsobjekt. Mithilfe gentechnischer und immunhistochemischer Verfahren können verschiedene Zellarten wie die Gliazelltypen Astrozyten (blau), Oligodendrozyten (rot) und deren Vorläuferzellen (grün) leicht markiert und im Detail untersucht werden.

 

Weitere Informationen zum EU-Forschungsprojekt:

Weitere Informationen zu EU-GliaPhD mit Links zu allen Partnern sind auf www.eu-gliaphd.eu zu finden.

 

Über das CIPMM

Das Center for Integrative Physiology and Molecular Medicine (CIPMM) arbeitet interdisziplinär an der Integration von molekularen dynamischen Membranprozessen im Nervensystem mit Funktionen des Immunsystems und der Hormonregulation im Endokrinsystem. Es verfolgt eine systemorientierte Strategie, die molekulargenetische, zelluläre und verhaltensanalytische Ansätze integriert, um die Funktion und Dysfunktion von Signalprozessen, die zur Interaktion zwischen den drei biologischen Systemen dienen, zu entschlüsseln. Das CIPMM schließt mit seiner Programmatik eine international bestehende Forschungslücke im Bereich der genetisch basierten „Integrativen Physiologie“ und soll zum Ausbau dieses Forschungsfeldes in Deutschland beitragen.

 

Kontakt

Centrum für Integrative Physiologie und Molekulare Medizin (CIPMM)

Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes

Gebäude 48

66424 Homburg/Saar

 

Prof. Frank Kirchhoff

frank.kirchhoff @uks.eu